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Neues Medikament gegen Colitis ulcerosa auf dem europäischen

Ein Beitrag von Squid 39 13.04.2015

Die privat geführte Ferring Gruppe hat die Einführung von Cortiment MMX (Budesonid) auf dem europäischen Markt bekannt gegeben. Bei dem Medikament handelt es sich um das erste und bisher einzige zugelassene orale Budesonid mit kontrollierter Wirkstofffreisetzung für Patienten mit leichter bis moderater aktiver Colitis ulcerosa.
 
VALEANT PHARMA. INT. INC. REG...
 

Colitis ulcerosa ist eine chronische rezidivierende-remittierende Erkrankung, bei der bisher keine Heilung möglich ist. Die Entzündung kann die normale Funktion des Dickdarms behindern und verursacht in vielen Fällen Krämpfe, Blähungen, Durchfall, Blutungen, Müdigkeit, Gewichtsverlust und häufigen Stuhlgang, der die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Schätzungen zufolge leiden 1,5 Millionen Menschen in der Europäischen Union und 2,1 Millionen in Gesamteuropa an Colitis ulcerosa.

Ein Sprecher der European Federation of Crohn's and Ulcerative Colitis Associations (EFCCA) erklärte: „Colitis ulcerosa ist eine schwer zu behandelnde Erkrankung, vor allem während eines Schubs, der jeden Tag von vielen unangenehmen Symptomen begleitet wird. Zudem kommt es zu erheblichen emotionalen, sozialen und wirtschaftlichen Beeinträchtigungen. Jede neue Behandlung, die bei geringeren Nebenwirkungen eine Remission einleiten kann, wird von Colitis ulcerosa-Patienten in ganz Europa und darüber hinaus begrüßt werden.“ Etwa 200 von 100.000 Einwohnern leiden an einer Colitis ulcerosa, wobei es drei bis sieben Neuerkrankungen pro Jahr unter 100.000 Einwohnern gibt. Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen. Das typische Erkrankungsalter liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Nachdem die Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) in Nordamerika und Europa über Jahrzehnte gestiegen ist, beginnt sie dort zu stagnieren. In Asien, Afrika und Südamerika, wo die Erkrankung früher selten war, ist allerdings ein deutlicher Anstieg der Neuerkrankungen zu bemerken.

Mithilfe einer angemessenen Therapie können Patienten jedoch ihre Symptome lindern. Gleichwohl sprechen 30 Prozent der Patienten mit leichter oder mittelschwerer Colitis ulcerosa nicht ausreichend auf Medikamente mit dem Wirkstoff Aminosalicylat (5-ASA) an und benötigen eine andere oder ergänzende Behandlungsoption. Patienten, die gegenüber Medikamenten mit 5-ASA refraktär (unempfindlich) sind, erhalten in der Regel eine Behandlung mit systemisch absorbiertem Kortikosteroid, deren Erfolg jedoch durch erhebliche Nebenwirkungen gemindert sein kann. Bei mittelschweren bis schweren Fällen von Colitis ulcerosa können immunsuppressive oder biologische Medikamente verschrieben werden. Wenn die Erkrankung nicht auf eine pharmazeutische Therapie anspricht und die Symptome schwerwiegend sind, wird ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen.

CORTIMENT MMX enthält Budesonid und ist ein lokal agierendes Glukokortikoid in einer neuen patentierten, oralen Tablettenformulierung, die auf der MMX Multimatrix-Technologie aufbaut und so konzipiert ist, dass Budesonid kontrolliert freigesetzt und im gesamten Dickdarm verteilt wird. Budesonid weist hauptsächlich topische (lokale) entzündungshemmende Eigenschaften und dank des hohen First-Pass-Effektes eine niedrige systemische Bioverfügbarkeit auf.

Anmerkung: Die Bioverfügbarkeit ist eine pharmakologische Messgröße für den Anteil eines Wirkstoffes, der unverändert im systemischen Kreislauf (speziell im Blutkreislauf) zur Verfügung steht. Sie gibt an, wie schnell und in welchem Umfang der Stoff (meistens Arzneistoff) aufgenommen (resorbiert) wird und am Wirkort zur Verfügung steht.

CORTIMENT MMX wurde von Cosmo Pharmaceuticals S.A. entwickelt. Die Ferring Gruppe ist der Lizenznehmer in der EU und in Asien (ohne Japan), Australien, Kanada, Lateinamerika und Afrika.

Die Cosmo Pharmaceuticals S.A. ISIN LU1202320294 ist ein Pharmaunternehmen das an den Börsen SIX SX, Frankfurt, Chi-X und BTE gehandelt wird. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen für Therapien bei bestimmten Magen- und Darmerkrankungen auf der Grundlage ihrer Multi Matrix MMX ®-Technologie. Dabei ist die Kernkompetenz die Behandlungen von entzündlichen Darmerkrankungen (IBD), wie zum Beispiel Colitis ulcerosa und die Morbus-Crohn-Krankheit (eine chronisch-granulomatöse Entzündung, die im gesamten Magen-Darm-Trakt auftritt) sowie Dickdarminfektionen. Weitere Arzneimittel befinden sich in klinischen Phasen. Darüber hinaus ist Cosmo Pharmaceuticals S.A. in der Herstellung von pharmazeutischen Produkten für Dritte und die Erbringung damit zusammenhängender Dienstleistungen tätig.


In den USA, wo das Produkt unter dem Handelsnamen UCERIS erhältlich ist, ist der Lizenznehmer Salix Pharmaceuticals, Inc. SALIX PHARMACEUTICALS (US7954351067). Salix Pharmaceutical  ist eins der führenden US-Spezialpharma-Unternehmen für Lizenzen, die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte für das Gesundheitswesen, um Magen-Darm-Erkrankungen bei Patienten zu behandeln.





Im Milliarden-Übernahme-Rennen um den US-Arzneimittelhersteller Salix Pharmaceuticals ist der kanadische Konzern Valeant Pharmaceuticals VALEANT PHARMA. INT. INC. REGISTERED SHARES O.N. (WKN A1C6JH) (CA91911K1021) am Ziel angelangt. Das Salix-Management stimmte einer aufgestockten Offerte von Valeant zu, wie beide Unternehmen Mitte März mitteilten. Daraufhin zog der irische Bieterrivale Endo International sein Angebot zurück. Der US-Gesundheitsspezialisten Endo hatte der ein Übernahmeangebot von 175 Dollar je Anteilschein vorgelegt. Allerdings sollten die Aktionäre hier nur ein Viertel in bar erhalten, für den Rest würden Endo-Aktien ins Depot gebucht.  Valeant und Salix hatten Ende Februar eine Übernahme bereits fest vereinbart. Basis war Valeants Offerte über 158 Dollar je Salix-Aktie. Dann trat Endo auf den Plan mit einer Offerte über 175 Dollar. Damit hätte der Deal ein Volumen von elf Milliarden Dollar gehabt. Nun bietet Valeant 173 Dollar je Anteilsschein und die Übernahme erfolgte zum 1. April.

 

Der Hauptsitz der FERRING-Gruppe ist in der Schweiz angesiedelt. Produktionsstätten befinden sich in Argentinien, China, Dänemark, Deutschland, Indien, Israel, Mexiko, Schottland, der Tschechischen Republik, Schweiz und den USA. In China, Israel, Dänemark, Indien und den USA unterhält FERRING zusätzlich noch eigene Forschungszentren.



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