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E-Mobilität: Gibt es gute Alternativen zu Tesla?

Ein Beitrag von tzimmer 13 28.01 - 17:07

Die überwiegende Mehrzahl der Schlagzeilen gelten im Bereich der Elektromobilität derzeit Tesla. Dabei hat sich China mittlerweile zum weltgrößten Markt für Elektroautos entwickelt. Dazu wird die Anzahl vollelektrischer Modelle bei der Konkurrenz immer größer. Gibt es neben Tesla weitere vielversprechende Investment-Alternativen?
 
Tesla Motors Inc
 
 
BYD Company Ltd
 
 
Renault SA
 

Tesla Motors Inc (US88160R1014)

Die großen Schlagzeilen gehören im Bereich der Elektroautos seit Jahren Elon Musk und Tesla. Auch in der jüngeren Vergangenheit erregten die Präsentationen des Tesla Roadster sowie des Tesla Trucks große mediale Aufmerksamkeit. Wieder einmal überzeugten die technischen Daten der geplanten Fahrzeuge und durch die Ausweitung der Fahrzeugpalette dürfte Tesla zukünftig eine noch breitere Kundenschicht ansprechen können. Aber auch Kritiker des Unternehmens sahen sich kürzlich bestätigt, als Tesla einräumen musste, die geplanten Produktionszahlen für das Jahr 2017 nicht erreicht zu haben. Nun hat sich anscheinend auch die Konkurrenz vorgenommen, Teslas Marktstellung anzugreifen. Im Rahmen der Detroit Auto Show kündigten mehrere Hersteller umfassende Investitionsprogramme in die Elektromobilität an. Weltweit gesehen beträgt die geplante Gesamtsumme an Investitionen in den kommenden Jahren etwa 90 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen auf die amerikanischen Autoproduzenten circa 19 Milliarden, auf die chinesische Automobilbranche 21 Milliarden und sogar bis zu 52 Milliarden US-Dollar auf die deutschen Hersteller. Während der Markt für Elektroautos weltweit derzeit noch weniger als 1 Prozent aller Fahrzeugverkäufe ausmacht, so soll laut einer Studie der Boston Consulting Group dieser Anteil bis ins Jahr 2030 auf 14 Prozent zulegen, bei insgesamt wachsendem Fahrzeugmarkt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es zurzeit gute Alternativ-Investments zu Tesla gibt. Diese sollten wie Tesla bereits heute über eine Auswahl an vollelektrischen Fahrzeugen verfügen und sich bereits eine gute Marktstellung erarbeitet haben.

BYD Company Ltd (CNE100000296)

China kann momentan als der Leitmarkt für Elektro-Automobile angesehen werden. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres konnten in China laut des „Center of Automotive Management“ knapp 400.000 vollelektrische Autos abgesetzt werden. Somit wurde hier etwa die dreifache Menge im Vergleich zum amerikanischen Markt abgesetzt. Einer der Hauptakteure auf dem chinesischen Markt für Elektromobile ist das Unternehmen BYD, kurz für Build Your Dreams. Gegründet wurde das Unternehmen 1995 in der Stadt Shenzhen, der ursprüngliche Geschäftszweck lag in der Produktion von Handyakkus. Über die Produktion herkömmlich angetriebener PKW entwickelte BYD zunehmend auch hybride Fahrzeugmodelle und produziert mittlerweile auch vollelektrische Automobile. In diesem Bereich hat sich Build your Dreams mittlerweile als Weltmarktführer etabliert. Im Jahr 2016 verkaufte das Unternehmen 100.183 Elektroautos, eine Steigerung um etwa 70 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres setzte man knapp 83.000 Einheiten ab und das obwohl die Subventionen für die Elektroautos zwischenzeitlich zurückgefahren wurden. Für das aktuelle Jahr soll durch eine Internationalisierung des Vertriebs sowie einer Erweiterung der Modellauswahl ein Absatz von 200.000 E-Autos erreicht werden. Als einen der größten Vorteile des Unternehmens könnte man die staatliche Unterstützung sehen. Die chinesische Regierung rief bereits vor mehreren Jahren eine Offensive im Bereich der Elektromobilität aus, da man den Rückstand auf die Importeure hinsichtlich konventioneller Antriebe als zu groß erachtete. Seither werden Elektroautos stark subventioniert und einheimische Produzenten unterstützt. So konnte BYD bereits frühzeitig eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit mehr als 10.000 Mitarbeitern einrichten. Vor allem im Bereich der Akkutechnik hat die chinesische Industrie stark aufgeholt. So soll das neueste Modell des Unternehmens, der BYD e6, eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern besitzen. Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie soll sich hierbei innerhalb einer Stunde wieder zu 80 Prozent und innerhalb von zwei Stunden zu 100 Prozent aufladen lassen. Der in China mittlerweile stark ausgeprägte Markt von Batterieproduzenten könnte hierbei dazu führen, dass die Kosten für die Technologie auf dem chinesischen Zulieferermarkt schneller sinken könnten als auf anderen Märkten. Kombiniert man dies mit der Tatsache, dass BYD direkten Zugang zum größten, staatlich geförderten, Markt für Elektroautomobile besitzt, so könnte man dem Unternehmen für die Zukunft durchaus gute Expansionsmöglichkeiten attestieren.

Renault SA (FR0000131906)

Im Gegensatz zu BYD handelt es sich im Falle von Renault um einen traditionsreichen Automobilproduzenten. Dennoch hat auch Renault bereits frühzeitig in die Entwicklung vollelektrischer Autos investiert und hat derzeit auf dem deutschen Markt die Führung inne. Von den eigenen Modellen wurden im Jahr 2017 in Deutschland etwa 5.000 Einheiten abgesetzt, womit man sich einen Marktanteil in Höhe von 20 Prozent sichern konnte. Insgesamt steigerte Renault den Absatz der E-Autos im Vergleich zum Jahr 2016 um 31 Prozent. Für das laufende Jahr ist nun sogar die Einführung eines vollelektrischen Transporters geplant, welcher für den Einsatz auf Kurzstrecken der Logistik konzipiert sein wird. Während die Fahrzeuge Renaults technologisch mit denen der Konkurrenz von Tesla oder BYD nicht gleichziehen können, bieten sie preislich eine attraktive Alternative und kommen dem Ideal vom „bezahlbaren Elektroauto“ derzeit am nächsten. Um seine Position zu festigen, hat das französische Unternehmen in seinem neuen strategischen Plan in den kommenden fünf Jahren die Markteinführung fünf weiterer rein elektrischer Modelle angekündigt. Hierzu möchte Renault über diesen Zeitraum ein Investitionsvolumen in Höhe von 18 Milliarden Euro bemühen. Als wichtigste Wachstumsmärkte hat man in diesem Zusammenhang vor allem China und Russland auserkoren. Als strategischen Vorteil könnte man die Allianz mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi sehen. Durch Plattformenteilung und gemeinsame Entwicklungsarbeit sollen hier Gelder eingespart werden, welche wiederum in die technologische Weiterentwicklung der Fahrzeuge investiert werden könnten. Nachdem Renault zuletzt in fünf aufeinanderfolgenden Jahren Umsatzrekorde generiert hat, scheint die Unternehmensführung das Momentum nutzen zu wollen, um das Unternehmen zunehmend unabhängiger von der Verbrennungstechnik zu machen. Diese Entscheidung könnte sich auch für die Anleger des Unternehmens mittel- bis langfristig positiv bemerkbar machen.


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