Analyse Aktien 3D-Druck

3D-Druck noch nicht totgesagt

Ein Beitrag von starter 1 18.07.2015

Nach wie vor stecken hohe Erwartungen in der 3D-Druck Technologie. Unternehmen und Anleger versprechen sich nach Jahren voller Startschwierigkeiten satte Gewinne. Ist diese Euphorie gerechtfertigt?
 
3-D Systems Corp (Delaware)
 
 
SLM SOLUTIONS GROUP AG INH...
 
 
Stratasys Ltd
 
 
Constellium
 

Neben dem privaten Gebrauch steht vor allem der betriebliche im Vordergrund. Immer mehr Unternehmen investieren in einen 3D-Drucker. Während der Drucker für den Privatverbrauch ab 400 Euro kostet, muss ein Unternehmen mit mindestens 150.000 Euro für ein Gerät rechnen. Laut dem Analysehaus Canaly wurden 2014 weltweit rund 133.000 Drucker verkauft. Der Umsatz für die Geräte, das Material und die Dienstleistungen in dem Sektor soll insgesamt bei 3,3 Milliarden gelegen haben. Für das Jahr 2015 rechnet Canaly mit einem Wachstum der Branche von 56%.

Die Vorteile der 3D-Drucker liegen klar auf der Hand: Will ein Industrieunternehmen beispielsweise ein neues Bauteil ausprobieren, muss es sich nicht mehr mühsam einen Lieferanten suchen. Stattdessen wird der Drucker flott gemacht und innerhalb kürzester Zeit produziert er das passende Teil. Ein weiterer Vorteil ist: Mit dem 3D-Druck lassen sich Elemente anfertigen, die mit den herkömmlichen Methoden, wie zum Beispiel dem Spritzguss, bisher nicht hergestellt werden konnten. Das Potential der 3D-Drucker wittern viele Branchen. Maschinenbau, Luftfahrt- oder Autoindustrie, Bauindustrie, Medizintechnik, Modebranche oder sogar die Nahrungsmittelindustrie setzen verstärkt auf das sogenannte „Additive Manufacturing“. Und die Produktpalette wird fortwährend erweitert. Immer mehr innovative und druckfähige Materialien halten Einzug in die Branche.

 

Welche 3D-Druck Aktien sind nun wieder einen Blick wert.

Am Anfang des 3D-Booms zählten Stratasys und 3D Systems zu den Branchenführern. Was danach folgte, war zum Fürchten: Gewinnwarnungen, Kurseinbrüche und Herabstufungen durch Analysten. Doch man sollte beide Unternehmen nicht abschreiben. Sie scheinen aktuell wieder zum Leben zu erwachen. Besonders spannend entwickelt sich die Charttechnik.

Der japanische Hersteller Daihatsu, der mit dem Daihatsu Copen Roadster bereits 2012 seine Kunden begeistern konnte, hat sich nun an Stratasys Ltd ISIN Stratasys Ltd (IL0011267213) gewendet, um den Wagen etwas aufzupäppeln und mit 3D-Drucktechnik zu kombinieren. Und heraus kam das Projekt „Effect Skins“. Diese Zusatzkomponente erlaubt es heute jedem Autokäufer etwas an ihrem erworbenen Copen Roadstar zu verändern, um es individueller zu machen. Unter dem übergreifenden Projekt „DRESS-FORMATION“ hat Daihatsu aber noch viel mehr vor: Die Farbe eines Modells mithilfe eines 3D-Druckers zu verändern ist erst der Anfang. Vielmehr sollen auch einzelne Komponenten sowohl im inneren als auch im äußeren Bereich des Autos individualisiert werden können. Auf diese Weise soll kein einziger Daihatsu auf den japanischen Straßen doppelt vorkommen.

Der 3D-Druckerhersteller 3D Systems ISIN 3-D Systems Corp (Delaware) (US88554D2053) geht in Sachen Vertrieb in die Offensive und kooperiert künftig mit der Douglas Stewart EDU. Der britische Bildungsspezialist wird künftig das 3D System-Produktportfolio und entsprechende Tools an Bildungseinrichtungen in England und in Europa verkaufen. Douglas Stewart EDU gilt als einer der führenden Vermarkter von Technologien im weltweiten Bildungsmarkt und wird ab sofort 3D Systems populäre Cube, CubePro 3D Drucker, sowie Sense 3D-Scanner und Touch Stifte als auch CAD-Software über sein Reseller-Netz in Europa und England anbieten.

 

Weitere Unternehmen:

Eine weitere Größe aus der 3D-Druck-Branche ist SLM Solutions ISIN SLM SOLUTIONS GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N. (WKN A11133) (DE000A111338) ein Anbieter metallbasierter additiver Fertigungstechnologien. Der deutsche 3D-Druck-Spezialist entwickelt sich besser als die Konkurrenz, denn im Gegensatz zu seinen Mitstreitern wird der Aktienkurs durch gute Quartalszahlen gestützt. Das Unternehmen hat seinen Umsatz gegenüber den eigenen Erwartungen um 56% auf 33,6 Millionen Euro gesteigert (Vorjahr 21,6 Mio. Euro). Das liegt hauptsächlich am Auftragsvolumen von bisher 62 Maschinen.


 

Der niederländische Aluminium-Verarbeitungsbetrieb Constellium ISIN Constellium (NL0010489522) hat sich an einem Projekt im Flugzeugbau beteiligt. Wissenschaftler der McCormick Northwestern University haben vor Kurzem im Journal of Cleaner Production eine Fallstudie veröffentlicht, welche besagt, dass das Gewicht von Flugzeugen durch die Verwendung von 3D-gedruckten Metall-Bauteilen um bis zu 7% reduziert werden könnte. Dadurch verringert sich nicht nur der Kerosinverbrauch, sondern auch der Materialaufwand zur Herstellung der Teile. Um diesen Vorteil zu nutzen wurde schon im letzten Jahr das FAST-Project ins Leben gerufen. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt, Constellium wird dabei das Material zur Verfügung stellen, STELIA Aerospace leitet Design und Produktion und CT INGENIERIE arbeitet an der Designoptimierung, konzentriert sich auf die Topologieoptimierung von Flugzeugstrukturkomponenten in Kombination mit additiven Fertigungsverfahren. Durch optimiertes Design und neue Technologien sollen große Strukturbauteile effizienter, innovativer und kostengünstiger hergestellt werden. Es gilt das enorme Potenzial, das in der additiven Fertigung von großen Bauteilen für den Flugzeugrumpf liegt, freizulegen.

 


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