Analyse Aktien Carsharing

Carsharing – Mobilitätstrend der Zukunft?

Ein Beitrag von Squid 39 05.12.2013

Reservieren, einsteigen und losfahren. Der Bundesverband CarSharing e.V. (BCS) meldete jüngst, das die Zahl der Kurzzeitnutzer alleine in Deutschland jährlich um bis zu 20% steigt. Der BCS prognostiziert außerdem mit einem Anstieg der Benutzer, dieses nun nicht mehr nur unter Ökovorreitern beliebte Modell des Ko-Konsum (kollaborativer Konsum), auf 15 Millionen Menschen europaweit.
 
CAR CHARGING GROUP INC. REG...
 
 
Sixt SE
 
 
Bayerische Motoren Werke AG
 
 
Ford Motor Co
 
 
Daimler AG
 

 Für Autohersteller sind Carsharing-Angebote attraktiv, weil sie ihre Modellpalette bewerben und - eigentlich kontraproduktiv - neue Kunden gewinnen wollen. Gleichzeitig bietet das geteilte Auto eine Möglichkeit, die hauseigenen Elektromodelle in größerer Zahl auf die Straße zu bringen.

Und für den Sharer hat es den Vorteil weiterhin unabhängig zu sein. Er muss sich nicht um das Fahrzeug kümmern, die Abhol- und Abstellstation ist bei einem gut ausgebautem Netz in Ballungsgebieten in der Nähe (keine Parkplatzsuche) und die Kosten reduzieren sich rapide gegenüber einem eigenen Auto. Laut Bundesverband CarSharing e.V. können die Nutzer jährlich bis zu 2.500 € einsparen. Der Automobilclub „Mobil in Deutschland“ hat in seinem Carsharing Atlas 2013 bei einem Vergleich der größten Anbieter in Deutschland eine Ersparnis von 1000 €/Jahr bei einer Laufleistung von 7500 Kilometern/Jahr ermittelt.

 

BMW (ISIN Bayerische Motoren Werke AG (DE0005190003)) gab Ende September bekannt, sein Carsharing-Programm deutlich auszubauen. Sowohl in Deutschland als auch in den USA sei eine Expansion in weitere Städte geplant, berichtet die Branchenzeitung "Automobilwoche". "Wir sind soweit: Wir haben die Technik, die Mannschaft und eine eigene Firma in den USA gegründet", sagte BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer der Zeitung.  Die Firma, mit dem Namen „DriveNow“ wird in Kooperation mit dem Autovermieter Sixt geführt.


Sixt (ISIN Sixt SE (DE0007231326)) sorgt für die Logistik und BMW für die Fahrzeuge. Insgesamt bietet „DriveNow“ eine Flotte von 1700 Fahrzeugen an und kam im April 2013 auf 100.000 Kunden und ist damit drittgrößter Anbieter. Bei der in den USA bisher einzigen Station in San Francisco werden seit Juni 2012 nur E-Autos der Modellreihe BMW activeE angeboten, was aber auf andere Städte in den USA erweitert werden soll.




 

Daimler (ISIN Daimler AG (DE0007100000)) ist schon seit 2011 in den USA mit einem reinen E-Car Sharing Angebot vertreten. In Kooperation mit der Stadt San Diego in Kalifornien läuft das Projekt „Car2Go“ mit dem Smart fortwo electric drive schon so gut, das auch Daimler über eine Erweiterung des Angebotes nachdenkt. Bis 2016 will Daimler mit seiner Carsharing-Tochter Car2go in 40 bis 50 europäischen und 30 nordamerikanischen Städten vertreten sein, sagte Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber.


 

Mit dem Ausbau dieser Carsharing-Modelle geht auch der Auf- und Ausbau von Ladestationen einher. Gerade für den amerikanischen Markt ist hier die Car Charging Group Inc. (ISIN CAR CHARGING GROUP INC. REGISTERED SHARES NEW DL -,001 (WKN A1JRFH) (US14074Y2063)) interessant. Sie hat erst kürzlich die Vermögenswerte der inzwischen Bankrotten Ecotality Inc. übernommen, die vierte von Car Charging in diesem Jahr. Damit verfügt das Unternehmen in den USA über insgesamt  13400 Ladestationen in 35 Bundesstaaten. Der Deal wird dem Unternehmen helfen, " unsere Anstrengungen fortzusetzen, um die Einführung von Elektrofahrzeugen staatenweit weiter zu beschleunigen ", erklärte Chief Executive Officer Michael Farkas. Es geht das Gerücht um, das Tesla sehr interessiert an einer Übernahme oder Beteiligung an CCGI ist. Bei dem momentanen Hype um Tesla E-Cars durchaus zu verstehen. Bisher hinkt Tesla nämlich noch mit dem Ausbau eines eigenen Ladestationen Netzes hinterher.

 

 

Der französische Autobauer Renault (ISIN FR0000131906)prüft seit September neue Kooperationsmöglichkeiten mit seinen Elektro-Fahrzeugen. Wie das Unternehmen mitteilte, wird eine umfassende Zusammenarbeit mit dem ebenfalls französischen Mischkonzern Bolloré (ISIN BOLLORÉ S.A. ACTIONS PORT. EO 0,16 (WKN 875558) (FR0000039299)) in Erwägung gezogen. Bolloré hat in Paris seit 2011 das Carsharing-System „Autolib“ aufgebaut, das als weltweites Vorzeigeprojekt für Elektromobilität gilt. Bis Ende 2013 sollen im Großraum der französischen Hauptstadt 3000 sogenannte Bluecars und 6600 Ladestationen verfügbar sein.



 

Diese Modelle zeigen, dass sich die Vermarktung der Elektroautos nicht mehr nur auf den Privatverbraucher konzentrieren wird. Durch das CarSharing wird gleichzeitig die Alltagstauglichkeit der Modelle geprüft  und die technischen Verbesserungen  gerade in der Batterie-Reichweite immer rasanter voranschreiten. Wer als potentieller CarSharer während seiner Studienzeit oder als Hipper Mensch gute Erfahrungen damit gemacht hat, wird sich in Zukunft bestimmt auch ein E-Car kaufen.


 

Einen anderen Weg geht der Automobilhersteller Ford (Ford Motor Co (US3453708600)). Er hat mit dem Sharing-Angebot „Flinkster“ der DB Rent GmbH eine Kooperation geschlossen. Damit haben Besitzer der Ford-Kundenkarte in Zukunft auch Zugriff auf die Fahrzeuge von „Flinkster“. Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH: "Wir gehen mit "FORD2GO" einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Mobilität. Carsharing muss angesichts immer komplexerer Mobilitätsbedürfnisse und im Sinne eines vollständigen Mobilitätsangebots als interessantes und zukunftsorientiertes Geschäftsfeld berücksichtigt werden. Wir sehen zudem für Privat- und Gewerbekunden ein hohes Wachstumspotential. Mit rund 2.800 Autos in 140 Städten verfügt "Flinkster - Mein Carsharing" über das flächengrößte Carsharing-Netz in Deutschland. Es umfasst 800 Stationen, darunter alle großen ICE-Bahnhöfe. Weitere 2.000 Fahrzeuge können in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden gebucht werden. Rund 215.000 Kunden sind bei Flinkster angemeldet.

 

Über Beiträge, Kommentare und Anregungen zu diesem Thema würde ich mich freuen.

 

 


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