Analyse Aktie Coca-Cola Co (US1912161007)

Ein Trend, der niemals stoppt - Drink Coca Cola

Ein Beitrag von ulrich 3 24.02.2014

Die Coca Cola Company aus Atlanta ist die Aktie, der die Superreichen vertrauen. Sie ist die größte Aktienposition von Warren Buffetts Berkshire Hathaway, sie ist (nach Berkshire Hathaway) die zweitrößte Position der Bill und Melinda Gates Stiftung und auch große Vermögensverwalter wie Donald Yacktman sind vom schwarzen Zuckerwasser überzeugt.
 
Coca-Cola Co
 
Dieser Artikel soll bewusst keine Zahlenschlacht werden. Er ist für Menschen gedacht, die den langfristigen Vermögensaufbau suchen und dabei weiterhin ruhig schlafen möchten.

Als langfristiger Anleger kann man von Coca Cola unheimlich viel lernen. Das Unternehmen ist nämlich der Prototyp eines High Quality Businesses. Einen Unternehmen also, dass unabhängig von technischen Entwicklungen, politischen Rahmenbedingungen und der Allgemeinwirtschaft langfristig in der Lage ist seine Gewinnhistorie fortzusetzen.

Beim langfristigen Anlegen von Geld in Aktien ist das Hauptproblem, dass die Qualität des Unternehmens falsch eingeschätzt wird. Das Unternehmen verliert entweder massiv an Marktanteilen oder kann seine Gewinnmargen nicht aufrecht erhalten.


Die Frage ist folglich, warum ist Coca Cola heute noch genauso relevant wie vor 20 Jahren?

Bei vielen Produkten im Konsumbereich ist Marketing das A und O. Wir sind überflutet von Angebotsvielfalt und sind bei Alltagsentscheidungen einfach darauf angewiesen, dass wir schnell und zielsicher unser Wunschprodukt identifizieren können.

Coca Cola ist in der Kategorie des Marketings wohl schlicht der absolute Goldstandard. Nehmen wir als Vergleich das absolute Marketingwunder Apple. Apple Kunden lieben ihre Produkte und kampieren sogar bei Neuerscheinungen vor den Filialen. Dennoch verblasst der Erfolg von Apple im Vergleich zum Erfolg der über 350 Coca Cola Marken.

Trotz allen Erfolgs ist Apple immer noch „ein“ Anbieter von Smartphones. Die Kategorie der Smartphones kennt mächtige Konkurrenten wie Samsung. Gehe ich nun also in einen Elektrohandel und schaue mir Smartphones an, dann sehe ich hier eine weite Palette von Herstellern. Bin ich jetzt also langfristiger Appleaktionär, dann weiß ich nie so richtig, ob der Kunde nicht doch bald schon zum falschen Fabrikat greift.

Bei Coca Cola verhält es sich anders. Gehe ich zum Beispiel zu McDonalds, in eine kleine Tankstelle oder die Dönerbude nebenan und möchte etwas trinken, dann kann ich gar nicht mehr zum „falschen“ Produkt greifen.

Sie können ja einmal versuchen in einer deutschen McDonald's Filiale eine Cola oder ein Mineralwasser zu bekommen, dass nicht von Coca Cola produziert wird. Sollten sie das schaffen, dann senden sie mir bitte ein Bild davon zu.

Coca Colas Marken sind also schlicht so stark, dass viele Weiterverkäufer gar nicht auf die Idee kommen überhaupt weitere Hersteller ins Sortiment aufzunehmen. Wozu auch? Coca Cola, Fanta, Sprite und viele weitere Marken des Coca Cola Konzerns erreichen alle Kunden und sind klassenlos. Der Arbeiter trinkt gerne Coca Cola, der Professor trinkt gerne Coca Cola und der Millionär trinkt gerne Coca Cola. Solche Erfolgsmodelle findet man zum Beispiel auch bei anderen zeitlosen Klassikern wie dem VW Golf oder der fiktiven Figur James Bond.


Wherever you go . . . you'll find Coca-Cola.“

Dieser Werbeslogan von 1905 war und ist nicht irgendwelches Werbe-Blabla. Es ist bis heute feste Unternehmensstrategie von Coca Cola. Selbst bin ich in einer Provinz-Kleinstadt aufgewachsen und auch dort begleitete mich die Coca Cola Company von klein auf. Der Coca Cola Lastwagen kam in die Schule und füllte die Getränkeautomaten. Mamas 1,50 DM gingen in den Automaten und ich hatte nach dem Sportunterricht immer einen kühle Erfrischung. Die Flaschen musste ich nicht extra wieder nach Hause mitnehmen, bei Coca Cola Flaschen zahle einem der Hausmeister direkt vor Ort den Pfand aus.

