Analyse Aktien Carsharing

Carsharing - Das Wachstum ist da, aber lohnt ein Investment?

Ein Beitrag von tzimmer 14 07.10.2015

Die Zahl der Carsharing-Nutzer und die Zulassungszahlen der Carsharing-Fahrzeuge steigen kontinuierlich. Momentan ist es jedoch schwierig, als Anleger an der vollen Dynamik dieses Marktwachstums teilzunehmen.
 
Sixt SE
 
 
Bayerische Motoren Werke AG
 
 
Daimler AG
 
 
Avis Budget Group Inc
 

In Zeiten der fortschreitenden Urbanisierung wandeln sich auch die Wahrnehmung und die Bedeutung des Automobils in unserer Gesellschaft. Das Auto wird immer weniger als Statussymbol angesehen und der Dienstleistungscharakter der automobilen Mobilität gewinnt an Bedeutung. Neben autonom fahrenden Fahrzeugen spielt in dieser Hinsicht auch das „CarSharing“ eine wichtige Rolle. In den vergangenen zehn Jahren konnte diese Branche hohe Wachstumsraten aufweisen und gewinnt zudem vor dem Hintergrund rückgängiger Zulassungszahlen privater PKWs für die Automobilhersteller zunehmend an Bedeutung.  

Auch die Zahlen sprechen hier eine eindeutige Sprache. Der Markt für CarSharing ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. So wuchs laut statistischem Bundesamt die Anzahl der als CarSharing-Fahrzeuge genutzten KFZ von 3.900 im Jahr 2010 auf 15.400 zu Beginn des Jahres 2015. In Nordamerika verlief dieses Wachstum weniger rasant, aber auch hier konnte sich die Zahl der Fahrzeuge in diesem Zeitraum mehr als verdoppeln (von 10.417 auf 24.266 registrierte Fahrzeuge). Die Anzahl der registrierten Nutzer stieg in Deutschland von 158.000 im Jahr 2010 auf 1.040.000 im Jahr 2015. Auch diese Entwicklung verlief in Nordamerika ähnlich. Dort konnte sich die Zahl der Nutzer im selben Zeitraum in etwa verdreifachen (2010: 516.198; 2015: 1.628.509).

Laut einer Schätzung des TÜV Rheinland und der Beratungsgesellschaft BBE Automotive ist bis ins Jahr 2020 mit einer Nutzerzahl in Höhe 2 Millionen Personen alleine in Deutschland zu rechnen.

Es bestehen jedoch weiterhin eine Reihe von Marktwachstumspotentialen:

Gegenüber dem klassischen Vermietungsgeschäft oder dem Besitz eines eigenen Autos bietet das  CarSharing-Konzept eine Reihe von Vorteilen. Zunächst sind die geringeren Kosten dieses Modells anzuführen. Da die meisten Anbieter sehr kurze Abrechnungszeiträume erlauben, überschneidet sich die Mietdauer genau mit der effektiven Nutzungsdauer. In der Autovermietungsbranche ist es dagegen üblich, Leihfahrzeuge auf Tagesbasis abzurechnen. Gegenüber dem privaten Besitz eines Fahrzeugs fallen beim CarSharing zudem keine laufenden Kosten für Versicherung, KFZ-Steuer oder Wartung an. Diese Kosten sind in den Kilometer-Pauschalen der Anbieter bereits umgelegt.

CarSharing entlastet darüber hinaus die städtische Infrastruktur. Die starke Zunahme der PKW-Zulassungszahlen gegen Ende des 20. Jahrhunderts sorgte für einen Parkplatzmangel und eine Überlastung vieler Straßennetze, vor allem in innerstädtischen Bereichen. An dieser Stelle erlaubt CarSharing eine effizientere Ausnutzung von Kapazitäten, eine Entlastung der Verkehrssysteme und einen Beitrag zum Umweltschutz.

Da viele CarSharing-Unternehmen unterschiedliche Fahrzeugmodelle in ihrer Flotte anbieten, kann der Kunde je nach Bedarf eine Fahrzeugauswahl treffen, wodurch er in der Fahrzeugnutzung flexibler wird. Durch den privaten Besitz eines Fahrzeugs ist der Kunde zumeist auf diesen Fahrzeugtyp limitiert.

Obwohl ausreichend Wachstumspotential für das Konzept CarSharing gegeben ist und die Nachfrage nach dieser Dienstleistung wohl weiter steigen dürfte, gestaltet sich ein Direktinvestment auf diesem Gebiet, momentan noch schwierig. Kleinere Anbieter sind oftmals als GmbH oder Personengesellschaften eingetragen. In den Bilanzen der großen Marktteilnehmer, wie Sixt Sixt SE (DE0007231326) oder BMW Bayerische Motoren Werke AG (DE0005190003) auf Seiten von DriveNow













und Daimler Daimler AG (DE0007100000) sowie Europcar Europcar Grp (FR0012789949) im Falle von car2go, spielen die Umsätze aus dem CarSharing momentan nur eine äußert geringe Rolle. Selbst im Falle hoher Wachstumsraten des CarSharing in den kommenden Jahren würden eventuelle Kursgewinne bei diesen Unternehmen eher von den positiven Imageeffekten ausgelöst werden.




 Auch die Zipcar Aktien werden seit der Übernahme durch die Avis/Budget Group Avis Budget Group Inc (US0537741052) nicht mehr gehandelt.

Somit gilt es momentan abzuwarten, wie sich der Markt in Zukunft entwickeln wird. Möglicherweise könnten sich die großen Automobilhersteller und Autovermieter in Zukunft dazu entschließen, ihre Joint Ventures auszugliedern und separat an die Börse zu bringen. Zudem könnten regional sehr erfolgreiche, kleinere Unternehmen Expansionen anstreben und den Börsengang wagen.

 





Offenlegung gemäß §34b WpHG: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren oder Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

 

 


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