Analyse Aktien 3D-Druck

3D-Druck Aktien, ich würde noch warten!

Ein Beitrag von AndreaZZ 18 14.04.2014

Starke Kursverluste der letzten Wochen machen 3D-Druck Aktien optisch billig. Aus meiner Sicht sind die 3D-Drucker-Aktien aber noch immer zu teuer!
 
The ExOne Co
 
 
3-D Systems Corp (Delaware)
 
 
Stratasys Ltd
 
 
Dassault Systemes SA
 
 
voxeljet AG
 

3D-Druck-Aktien: Ist der Trend vorbei?

In den letzten Jahren war das Thema 3D-Druck in aller Munde, was sich auch auf die Aktienkurse der verschiedenen Unternehmen, die mit dieser Technologie arbeiten, positiv ausgewirkt hat. 3D-Druck schien der neue Trend zu sein, in den Anleger unbedingt investieren mussten, da die Technik revolutionär war. Gegenstände „drucken“ zu können eröffnete ganz neue Möglichkeiten, sowohl für die Industrie als auch für den Privatgebrauch. Ein paar Monate später sieht es nun aber so aus, als ob der Hype vorzeitig vorbei sei und von vorneherein eine Menge heiße Luft bei den hohen Kursen mit dabei war. Die Unternehmer erlangt die Erkenntnis, dass sie vielleicht etwas zu viel gewollt haben, und das Wachstum langsamer vonstattengeht als gehofft, worauf die Kurse direkt reagieren und stark heruntergedrückt werden. Viele Aktien mussten in den letzten Tagen Federn lassen, so beispielsweise die Papiere von 3D-Systems, Stratasys, The ExOne, Dassault Systèmes oder Voxeljet. 

3D-Systems [ISIN: 3-D Systems Corp (Delaware) (US88554D2053)]

Die 3D-Systems Corporation ist der weltweit führende Anbieter für 3D-Druckersysteme und die Aktie stieg von einem Wert von 10 US-Dollar Ende 2011 auf bis auf 97 US-Dollar zu Beginn des Jahres 2014, was ein Plus von mehr als 800 % bedeutete. Seit Januar ist es aber mit den positiven Nachrichten vorbei. Der Kurs fällt und fällt und liegt Mitte April bei rund 48 US-Dollar. Im Februar versuchte das Papier noch einmal eine kleine Korrektur, die aber nicht gelang, weshalb es nun weiter bergab geht. In den Kurs war von Beginn an viel positive Erwartung eingepreist, das Wachstum entwickelte sich aber langsamer als von vielen Anlegern erhofft. Ende März hat dann auch noch Hewlett Packard-Chefin Meg Whitman angekündigt, dass der Konzern im laufenden Jahr auch noch in das Geschäft mit den 3D-Druckern einsteigen will, was die Aktie 3D-Systems nochmals schwer belastet hat. Rund 45 % hat die Aktie nun seit Jahresbeginn verloren und viele wichtige Unterstützungslinien wurden bereits unterschritten. Derzeit heißt es Finger weg von der 3D-Systems-Aktie. Hier sollten Anleger warten, bis sich ein Boden gebildet hat und ein klares Kaufsignal für die Aktie entsteht. Noch ist das Eisen zu heiß.

Stratasys [ISIN: Stratasys Ltd (IL0011267213)]

Auch für die Stratasys-Aktie geht es wieder bergab. Zwar war der Verlauf dieses Papiers in den letzten Monaten nicht so ganz linear wie der der 3D Systems-Aktie, sondern der Kurs hatte auch schon 2013 mit einigen Hürden zu kämpfen. Dennoch ging es langfristig betrachtet für den Titel stets nach oben – und seit Jahresbeginn mit einigen Korrekturen zwischendurch wieder nach unten. Das 52-Wochen-Hoch des Titels lag kurz nach dem Jahreswechsel bei 138 US-Dollar, von rund 70 US-Dollar war der Kurs dort seit April letzten Jahres hin geklettert und hatte sich somit fast verdoppelt. Mitte April notiert eine Aktie bei rund 97 US-Dollar, was bedeutet, dass der Kurs wieder um mehr als 40 US-Dollar gefallen ist. Im Gegensatz zu den anderen Unternehmen sehen Analysten bei Stratasys aber ein positives Überraschungspotenzial für das laufende Jahr, weshalb ein Einstieg bei den derzeitigen niedrigen Kursen günstig sein könnte. Während die Konsensprognose für den Umsatz für 2014 bei 670 Mio. US-Dollar liegt, könnte Stratasys diesen Wert toppen und einen Umsatz von 730 Mio. bis 770 Mio. US-Dollar erreichen. Allerdings steht die gesamte Branche derzeit so stark unter Druck, dass es ratsam wäre noch abzuwarten wie sich der Abwärtstrend weiter entwickelt. 

