Analyse Aktien Blockheizkraftwerk

Aktien Blockheizkraftwerke bieten Kaufgelegenheit

Ein Beitrag von Steffen77 4 26.08.2013

Die Energiewende führt zu einem Umdenken in der deutschen Industrie. Immer mehr Firmen stellen die benötigte Energie in eigenen Kraftwerken selbst her, anstatt sie teuer vom Energieversorger zu beziehen. Der Markt für Kraft-Wärme-Kopplung wächst stark an. Insbesondere die Aktie 2G Energy AG scheint interessant.
 
2G ENERGY AG
 

Laut dem Energiebarometer des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHK) dachte Ende 2012 jedes vierte Unternehmen darüber nach, zukünftig Energie selbst zu produzieren. Jedes zehnte Unternehmen hat bereits eine eigene Energieversorgung aufgebaut.


Was sind die Gründe für dieses Umdenken?


1. Versorgungssicherheit

Viele Betriebe machen sich offenbar Sorgen über die allgemeine Versorgungssicherheit der deutschen Energienetze. Plötzliche Stromausfälle können im Handel oder in der Produktion schnell zu hohen Schäden führen. In 17 Prozent aller Unternehmen gab es 2012 Stromausfälle unter 3 Minuten. Ausfälle über 3 Minuten wurden von 12 Prozent der Unternehmen verzeichnet. 


2. Strompreise

Die immer weiter ansteigenden Strompreise belasten zahlreiche Unternehmen und machen die kostengünstige Eigenproduktion wirtschaftlich. Der Vorteil bei der Eigenproduktion: Bei selbsterzeugter Energie sind keine Abgaben zu entrichten.


3. Förderung 

Im Zuge der Energiewende fördert der Staat die dezentrale Energieversorgung. Ein neues Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 2,2 Megawatt bekommt in den ersten Jahren einen Zuschuss von 2,56 Cent pro Kilowattstunde, sowohl für selbst verbrauchte als auch ins Netz eingespeiste Energie.


4. Wärmenutzung

Zalhreiche Betriebe benötigen nicht nur Strom sondern auch große Mengen an Wärmeenergie. Dies gilt für viele Branchen, wie bspw. die Papierindustrie, in der Nahrungsmittelverarbeitung oder Metallverarbeitung. Hier bringt die Kraft-Wärme-Kopplung große Vorteile zur kostengünstigen Energieversorgung. Durch die gleichzeitige Nutzung von Wärme erreichen derartige Anlagen Wirkungsgrade von über 90 Prozent.


5. Amortisationszeiten

Laut Handelsblatt rechnen Experten meist mit Amortisationszeiten von neuen Blockheizkraftwerken in Unternehmen von nur wenigen Jahren. 


6. Planbare Verfügbarkeit

In der Energiewende werden planbare Energieressourcen wie bei BHKW gegeben zunehmend an Bedeutung gewinnen. So sind BHKW wichtige Bestandteile von intelligent vernetzen Energiesystemen.


Wie funktionieren Blockheizkraftwerke?

BHKW können mit den unterschiedlichsten Brennstoffen beheizt werden. Gas, Biomasse oder bei größeren Anlagen ist auch Kohle denkbar. Die Stromerzeugung erfolgt im BHKW durch die Nutzung von Bewegungsenergie, das bedeutet, durch einen Motor wird ein Generator angetrieben, welcher den Strom erzeugt. Zusätzlich wird die entstehende Abwärme durch Wärmetauscher aufgenommen und kann in einem Heizkreis wieder abgegeben werden.


Welche Aktien sind verfügbar?


Im Bereich Blockheizkraftwerke erscheint mir die Aktie der 2G Energy interessant.

2G ENERGY AG (DE000A0HL8N9)

Die 2G Energy sieht sich selbst als viertgrösster globaler Anbieter von Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Nach eigenen Angaben wurden bisher über 4000 Anlagen in 25 Ländern erfolgreich installiert.

Die 2G Energy AG plant, konstruiert und fertigt die Anlagen, zusätzlich wird Anlagenwartung und Service angeboten.

Seit 2007 an der Börse notiert, stieg die Aktie von 2,60 EUR (2009) auf über 40 EUR in diesem Jahr. Seit Mai hat die Aktie jedoch ca. 25% nachgegeben, und notiert aktuell bei ca. 31 EUR.

