Analyse Aktien Hörgeräte

Langfristige Depotbeimischung: Aktien Hörgeräte

Ein Beitrag von Zapata 2 14.10.2013

Der Markt für Hörgeräte ist überaus spannend. In Deutschland wurden 2012 900.000 Hörgeräte für insgesamt 1,3 Milliarden € verkauft. Dabei kostet ein Hörgerät durchschnittlich 1000 €, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt davon jedoch nur 400 €, den Rest finanziert der Patient. 50 % des globalen Marktes teilen sich nur drei Hersteller auf: Siemens, die schweizer Sonova und das dänische Unternehmen William Demant.
 
Cochlear Limited
 
 
William Demant Holding A/S
 
 
Sonova Holding AG
 

Technische Entwicklung

Die Hörgeräte haben sich in den vergangenen Jahren technisch schnell weiter entwickelt. Direkte Verbindungen zum Handy, oder zum Fernseher sind in den vergangenen Jahren neu dazugekommen.


Marktwachstum

In Deutschland wächst der Markt für Hörgeräte seit Jahren ungefähr im Schnitt um 5 % jährlich. Weltweit schätzt man aktuell ein Wachstum von 2% -4% pro Jahr.


Welche Faktoren treiben den Markt für Hörgeräte

Es ist relativ einfach zu erkennen dass der demographische Wandel in Deutschland aber auch weltweit die Zahl verkaufter Hörgeräte weiter nach oben treiben wird. Schwerhörigkeit tritt insbesondere im Alter auf. Gespannt darf man sein, wenn die Babyboomer, also die Generation Walkman das gehobene Alter erreicht.

In den aufstrebenden Volkswirtschaften gibt es zwei treibende Effekte. Zum einen wachsen die wohlhabenderen Bevölkerungsschichten stark an. Zum anderen haben immer breitere Bevölkerungsschichten Zugang zu Krankenversicherungen und zudem steigen die Leistungen der Krankenversicherungen noch an.

Eine stetige Miniaturisierung der elektronischen Bauteile führt zu einer immer höheren Akzeptanz bei den Patienten.

Hörschäden werden meist durch zu viel Lärm verursacht. Dabei scheinen sich die Menschen in der Freizeit (Musikgenuss, Discos etc.) als auch im Alltag (Verkehrslärm, Urbanisierung) in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger Lärm ausgesetzt zu haben.



Hörgeräte scheinen folglich ein interessanter Markt für die kommenden Jahrzehnte.


Welche Aktien sollte man sich genauer ansehen?


Sonova Holding AG (CH0012549785)


Die Sonova Holding AG ist ein bedeutender Hersteller von Hörgeräten, Cochlea Implantaten und drahtlosen Kommunikationslösungen

Bekannt ist Sonova durch die Marken Phonak, Unitron, Advanced Bionics und Connect Hearing. Sonova erzielte im Geschäftsjahr 2012/13 einen Umsatz von CHF 1,80 Mrd. sowie einen normalisierten Reingewinn von CHF 309 Mio.



Die Sonova Aktie scheint auf den ersten Blick nicht gerade günstig, das KGV liegt auf Basis 2013 bei 20. Das Ertragspotential ist aktuell bei Sonova getrübt. Der Gewinn läge im Geschäftsjahr 2012/13 um circa 25 % höher, würde man Rückstellungen aus Qualitätsmängeln herausrechnen. Diese Mängel resultieren aus den implantierbaren Hörgeräten die Sonova durch den Kauf der Firma Advanced Bionics neu mit ins Programm übernommen hat. Sonova hat jedoch erklärt, dass die gebildeten Rückstellungen für diese Qualitätsmängel ausreichend dimensioniert sein sollten, und dass man die Qualität der Produkte mittlerweile im Griff habe. Der Markt für implantierbare Hörgeräte "Cochlea" ist dabei überaus interessant da er deutlich schneller wächst als der Markt für die klassischen Hörgeräte.

Es ist damit zu hoffen, dass die Sonova AG bald wieder zur alten Ertragsstärke zurückkommt und in Zukunft deutlich höhere Gewinne erwirtschaftet. Positiv ist auch die Eigenkapitalquote, die aktuell bei 64 % liegt. Die Aktie kann man sich daher unter langfristigen Gesichtspunkten durchaus näher ansehen.



Cochlear Limited (AU000000COH5)


Im Bereich implantierbarer Hörgeräte erscheint die australische Cochlear ebenfalls interessant. Allerdings überzeugt mich der 5-Jahres-Chart-Verlauf für ein Unternehmen in einem positiven Wachstumsmarkt wenig zudem liegt das KGV aktuell bei 26 was mir zu hoch erscheint.




William Demant Holding A/S (DK0010268440)

William Demant Hat sich dieses Jahr ebenfalls durch den Zukauf der Firma Neurelec im Bereich der implantierbaren Hörgeräte verstärkt. Gegenüber der Schweizer Sonova hatte William Demant in den vergangenen Jahren deutlich weniger Probleme wie Insiderhandel oder Qualitätsprobleme zu verkraften. Dies lässt sich auch an Fünf Jahres Charts deutlich erkennen.


DruckversionArtikel melden

4 Kommentare Kommentar verfassen

ListeBaum
x