The ExOne [ISIN: The ExOne Co (US3021041047)]

ExOne verkauft seine 3D-Drucker insbesondere an Industriekunden, zur Fertigung von Produkten aus Sand, Metall oder Glas. ExOne bietet zusätzlich noch umfangreiche Dienstleistungen wie eine Beratung, 3D-Design oder eine Auftragsfertigung auf eigenen Druckern an. Im März legte das Unternehmen allerdings enttäuschende Geschäftszahlen mit Verlusten für das Jahr 2013 vor, woraufhin der Aktienkurs zeitnah um 10 % einbrach. Seit Anfang 2014 sieht es für den Kurs bereits schlecht aus – er hat sich insgesamt in dreieinhalb Monaten mehr als halbiert. Bei knapp über 65 US-Dollar lag eine Aktie Anfang Januar, Mitte April notiert das Papier bei rund 29 US-Dollar, was einen herben Verlust von insgesamt mehr als 50 % bedeutet. Das entspricht der Einschätzung des Managements, die ebenfalls von schwachen Zahlen für das laufende Geschäftsjahr ausgehen. 61,6 Millionen US-Dollar Umsatz wurden ursprünglich erwartet, nun ist die Schätzung aber schon auf 55 bis 60 Mio. US-Dollar herabgesetzt worden. Auch diese Aktie ist derzeit nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Dassault Systèmes [ISIN: Dassault Systemes SA (FR0000130650)]

Dassault Systèmes hat seinen Sitz in Frankreich und bietet Softwarelösungen für den Bereich 3D-Druck an. Der Verlauf bei Dassault Systèmes ist etwas anders als bei den bisher vorgestellten 3D-Aktien. Dort ist der Kurs bereits letzten Herbst stark eingebrochen, sodass der Kursrutsch ab Januar weniger signifikant ist. Dennoch gab es auch hier starke Kursabfälle zu verzeichnen, so zum Beispiel im Februar. Bei rund 84 Euro notiert eine Aktie Mitte April, die Tendenz ist gerade wieder leicht steigend. Am 24. April stellt der Konzern die Zahlen für das erste Quartal vor, die Aufschluss darüber geben könnten, in welche Richtung es für die Aktie weitergeht.  

Voxeljet AG [ISIN: voxeljet AG (US92912L1070)]

Voxeljet fertigt 3D-Produkte für die Industrie, zum Beispiel Daimler nutzt die dreidimensionalen Gebilde als Negativ-Vorlage, um dort Metall hineinzugießen und sie aushärten zu lassen. In Testphasen ist dieses Vorgehen wesentlich günstiger, als extra Werkzeug für Teile fertigen zu lassen, die danach nie wieder gebraucht werden. Knapp sechs Monate ist der Börsengang der Voxeljet AG jetzt her und die anfängliche Euphorie ist der Ernüchterung gewichen. 24 Euro kostete eine Aktie bei Erstausgabe, kurz darauf wurden Werte von rund 35 Euro gemeldet. Seit Jahreswechsel geht es für die Aktie wie auch für die meisten anderen im 3D-Druck-Bereich ebenfalls bergab. Mitte April kostet ein Papier der Firma nur noch 11 Euro, was einen Einbruch des Kurses von fast 60 % bedeutet. Die Aktie war von vorneherein zu teuer. So startete Voxeljet mit rund 145 Mio. Euro Börsenwert, plante für 2013 aber nur 11 Mio. Euro Umsatz. 




Ich persönlich empfehle noch nicht bei den Werten einzusteigen. Die Bewertungen der meisten Aktien dieses Segments sind aus meiner Sicht noch immer zu hoch. Der Retail-Drucker Markt ist bei weitem nicht so stark gestiegen, wie dies im letzten Jahr erwartet wurde. Es kauft sich im Moment eben nicht jeder einen 3D-Drucker für zu Hause! Der Umgang mit der 3D-Software ist eben nicht so einfach, wie die Hersteller vorgeben. Und der Bedarf an selbst ausgedruckten 3D-Objekten hält sich ebenfalls noch immer in Grenzen!

3D-Druck für zu Hause ist im Moment aus meiner Sicht eben nicht das nächste „Große Ding“ I´m sorry!


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