Analyse Aktien Big Data

Big Data: Können Anleger vom Wachstum profitieren?

Ein Beitrag von tzimmer 14 05.01 - 12:14

Die immer schneller ansteigenden Datenmengen und deren, durch technologische Innovationen, zunehmend bessere Verwertbarkeit haben im Bereich der Business Intelligence in den vergangenen Jahren für starke Zuwachsraten gesorgt. Neben etablierten Unternehmen bringt „Big Data“ auch eine Vielzahl neuer Unternehmen hervor. Aus beiden Gruppen gibt es für Anleger interessante Werte. Lohnen Investments in Intel und in das noch junge Unternehmen Splunk?
 
Splunk Inc
 
 
Intel Corp
 

Der rasante Anstieg der weltweit tagtäglich produzierten Menge an Daten prägt seit einigen Jahren den Begriff „Big Data“ in der öffentlichen Wahrnehmung. Vernetzte elektronische Geräte, Audio- oder Videoaufnahmen, Innovationen des „Internet of Things“ und nicht zuletzt die Nutzung von sozialen Medien erzeugen Datenmengen von enormen Umfang. Es entstand zeitweilig ein regelrechter Hype um das Potenzial dieses neuen Themenfeldes. Die Zahl der Marktteilnehmer steigt dabei weiterhin an und lässt sich grob in die Dienstleistungen Datenanalyse, Datenspeicherung, Datensicherheit und Cloud-Computing unterteilen. Da eine effektivere Auswertung und Nutzung eigenproduzierter sowie erworbener Daten für Unternehmen in fast allen Wirtschaftssegmenten einen wichtigen Wettbewerbsvorteil darstellen kann, schätzen viele Studien die potentielle globale Marktgröße für Dienstleistungen im Big Data-Bereich auf beachtliche Summen. Das Marktforschungs- und Consultingunternehmen IDC schätzt den 2016 etwa 130 Milliarden US-Dollar umfassenden Markt für Big Data und Business Analytics für das Jahr 2020 auf ein globales Volumen von circa 203 Milliarden US-Dollar. Dies entspräche einer jährlichen Wachstumsrate in Höhe von 11,7 Prozent. Längst haben auch etablierte Unternehmen wie Microsoft, IBM, Google, Amazon oder Facebook den Wert von Daten im 21. Jahrhundert erkannt. Für Anleger könnte sich der Blick auf eine weitere etablierte Größe im Technologiebereich lohnen. Intel hat das Themenfeld Big Data ebenfalls in seine Unternehmenstätigkeit aufgenommen und möchte sich hierdurch stärker in den eigenen Geschäftsfeldern diversifizieren. Während die hardwareintensiven Felder der Datensammlung und -speicherung überwiegend von bereits vorher etablierten Unternehmen dominiert werden, haben sich insbesondere im Segment der Datenanalyse auch teils sehr junge Unternehmen im Markt etablieren können. In diesem Zusammenhang hat sich die Splunk Corporation in der jüngeren Vergangenheit hervorgetan.

 

Intel Corp (US4581401001)

Der amerikanische Chiphersteller Intel hat sich zusätzlich zum Verkauf der Hardware-Komponenten für PCs auch auf die immer weiter steigende Zahl von cloudbasierten Datenbanksystemen fokussiert. Bereits früh ging Intel Kooperationen mit Softwareunternehmen wie SAS oder SAP ein. Die eigene Prozessorreihe namens „Xeon“ ist hierbei für die Anforderungen und Konfigurationen der Big Data-Anwendungen optimiert. Während der Vertrieb von Hardware-Komponenten also weiterhin einen wichtigen Aspekt in Intel´s Marktstrategie ausmacht, profitiert das Unternehmen zunehmend vor allem von cloudbasierte Services. Intel dominiert nach wie vor den Markt für Chips im Bereich der Computer Server, laut IDC beträgt der Marktanteil Intels hier 99 Prozent. Auch von der Entwicklung des „Internet of Things“ dürfte der amerikanische Konzern profitieren dürfen. Die zur Generierung und Sammlung der Daten verknüpften Geräte werden aufgrund der Marktmacht oft mit Intel-Chips versehen sein. Der Fokus liegt bereits seit längerer Zeit nicht mehr auf dem seit Jahren stagnierenden PC-Geschäft. Hierauf deuten auch Geschäftszahlen aus dem vergangenen Jahr hin, die Entwicklungen waren insbesondere im zweiten Quartal ausgeprägt. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2015 konnte Intel die Umsätze aus dem Bereich Internet of Things um 26 Prozent auf 720 Millionen US-Dollar steigern. Insgesamt betrug der Anteil der in Verbindung mit Big Data stehenden Umsätze etwa 40 Prozent des Konzernumsatzes. Gefährlich werden für die Marktstellung könnte allerdings das Themenfeld Deep Learning, welches unter anderem die Anwendungen der optischen Mustererkennung oder der Stimmerkennung umfasst. Für diese Zwecke werden vor allem auch leistungsstarke Grafikprozessoren benötigt. Auf diesem Markt ist Intel nicht stark vertreten, interessierte Anleger sollten die Entwicklung des Deep Learning im Zusammenhang mit Big Data-Anwendungen also im Auge behalten, da sie die Marktverhältnisse mittel- bis langfristig entscheidend beeinflussen könnten.

 

Splunk Inc (US8486371045)

Als „Pure Play“ könnte sich für Anleger ein Blick auf die amerikanische Splunk Corporation lohnen. Im Gegensatz zu Intel handelt es sich hier um einen reinen Software-Entwickler im Zusammenhang mit Big Data. Neben dem amerikanischen Heimatmarkt ist Splunk auch in Europa, dem Mittleren Osten, Asien, Afrika sowie Australien tätig. Das Unternehmen wurde erst 2003 gegründet, besaß im Jahr 2016 jedoch bereits etwa 2.800 Mitarbeiter und generierte einen Jahresumsatz in Höhe von rund 950 Millionen US-Dollar. Die Zahl der Kunden stieg dabei im Laufe des vergangenen Jahres weiter auf 13.000. Von den amerikanischen Fortune 100 Firmen zählt Splunk 85 zum eigenen Kundenkreis. Die Softwarelösungen des Unternehmens, die ebenfalls den Namen „Splunk“ tragen, eignen sich über ein webbasiertes Interface zum Suchen, Überwachen und Analysieren großer, maschinenerzeugter Datenmengen. Die Ergebnisse lassen sich über verschiedene Grafiken, SQL-Reports oder Warnhinweise darstellen und bieten Anwendern und Administratoren somit die Möglichkeit, Störungen zu erkennen und zu untersuchen. Zuletzt konnte Splunk abermals mit guten Geschäftszahlen aufwarten. Im dritten Quartal 2017 konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent auf knapp 329 Millionen US-Dollar gesteigert werden. Darüber hinaus konnte man die Akquise von etwa 500 neuen Kunden bekannt geben. Das Unternehmen übertraf bereits das elfte Quartal in Folge die eigenen Zielsetzungen bezüglich des Umsatzwachstums. Anleger sollten den Markt in den nächsten Monaten dennoch aufmerksam beobachten. Der US-Konkurrent Oracle drängt in Splunks Marktfeld hinein und dürfte den Konkurrenzkampf um neue Kunden beleben. Dies könnte dazu führen, dass sich das Wachstum des Unternehmens erstmalig seit längerer Zeit wieder verlangsamen könnte. In diesem Szenario könnte die mittlerweile hohe Erwartungshaltung der Investoren zu Kursrücksetzern führen.


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