Diese kleine Geschichte zeigt deutlich, wie stark Coca Colas Distributionssystem im Großen und Kleinen ist. Als in den 70ern in China noch tiefrote Fahnen wehten, da ging Coca Cola schon den Schritt ins Reich der Mitte und heute findet sich Coca Cola in jedem chinesischen Dorf. In Indien hält Coca Cola seit Jahren in allen relevanten Kategorien einen Marktanteil von über 60%.


Coca Cola - unschlagbar

Das beste Distributionssystem der Welt gepaart mit den stärksten Marken - es ist kein Zufall, dass in jedem Land der Welt (bis auf Pakistan) Coca Cola Marktführer bei Getränken ist. Persönlich halte ich es hier mit dem Warren Buffett Zitat

„If you gave me $100 Billion and said, „Take away the soft-drink leadership of Coca-Cola in the world“, I’d give it back to you and say it can’t be done”.

-“Wenn sie mir 100 Milliarden Dollar geben würden und sagen „Nehmen sie Coca Cola die weltweit führende Marktstellung bei Soft Drinks“, dann würde ich sie zurückgeben und sagen „man kann es nicht“.-


Einfaches Produkt – Hoher Gewinn

Die Welt trinkt Produkte der Coca Cola Company. Aktuell werden 1.6 Milliarden Coca Cola Produkte pro Tag verkauft; eine enorme Masse also. Jedoch ist reines Volumen und Umsatz allein noch nicht wirklich aussagekräftig. Wichtig ist, dass aus einem großen Umsatz auch ein großer Gewinn entsteht.

Dazu will ich kurz auf das Coca Cola System eingehen. Die Coca Cola Company produziert viele seiner Getränke nicht selbst. Coca Cola produziert in vielen Fällen lediglich Konzentrat, welches dann an Abfüllunternehmen weiterverkauft wird. Dieses Geschäftsmodell ist extrem lukrativ, da das Abfüllgescheft eine wesentlich größere Kapitalbindung erfordert.

Im Jahr 2013 erzielte der Coca Cola Mutterkonzern einen Umsatz von knapp über 11 Milliarden US-Dollar. Die direkten Produktkosten lagen bei 4,3 Milliarden $. Coca Cola ist folglich in der Lage enorme Mengen an Produkten abzusetzen, die zudem eine enorme Gewinnmarge erzielen.

Von solch einer langanhaltenden Rentabilität können 99% alle Unternehmen nur träumen. Mit solchen Produkten auch noch Milliarden von Kunden zu erreichen bleibt wohl für 99,9% aller Unternehmen ein kühner Traum.


Risiken

Eine Coca Cola Aktie zu kaufen halte ich langfristig für eine sehr risikoloses Investment. Natürlich

gibt es aber auch hier denkbare kurz und langfristige Risiken. Risiko A ist, dass durch das höhere Gesundheitsbewusstsein in entwickelten Märkten wie den USA die Stückzahlen von Soft Drinks zurückgehen. Natürlich ist eine Firma wie Coca Cola in der Lage jederzeit auch in anderen Produktgruppen Fuß zu fassen. Man sollte dabei jedoch bedenken, dass nicht jede Kategorie derartige Gewinnmargen wie der klassische Soft Drink bietet.

Ein Fruchtsaft zum Beispiel besitzt wesentlich höhere Rohstoffkosten als eine Fanta.

Risiko B ist für einen derartig globalen Konzern wie Coca Cola wäre natürlich eine starke Veränderung des globalen Wirtschafts- und Rechtssystems. Sollte China zum Beispiel eine Rückentwicklung zur staatlichen Planwirtschaft durchführen, dann sind natürlich auch Teile der Coca Cola Umsätze weg.

Ein eher kurz- bis mittelfristiges Risiko sehe ich in der extremen Abwertungen von Währungen in den Schwellenländern. Solch ungünstige Währungsschwankungen haben bereits im letzten Quartal die Gewinne bei Coca Cola vermasselt. Von solchen kurzfristigen Währungseffekten sollte man sich als Coca Cola Aktionär jedoch nicht beeinflussen lassen, die weltweiten Volumen wachsen nach wie vor.


Wieso gibt es so viele Coca Cola Aktien?

Tippen sie bei sich im Online-Depot den Namen Coca Cola ein, dann werden sie auf eine ganze Reihe von Firmen stoßen. Dies liegt daran, dass viele große Abfüllunternehmen den Namenszusatz Coca Cola tragen. Die eigentliche Coca Cola Aktie ist „The Coca Cola Company“. Dennoch will ich auf zwei der Abfüllunternehmen kurz gesondert eingehen. Merken sollte man sich jedoch, dass die Abfüllunternehmen geringere Gewinnmargen als der Mutterkonzern besitzen.


