Analyse Aktien 3D-Druck

3D-Druck: Einzelne Wettbewerber liefern gute Zahlen!

Ein Beitrag von tzimmer 10 14.05 - 12:48

Seit dem Ende der Euphorie um den 3D-Druck im Jahre 2014 hat sich der Markt um die Unternehmen innerhalb der neuen Branche beruhigt. Die Entwicklung der Technologie schritt davon ungeachtet jedoch fort und einzelne Unternehmen haben sich mittlerweile in diesem Segment etabliert. Ein Blick auf zwei Wettbewerber beleuchtet deren aktuelle Situation sowie ihre Positionierung für die Zukunft.
 
Proto Labs Inc
 
 
Align Technology Rg
 

Seit dem Ende der 3D-Druck-Euphorie verschwand diese Industrie wieder zunehmend aus dem öffentlichen Fokus. Die Entwicklung der Technologie lief davon ungeachtet weiter und in diversen Fertigungsbereichen ist der 3D-Druck mittlerweile eine etablierte Größe, beispielsweise in der Luft- und Raumfahrtindustrie oder der Medizintechnik. Derzeit ist dieser Einsatz noch hauptsächlich auf die Produktion von Kleinserien oder Prototypen begrenzt, vielversprechend ist für die Zukunft jedoch der Einsatz des 3D-Drucks in der Serienproduktion von Produkten oder Komponenten. Von diesem Szenario gehen auch die Autoren einer kürzlich veröffentlichten PwC-Studie aus, welche für das Jahr 2030 einen globalen Gesamtmarkt in Höhe von 22,5 Milliarden Euro prognostizieren. 2015 lag der weltweite Umsatz noch bei lediglich knapp 2 Milliarden Euro. Insbesondere in Bezug auf die Metallverarbeitung besitzt der 3D-Druck Potenziale für Fertigungsunternehmen. So erleichtert die neue Verfahrensweise in diesem Zusammenhang die Produktion komplizierterer Konstrukte und kann des Weiteren die Fehlerquote vieler Fertigungsprozesse senken. Darüber hinaus kann der 3D-Druck auch Aufwands- und Materialkosten reduzieren. In den vergangenen 12 Monaten mehrten sich zudem Berichte über Forschungsgruppen und Unternehmen, welche Verfahren entwickelt haben, um gleichzeitig mit verschiedenen Materialien zu drucken. Vor wenigen Jahren galt dies noch als einer der wesentlichen limitierenden Faktoren des 3D-Drucks. Diese Weiterentwicklungen könnten das Wachstumspotenzial der jungen Branche noch weiter steigern, da sich der Anwendungsbereich der Additiven Fertigung hierdurch auf eine Reihe weiterer Branchen und Produktgruppen weiter ausdehnen würde. Durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre hat sich der zwischenzeitlich stark abgekühlte Markt für Aktien im 3D-Druck wieder erholt. Einige Unternehmen der konsolidierten Branche könnten für Anleger durchaus interessant sein.

Proto Labs Inc (US7437131094)

