Analyse Aktien Brennstoffzelle

Brennstoffzellenautos haben derzeit keinen guten Chancen

Ein Beitrag von Oli41Gel 31 23.01.2014

Viele Automobilkonzerne sind bereits seit Jahren damit beschäftigt, alternative Antriebe zu entwickeln, die nicht auf Benzin oder Diesel basieren. Neben den Elektroautos und dem Hybridantrieb galten bis vor kurzer Zeit vor allen Dingen Brennstoffzellenautos als Hoffnungsträger. Allerdings ist es nach jetzigem Stand sehr unwahrscheinlich, dass der Durchbruch dieser Antriebsart in absehbarer Zukunft erfolgen könnte.
 
Nissan Jidosha KK
 
 
Hyundai Motor Co Ltd
 
 
Bayerische Motoren Werke AG
 
 
Daimler AG
 

Insbesondere die Ungewissheit beim Platinpreis sowie der derzeit relativ hohe Preis des Edelmetalls sind es nach Meinung vieler Experten, die den benötigten Anstoß im Bereich der Brennstoffzellenautos und deren Herstellung verhindern. Platin ist jedoch in diesen Autos unverzichtbar, denn das Edelmetall wird als Katalysator eingesetzt. Notwendig ist dies, weil für den Ablauf der benötigten chemischen Reaktionen sogenannte Membran-Elektroden-Einheiten (MEA) benötigt werden, die wiederum Platin als Katalysator voraussetzen. Selbst unter der Voraussetzung, dass in der Zukunft beispielsweise pro Jahr 250.000 Brennstoffzellen Autos produziert würden, würde die Produktion einer solchen MEA noch immer etwa 2.500 Euro pro Fahrzeug kosten.


Es gibt bereits einige Automobilhersteller, die sich zwar mit der Entwicklung von Brennstoffzellenautos, die mit Wasserstoff angetrieben werden sollen, beschäftigen, jedoch haben viele dieser Hersteller die entsprechenden Projekte inzwischen in die Zukunft verschoben. Im Rahmen des „Projektes h“ arbeitet beispielsweise der Münchner Automobilhersteller BMW an der Entwicklung eines Fahrzeuges, welches mit Wasserstoff angetrieben werden und letztendlich die Serienreife erlangen soll. Das Projekt wird zusammen mit dem japanischen Partner Toyota gestaltet, beinhaltet jedoch enorme Forschungskosten. Allerdings glaubt gerade Toyota daran, dass sich diese Technologie bis zur Serienreife durchsetzen wird, und möchte in 2015 sogar das erste Modell dieser Art am Markt präsentieren. Sicherlich auch aus dem Grund kooperiert der direkte Konkurrent aus Stuttgart, Daimler, gleich mit zwei Partnern, nämlich mit Ford und Nissan. Ganz vorne mit dabei sind auch zwei japanische Automobilkonzerne, nämlich Toyota und Hyundai, die bereits im nächsten Jahr angeblich serienreife Brennstoffzellenautos präsentieren wollen.


Aktuelle Studien belegen allerdings, dass die Entscheidung der deutschen Automobilhersteller, das Projekt Wasserstoffauto hinauszuzögern, sicherlich keine schlechte Vorgehensweise ist. Zahlreiche Experten sind der Meinung, dass es sich in den kommenden zehn Jahren bei den Brennstoffzellenautos im besten Fall um Fahrzeuge handelt, die eine Nische abdecken können. Nicht nur die hohen Kosten sind aber das Problem, sondern darüber hinaus gibt es zahlreiche technische Hürden, die zunächst einmal überwunden werden müssen, damit die neue Antriebstechnologie in ein serienreifes Fahrzeug implementiert werden kann. Die derzeit kalkulierten Kosten in Höhe von mehr als 40.000 Euro (pro Fahrzeug) für die entsprechenden Brennstoffsysteme sind einfach noch deutlich zu hoch. Wer dennoch darauf setzen möchte, dass sich die Technologie in der Zukunft durchsetzen wird, der sollte sich vor allem solche Automobilhersteller entscheiden, die schon seit geraumer Zeit zumindest mit der Entwicklung der entsprechenden Autos begonnen haben.


Der bayerische Automobilhersteller BMW


Die BMW AG (Bayerische Motoren Werke AG (DE0005190003)) ist bekanntlich ein weltweit tätiger Automobilhersteller aus Deutschland, der seinen Firmensitz in München hat. In erster Linie ist der Hersteller mit seinen Fahrzeugen auf dem Premium-Markt präsent, darüber hinaus werden unter dem Konzerndach aber auch Marken für andere Segmente produziert, wie zum Beispiel der MINI. In Kooperation mit dem japanischen Automobilriesen Toyota ist der Münchner Konzern seit geraumer Zeit auch mit der Entwicklung neuer Antriebstechnologien beschäftigt, zu denen auch Brennstoffzellen gehören. BMW wurde vor knapp 100 Jahren (1916) gegründet und erzielte im Jahre 2012 eine Bilanzsumme von rund 131 Milliarden Euro. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen zwölf Monaten - ähnlich wie die Kurse der meisten DAX-Aktien – ganz ordentlich entwickelt, nämlich von etwa 75 Euro im Januar des vergangenen Jahres auf aktuell rund 86 Euro.