2G Energy zeigt dabei enorme Wachstumskraft. Die Erlöse konnten von 2007 von 21 Mio. EUR auf 147 Mio. EUR gesteigert werden, der Gewinn ist sogar noch stärker auf ca. 11 Mio. EUR gestiegen.

Laut CFO Brockhaus plant man in den kommenden 6 Jahren einen Umsatz von rund 300 Mio. EUR bei einer EBIT-Marge von 15 Prozent erreichen zu wollen.

Mit 50% Eigenkapitalquote erscheint das Unternehmen ordentlich aufgestellt.

Aktuell werden bereits ca. 40% der Umsätze im Ausland erzielt.  Insbesondere in USA wächst der Markt stark durch die dort sinkenden Erdgaspreise verursacht durch das in Amerika florierende Fracking. 2G Energy AG betreibt in den USA seit 2012 auch eine eigene Produktion.

Positiv für mich ist zudem, dass der Chef, Christian Grotholt nach wie vor 29,9% der Aktien hält.

Das KGV liegt aktuell bei ca. 12. Dies ist für mich bei der bisherigen Wachstumsraten sehr günstig. Zudem zeigt die Studie der DIHK, dass in den kommenden Jahren mit zahlreichen neuen BHKW in den kommenden Jahren zu rechnen ist.

Der Chart sieht aus meiner Sicht ganz positiv aus. Im Moment scheint man nach dem Kursrückgang von ca. 25 Prozent die Aktie günstig erwerben zu können.


Risiken

Problematisch für die 2G Energy wäre es, wenn es neuartige kostengünstige Möglichkeiten zur Stromspeicherung geben würde. Ein Ansteigen der Gaspreise bei gleichzeitig weniger stark steigenden Strompreisen, würde die Wirtschaftlichkeit der BHKW negativ beeinflussen.

Die 2G Energy macht noch immer einen hohen Anteil mit Biomassekraftwerken. Hier könnte es auch ein größeres Risiko bei sich verändernder Subventionierung geben. Auf der Website der 2G Energy AG erkennt man auch, dass man über den wachsenden Anteil an erdgdgasbasierten BHKW erfreut ist.

Den Kursrückgang von 25 Prozent in der Aktie kann ich mir leider nicht erklären. Ich konnte keine negativen Nachrichten aus den letzten Monaten finden. Ich hoffe nicht, dass hier ein Insider mehr weiss und seine Aktien abgibt. Ich selbst habe mir die Aktie in den letzten Tagen ins Depot gelegt. Man sollte aber unbedingt limitieren, da der Markt sehr eng ist. 

Bei schlechten Nachrichten könnte es bei dem engen Markt auch schwer werden, Käufer zu finden. Insgesamt überzeugt mich aber die niedrige Bewertung und die positiven Marktaussichten. Ich bin hoffe die Abwärtsbewegung findet jetzt bei ca. 30 EUR ihren Boden.


Neben der 2g Energy AG existiert auch noch die AGO AG.

DE000A1TNL44 

Die AGO AG existiert seit 1980 und fokussiert sich ebenfalls auf den Bau von Blockheizkraftwerken. Die Aktie ist in den vergangenen Monaten stark gefallen, und im Moment scheint sich die Durchführung einer Kapitalerhöhung zu verzögern. 42 % sind im Streubesitz und 58 % gehören einer "Perseus SEVA L.L.C."

Die Umsätze in der AGO AG scheinen rückläufig zu sein. So wurden 2011 65 Mio EUR, 2012 48,7 Mio EUR, und im ersten Halbjahr 2013 nach vorläufigen Zahlen nur  20,6 Mio EUR erzielt.

Gegenüber der 2G Energy scheint mir die AGO AG deutlich schwerer einzuschätzen, dass die geplante Kapitalerhöhung verschoben werden musste, klingt nicht gerade positiv. Zudem scheint der Umsatzrückgang noch nicht gestoppt zu sein. Ich kann sie daher nicht zum Kauf empfehlen. 


DruckversionArtikel melden

3 Kommentare Kommentar verfassen

ListeBaum
x