Als solches Unternehmen kommt beispielsweise die amerikanische Gesellschaft Proto Labs in Frage. Das 1999 gegründete Unternehmen fokussiert sich nicht ausschließlich auf den 3D-Druck, auch eine Reihe weiterer Fertigungsmethoden, zum Beispiel das CNC-Fräsen, gehören zum Leistungsportfolio des Unternehmens. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte man hiermit Umsätze in Höhe von knapp 345 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Auch im ersten Quartal 2018 konnte Proto Labs seinen Wachstumskurs aufrechterhalten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte der Umsatz um mehr als 34 Prozent auf 107,7 Millionen US-Dollar gesteigert werden. Auch bedingt durch einen Anstieg der Projektanfragen um 22 Prozent konnte das Quartal mit einem Nettogewinn von 18,1 Millionen US-Dollar abgeschlossen werden. Maßgeblich positiv beeinflusst wurden diese Zahlen durch die Übernahme des auf CNC-Verarbeitung spezialisierten Unternehmens Rapid Ende des vergangenen Jahres. Neben dem Ausbau des CNC-Geschäfts gibt es aber auch in Bezug auf das 3D-Druck-Segment positive Entwicklungen zu vermelden. Im Geschäftsjahr 2017 stiegen die Umsätze dieser Sparte um rund 22 Prozent an. Durch Umstrukturierungen im Europa-Geschäft soll die Profitabilität der europäischen Einrichtungen künftig gesteigert werden, bisher lag diese im Vergleich zu den Zahlen der amerikanischen Niederlassungen zurück. Zu diesem Zweck wurde der Produktionsstandort in Finnland geschlossen und die deutsche Niederlassung durch Investitionen in Höhe von 4 Millionen Euro modernisiert. Zukünftig soll der skandinavische Markt aus der deutschen Produktion bedient werden. In Europa setzte Proto Labs in den vergangenen Jahren auf Wachstum. Seit 2015 konnte die Belegschaft jährlich um circa 20 Prozent erhöht werden. Sollten sich die Restrukturierungsmaßnahmen als Erfolg herausstellen und der Wachstumskurs weiterhin beibehalten werden, so könnte sich Proto Labs auch auf dem wichtigen europäischen Markt dauerhaft im 3D-Druck etablieren. Dies sowie die Diversifizierung über verschiedene Fertigungsmethoden, zu denen des Weiteren auch Spritzgussverfahren zählen, könnten für das Unternehmen zukünftig sehr wertvoll sein, da Proto Labs hierdurch hinsichtlich neuer Trends flexibler und breiter aufgestellt ist, wodurch sich auch Nachfrageschwankungen in einzelnen Segment besser ausgleichen lassen könnten.

Align Technology Rg (US0162551016)

Auch im Falle von Align Technology handelt es sich um ein amerikanisches Unternehmen. Im Gegensatz zu Proto Labs besitzt Align Technology jedoch eine stärkere Fokussierung der Geschäftstätigkeit auf den 3D-Druck. Im Speziellen handelt es sich hierbei um die Produktion von 3D-Scannern sowie Schienensystemen, welche in der Kieferorthopädie zum Einsatz kommen. Hinsichtlich der Kieferorthopädie deckt Align Technology den kompletten Entstehungsprozess der Schienen ab. Die Vermessung des Kiefers wird mit Hilfe der Scanner durchgeführt, welcher anschließend die Maße für den 3D-Druck generiert. Hinsichtlich der Produktion der Schienen stellt der 3D-Druck für das Unternehmen einen Quantensprung dar. Der Vertrieb der Produkte erfolgt über ein Netzwerk von teilnehmenden Kieferorthopäden. Noch zu Beginn dieses Jahrzehnts war man zwar mit Kieferschienen, welche unter dem Namen „Invisalign“ bekannt sind, am Markt vertreten, konnte jedoch nur einen kleinen Teil der Patienten aufgrund von Passungsproblemen abdecken. Durch den 3D-Druck hat sich die Passgenauigkeit der Systeme bedeutend erhöht. Laut eigenen Angaben schätzt das Unternehmen, dass man von den jährlich etwa 10 Millionen auftretenden Diagnosen derzeit 6 Millionen mit passgenauen Lösungen versorgen könnte. Der Umstand, dass die tatsächliche Auslastung momentan nur bei rund 9 Prozent liegt, zeigt, dass auch zukünftig noch Wachstumspotenziale bestehen könnten. Das Wachstum der jüngeren Vergangenheit konnte auch im ersten Quartal des laufenden Jahres beibehalten werden. Im Vergleich zu 2017 erhöhte sich der Umsatz um mehr als 40 Prozent, während der Gewinn um etwa 38 Prozent anstieg. In der Gruppe der Teenager betrug der Marktanteil nur 4,5 Prozent, hier könnte für Align Technology künftig noch Wachstumspotenzial vorhanden sein. Derzeit produziert das Unternehmen etwa 220.000 Schienen am Tag und ist in dieser Hinsicht vielen Konkurrenten im operativen Geschäft voraus. Dieser Know-How-Vorteil könnte für Align Technology in Zukunft an Bedeutung gewinnen, da kürzlich einige der Patente des Unternehmens ausgelaufen sind. Auch Patentrechtsstreitigkeiten mit den Wettbewerbern wie „3Shape“ oder „Clear Correct“ sollten interessierte Anleger im Auge behalten. Grundsätzlich könnte man die aktuelle Marktpositionierung von Align Technology jedoch als solide charakterisieren, zudem sind weitere Wachstumspotenziale gegeben, beispielsweise auch durch den Eintritt in das Segment für Kinderschienen.


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