Coca-Cola Enterprises Inc (US19122T1097)

Coca Cola Enterprises [CCE] ist der Abfüller der Coca Cola Marken in den ökonomisch starken europäischen Staaten. CCE ist für Belgien, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Luxemburg, Norwegen und Schweden zuständig. Coca Cola Enterprises ergänzt sein Produktportfolio zusätzlich durch Marken wie Capri Sonne und die Monster Energy Drinks.

CCE konnte zuletzt mit einen leicht steigenden Volumen glänzen und durch hohe Aktienrückkäufe die Gewinne ordentlich steigern. Aktuell wachsen die Gewinne von CCE um über 10% jährlich. Derartige Steigerungen werden jedoch langfristig nicht weiter zu schaffen sein. Das Unternehmen bewegt sich in gesättigten Märkten und die hohen Aktienrückkäufe werden zum Teil durch die Aufnahme neuer Schulden finanziert. Die Bilanz kann jedoch nicht laufend weiter durch neue Verbindlichkeiten für Aktienrückkäufe belastet werden.

Das Unternehmen hat mit einer aktuellen Dividendenrendite von 2,2 % und einer ansonsten langfristig vertretbaren Bewertung (bei 47,34 US$) sicherlich weiterhin einen berechtigen Platz im Depot von europäischen Anlegern. Das Unternehmen erwirtschaften nämlich einen großen Teil seiner Umsätze in Euros und damit fällt eine großer Teil des Währungsrisikos bei dieser Aktie weg. Die Aktie ist kein Schnäppchen - Eile beim Kauf gibt es hier sicherlich nicht.

Langfristig gehe ich bei CCE mit einen Gewinnwachstum pro Aktie von circa 5,5 bis 8% pro Jahr aus. Wobei dies wesentlich vom zukünftigen Aktienkurs abhängt. Die Strategie der Aktienrückkäufe hängt und fällt mit dem Einkaufskurs.


Coca-Cola Amatil Ltd (AU000000CCL2)

Coca Cola Amatil [CCA] ist der Abfüller für die Regionen Australien, Neu-Seeland und Indonesien. CCA stand in der jüngsten Vergangenheit vor einigen Problemen. So befindet sich der australische Markt gerade in einem heftigen Preiskampf, zudem machen hohe Inflationsraten in Indonesien die Kosten und Preisplanung sehr schwierig. Gerade Indonesien ist jedoch ein sehr interessanten Zukunftsmarkt mit einem weiterhin starkem Absatzwachstum, das vergleichbar in Europa und Nordamerika schon lange nicht mehr existiert.

Wer also einen relativ sicheren Wachstumsplay auf Indonesien sucht, der sollte sich CCA sicher einmal anschauen.

Zudem verfügt Coca Cola Amatil die Lizenzen für zahlreiche interessante Premium Spirituosen wie Jim Beam oder das Bier-Portfolio des Brauerei-Riesen Molson Coors.

Bei diesen Aussichten ist CCA mit einem KGV von 17 von und einer Dividendenrendite von 5% prinzipiell sehr interessant. Zu bedenken ist jedoch, dass CCA in australischen Dollar notiert und die Bewertung dieser Währung sich gerade auf sehr hohem Niveau befindet. Stärkere Währungsverluste sind also sehr gut möglich.


Coca-Cola Co (US1912161007)

Das Herzstück des Coca Cola Imperiums [KO]. Die Aktie hat gegenüber den einzelnen Abfüllwerten im Langfrist-Depot den enormen Vorteil einer enormen globalen Diversifikation und dem angesprochenen Margenvorteil durch das Konzentratsgeschäft.

Persönlich sehe ich für das Urgestein KO immer noch glänzende Zukunftsaussichten. Afrika, Indien, China; in all diesen Ländern ist Coca Cola immer noch kräftig am wachsen. KO ist praktisch ein Langzeitplay auf die Welt und all ihr Wachstumspotential. Zudem darf man auch nicht vergessen, dass durch (eventuell) steigende Einkommen in vielen Regionen der Welt auch das Gewinnpotential immer noch gigantisch ist.

Die Aktie hat in letzter Zeit durch schwächelnde Schwellenländer-Währungen zu kämpfen. Dennoch ist die Aktie historisch gesehen aktuell eher am unteren Rand und es ist immer noch nicht zu spät bei Coca Cola einzusteigen. Die Meinung, dass es zu spät für Coca Cola sei, hält sich nun seit fast 100 Jahren und richtig war sie noch nie. KO ist und bleibt für mich eine der besten Firmenmodelle, die je erdacht wurden.


- Der Autor besitzt Aktien der Coca Cola Company -


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