Der ewige Konkurrent Daimler


Die Daimler AG (Daimler AG (DE0007100000)) gilt als ewiger Konkurrent des Münchner Automobilherstellers BMW und hat seinen Hauptsitz bekanntlich in Stuttgart. Auch Daimler operiert weltweit und stellt neben PkWs unter anderem auch Nutzfahrzeuge her. Das Anbieten diverse Finanzdienstleistungen gehört ebenfalls zum Kerngeschäft des Unternehmens, welches insgesamt mehr als 100 unterschiedliche Fahrzeugmodelle produziert. Zum Markenportfolio des Konzerns gehören neben der bekannten Premiummarke Mercedes-Benz unter anderem auch der Smart und Western Star. Daimler ist ebenfalls im Bereich der Entwicklung alternativer Antriebe aktiv und hat sich bezüglich der Entwicklung eines Brennstoffzellen Autos mit zwei ausländischen Partnern zusammengetan. Im direkten Vergleich haben sich die Aktien des Stuttgarter Automobilkonzerns in den vergangenen zwölf Monaten deutlich besser als die des Münchner Konkurrenten entwickelt. Vor rund einem Jahr waren die Aktien noch zu einem Kurs von rund 44 Euro erhältlich, während eine Aktie heute etwa 66 Euro kostet.


Der japanische Hersteller Nissan


Nissan Motor Co. Ltd. (Nissan Jidosha KK (JP3672400003)) ist ein Automobilhersteller aus Japan, der weltweit über Produktionsstätten in mehr als 20 Ländern verfügt. Das Unternehmen stellt nicht nur Autos, sondern darüber hinaus beispielsweise auch Gabelstapler und Schiffsmotoren her. Gegründet wurde der in Yokohama beheimatete Automobilkonzern im Jahre 1933 und die mehr als 180.000 Mitarbeiter erzielten im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Konzernumsatz von umgerechnet etwas mehr als 86 Milliarden Euro. Wer damit rechnet, dass sich die Brennstoffzellenautos in näherer Zukunft doch durchsetzen sollten, für den sind die Aktien des japanischen Herstellers sicherlich sehr interessant, da er in diesem Antriebsbereich vom Entwicklungsstand her als mit führend gilt. Die Aktien haben sich allerdings in vergangenen zwölf Monaten nicht besonders gut entwickelt, denn der Aktienkurs notiert im 12-Monats-Vergleich im Grunde unverändert. Aktuell notieren die Aktien bei etwa 6,90 Euro.


Hyundai gilt derzeit als führend beim Brennstoffzellenantrieb


Der aus Südkorea stammende Automobilkonzern Hyundai Motor Co. Ltd.( Hyundai Motor Co Ltd (USY384721251)) wurde 1967 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Seoul. Seit über zehn Jahren ist der Hersteller mit seinen Angeboten auch am europäischen Markt aktiv und konnte im Jahre 2011 ein Umsatz von rund 52 Milliarden Euro erwirtschaften. Neben Autos werden unter anderem auch Lastkraftwagen und Busse hergestellt. Die Fahrzeuge dieser Marke gelten als zuverlässig und darüber hinaus ist der Hersteller dafür bekannt, auch im Bereich der Entwicklung moderner Antriebe aktiv zu sein. Was die Herstellung von Brennstoffzellen Autos angeht, so wird Hyundai derzeit von diversen Experten als weltweit führend angesehen. Der Aktienkurs des südkoreanischen Herstellers hat sich in den vergangenen zwölf Monaten glänzend entwickelt. Im Januar des vergangenen Jahres notierten die Aktien noch bei umgerechnet 24 Euro, während die Kurse sich aktuell bei rund 40 Euro bewegen.


Toyota will 2015 erstes Brennstoffzellenauto präsentieren


Bei der Toyota Motor Corp. (JP3633400001), kurz Toyota, handelt es sich nicht nur um den größten japanischen Automobilhersteller, sonder auch international nimmt der Konzern einen der führenden Ränge ein. Dabei ist die Produktpalette sehr groß und reich von Vans über Sportwagen bis hin zum „normalen“ Auto. Sehr aktiv ist Toyota auch bei der Entwicklung eines Brennstoffzellenautos und als einer der wenigen Hersteller scheint das japanische Unternehmen wirklich davon überzeugt zu sein, dass es die Brennstoffzellenfahrzeuge zur Serienreife schaffen. Im kommenden Jahr (2015) soll in Kalifornien daher auch mit dem FCV das erste Brennstoffzellenauto auf den Markt kommen. Die Aktien des Herstellers könnten daher besonders interessant sein und haben sich in den letzten zwölf Monaten bereits gut entwickelt, nämlich von rund 35,80 Euro Mitte Januar 2013 bis auf aktuell knapp 45 Euro.


DruckversionArtikel melden

1 Kommentare Kommentar verfassen

ListeBaum
x