Analyse Aktien Dividendenwerte

Schlechte Aussichten bei den Energieriesen

Ein Beitrag von Oli41Gel 31 02.07.2014

Noch vor einigen Jahren gehörten insbesondere die Aktien der großen Energieversorger, wie zum Beispiel RWE und E.ON, zu denen Titeln, die von vielen Experten solchen Anlegern empfohlen worden, die ertragstark in Aktien investieren wollten. Mittlerweile hat sich das Bild allerdings gewandelt, denn schon seit geraumer Zeit durchwandern die großen Energieversorger, die vornehmlich im Bereich fossiler Energieträger aktiv sind, eine Art Tal der Tränen. Aktuell sind die Aussichten nicht besonders rosig, was unter anderem an den in der jungen Vergangenheit deutlich gefallenen Großhandelsstrompreisen liegt.
 
RWE AG
 
 
ENBW Energie Baden-Wuerttemb...
 
 
Iberdrola SA
 
 
E.ON SE
 

Die Energiekonzerne selbst sind es, die ihre Situation derzeit als sehr problematisch bezeichnen. Es herrscht eine regelrechte Depression bei den großen Energieunternehmen, die im Bereich der Stromgewinnung aus fossilen Energieträgern tätig sind. Damit sind demnach in erster Linie Gesellschaften gemeint, die ihren Strom auf Basis von Atomkraftwerken, Gaskraftwerken sowie Braunkohlekraftwerken produzieren. Für diese Unternehmen stellt die Stromproduktion das Kerngeschäft dar, wo sich die Lage immer weiter zu verschlechtern scheint.


Ein wesentlicher Grund für die schlechten Aussichten bei den Energieriesen sind die Großhandelsstrompreise, die sich seit geraumer Zeit im freien Fall befinden. Lag der Verkaufspreis für ein Megawatt Anfang 2011 noch bei über 55 Euro, so werden aktuell nur noch rund 35 Euro für ein Megabyte produziertem Strom gezahlt. Genau diese 35 Euro sind es, die einige Großkonzerne bereits in der Vergangenheit als Schmerzgrenze für die Rentabilität der Kernkraftwerke genannt haben. Ab und unterhalb dieser 35 Euro können die Kernkraftwerke nach Aussagen der Unternehmen nicht mehr profitabel arbeiten, sodass sich deren Betrieb im Prinzip nicht mehr rechnen würde.


Eine Ursache für die deutlich gesunkenen Großhandelsstrompreise sehen zahlreiche Experten darin, dass die regenerativen Energien wie Solar- und Windenergie deutlich zunehmen. Immer mehr Verbraucher und auch industrielle Abnehmer entscheiden sich für Wind- oder Solarstrom, sodass es natürlich die Energieversorger sehr schwer haben, deren Kerngeschäft in der Produktion von herkömmlichem Strom, der mittels Atom-, Gas- oder Braunkohlekraftwerken hergestellt wird. Während die Gaskraftwerke ohnehin mit Kosten von rund 53 Euro je produziertem Megawatt schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können, ist einzig das Braunkohlekraftwerk mit Kosten von rund 20 Euro je Megawatt aktuell noch profitabel. Aus diesem Grund prüfen einige Energieriesen die Stilllegung weiterer Kraftwerke, von denen bis 2015 definitiv mehr als 25 nicht mehr rentable Werke vom Netz genommen werden sollen. Darüber hinaus wirkt sich die schlechte Lage bereits jetzt durch Stellenabbau aus, der im Kommenden noch weiter ausgebaut werden könnte.


RWE AG


Die RWE AG RWE AG (DE0007037129) fungiert als Holding für die RWE-Gruppe, die im gesamten europäischen Raum zu den führenden Energieversorgern zählt. Dabei ist der Konzern in allen Bereicherungen der Wertschöpfung tätig, was die Energieversorgung betrifft. Ein Geschäftszweig sind sowohl der Bau als auch der Betrieb von Kraftwerken, die mit der Produktion von Strom beschäftigt sind. In Deutschland handelte sich bei RWE um einen der drei Marktführer, die im gesamten Bundesgebiet tätig sind. Die Aktien des Konzerns konnten sich trotz der nicht berauschenden Geschäftslage in den letzten zwölf Monaten hervorragend entwickelt und stiegen von rund 22,50 Euro Ende Juni 2013 auf aktuell über 31,50 Euro an.


E.ON


Auch E.ON E.ON SE (DE000ENAG999) gehört zu den führenden Energieunternehmen in Deutschland sowie im gesamten europäischen Raum. Schon seit geraumer Zeit nutzt der Konzern sowohl regenerative als auch konventionelle Quellen, um Erdgas und Strom zu erzeugen. Darüber hinaus ist E.ON auch im Bereich Strom- und Gashandel sowie beim Ausbau der Netze tätig. Zwar gehört E.ON insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien mittlerweile zu den global führenden Unternehmen, aber dennoch besteht ein großer Teil der Geschäftstätigkeit nach wie vor in der Produktion von Strom, der auf fossilen Energieträgern beruht. Trotz der eher negativen Aussichten im Bereich der fossilen Stromgewinnung konnten sich die Aktien gut entwickeln und stiegen in den vergangen zwölf Monaten um rund 25 Prozent an.


EnBW Energie Baden-Württemberg


Bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG ENBW Energie Baden-Wuerttemberg AG (DE0005220008) handelt sich um ein Energieversorgungsunternehmen aus Deutschland, welches insbesondere in Baden-Württemberg tätig ist, grundsätzlich aber überregional arbeitet. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 1997 und der Sitz befindet sich in Karlsruhe. Auch bei der EnBW handelt sich um die Energieerzeugung, die das Kerngeschäft darstellt. Darüber hinaus ist das Unternehmen ebenfalls in den Bereichen Energietransport, Energieverteilung und Energiehandel tätig. Somit ist auch EnBW in nahezu allen Stufen der Wertschöpfungskette aktiv. Die Aktien des Energieunternehmens konnten sich in den vergangenen zwölf Monaten allerdings nicht gut entwickeln, denn der Kurs fiel von rund 28,50 Euro Ende Juni 2013 auf aktuell etwa sieben 27,50 Euro.


Iberdrola


Nicht nur die deutschen Energieriesen bekommen die erheblich gefallenen Großhandelsstrompreise zu spüren, sondern auch andere europäische Unternehmen sehen sich aktuell einer nicht positiven Situation gegenüber. Dazu zählt insbesondere auch der spanische Energieversorger Iberdrola Iberdrola SA (ES0144580Y14), der in Südeuropa zu den größten Anbietern dieser Art gehört. In Spanien und den umliegenden Ländern ist der Energieversorger für mehr als 15 Millionen Privatkunden tätig. Der Hauptgeschäftsbereich besteht in der Stromversorgung, im Zuge derer Iberdrola nahezu das gesamte spanische Festland abdeckt. Die Aktien des Unternehmens konnten sich sehr gut entwickelt und stiegen von ca. 3,80 Euro vor rund zwölf Monaten auf mittlerweile etwa 5,60 Euro an.




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