Analyse Aktien Lithium

Lithium: Die Nachfrage steigt auch weiterhin!

Ein Beitrag von tzimmer 7 22.07 - 19:43

Der starke Anstieg der Verwendung von Lithium-Ionen-Akkus in elektronischen Endgeräten war in der Vergangenheit der Haupttreiber für den steigenden Bedarf an Lithium. Lithiumproduzenten verbinden nun mit der Elektromobilität die Hoffnung auf eine Fortsetzung oder gar Beschleunigung dieses Trends. Hierfür investieren zwei der derzeitigen Marktführer momentan intensiv in die eigenen Kapazitäten.
 
ALBEMARLE CORP. REGISTERED ...
 
 
Sociedad Quimica y Minera de C...
 

Zu Beginn des Jahres 2017 konnte in der von Tesla und Panasonic gemeinsam erbauten „Gigafactory“ die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus für das Model 3 von Tesla aufgenommen werden. Vor allem in der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos sehen Investoren dabei ein großes Potenzial von Lithium als Investmentmöglichkeit. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Anwendungsfelder bei vielen anderen Elektrogeräten des alltäglichen Gebrauchs oder beispielsweise auch in der Medizintechnik. Das weltweite Gesamtvorkommen wird hierbei auf 40 Millionen Tonnen geschätzt, wobei es hier eine starke Konzentration auf das sogenannte Lithium-Dreieck in Chile, Bolivien und Argentinien gibt, wo sich etwa 70 Prozent der weltweiten Vorkommen befinden. Der Handel mit Lithium ist im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts zunehmend profitabler geworden. Kostete eine Tonne Lithiumcarbonat im Jahr 2005 noch 2.500 US-Dollar, so hat sich dieser Preis auf mittlerweile etwas mehr als 13.300 US-Dollar erhöht. Dieser Trend scheint sich auch im aktuellen Jahr fortzusetzen. Laut einer Analyse der Deutschen Bank soll die weltweite Nachfrage nach Lithium im laufenden Jahr um etwa 24 Prozent zunehmen. Laut einer Analyse von Morningstar wird die Nachfrage, welche im Jahr 2015 noch bei 175.000 Tonnen weltweit lag, bis ins Jahr 2025 auf etwa 775.000 Tonnen pro Jahr ansteigen. Für Investoren könnten durch diese Entwicklungen Unternehmen interessant sein, welche sich auf den Abbau und die Weiterverarbeitung von Lithium spezialisieren.

 

Eine erste Option in diesem Zusammenhang wäre das in Baton Rouge, Louisiana ansässige Unternehmen ALBEMARLE CORP. REGISTERED SHARES O.N. (WKN 890167) (US0126531013). Seit der Übernahme des Unternehmens Rockwood im Jahr 2015 für 6,2 Milliarden US-Dollar hat sich Albemarle zum mittlerweile weltgrößten Lithium-Produzenten entwickelt. Dabei konnte das Unternehmen auch im laufenden Geschäftsjahr mit positiven Nachrichten für seine Aktionäre aufwarten. Zunächst könnte man hier eine Einigung mit der chilenischen Regierung nennen, welche den Fördervertrag für Lithium verlängert sowie die Förderquote im lithiumreichen „Salar de Atacama“ erhöht hat. Über einen Zeitraum von 27 Jahren ist es Albemarle nun gestattet, jährlich rund 80.000 Tonnen Lithium zu fördern. Darüber hinaus hat die Unternehmensführung auch Pläne veröffentlicht, nach denen die australische „Greenbushes“ Mine auf die doppelte Förderkapazität von dann 160.000 Tonnen pro Jahr ausgebaut werden soll. Des Weiteren verkündete der Vorstand, dass man auch zukünftig in Förderprojekte, Verarbeitungsbetriebe sowie kleinere Produzenten investieren möchten, das Lithium-Geschäft soll in Zukunft den Hauptwachstumstreiber für das Unternehmen darstellen. Um den hierfür nötigen Kapitalbedarf zu decken, trennt sich Albemarle momentan von kleineren Geschäftsfeldern und Vermögenswerten. Hierdurch soll das Wachstum im Lithium-Sektor beschleunigt und eine stärkere Fokussierung in diesem Bereich ermöglicht werden. Kürzlich einigte man sich in diesem Zusammenhang beispielsweise mit dem deutschen Chemiekonzern BASF auf den Verkauf der Firma „Chemetall“ für eine Gesamtsumme von 3,2 Milliarden US-Dollar. Diese zunehmend stärkere Konzernausrichtung auf Lithium als Kerngeschäft könnte aber auch die Gefahr bergen, dass sich bei schlechter Marktentwicklung der Gesamterfolg des Konzerns verringert und somit auch Anleger niedrige Renditen in Kauf nehmen müssten. In der Gegenwart konnte das Unternehmen jedoch auch mit den jüngsten Zahlen überzeugen. Vor wenigen Tagen korrigierte die Unternehmensführung, nach einem starken ersten Quartal, die Gesamtgewinnerwartung für 2017 nach oben. Der Gesamtumsatz soll nun zwischen 2,9 und 3,05 Milliarden US-Dollar liegen, der Gewinn pro Aktie dabei auf 4,20$ bis 4,40$ steigen. 

 

Eine Alternative zu Albemarle stellt das chilenische Unternehmen Sociedad Quimica y Minera de Chile SA SOQUIMICH (US8336351056) dar. SQM ist bereits seit den 1990er-Jahren in der Förderung von Lithium aktiv, expandiert aber mittlerweile international, was das Unternehmen für Anleger interessant machen könnte. Auch im Falle SQM konnten die diesjährigen Unternehmenszahlen bisher überzeugen. So konnte das Unternehmen im ersten Quartal 2017 einen Nettogewinn von rund 103 Millionen US-Dollar verzeichnen, eine starke Steigerung zu den 58,5 Millionen US-Dollar das Vorjahreszeitraum. Auch SQM reagiert auf die weltweit weiterhin steigende Nachfrage nach Lithium mit zusätzlichen Investitionen in die eigenen Fördermöglichkeiten. Durch Investitionen in Höhe von 50 Millionen US-Dollar soll die Förderkapazität auf dem chilenischen Heimatmarkt in der nahen Zukunft von heute 48.000 Tonnen auf 63.000 Tonnen jährliche Produktion gesteigert werden. Auf dem ebenfalls wichtigen australischen Markt gab das Unternehmen vor kurzem ein Joint Venture mit dem australischen Unternehmen Kidman Resources bekannt. Hierbei handelt es sich um ein Lithium-Projekt am Mount Holland, in dessen Zusammenhang auch eine Weiterverarbeitungsfabrik errichtet werden soll. SQM zahlt hierbei eine Gesamtsumme von 110 Millionen US-Dollar an Kidman, sichert sich hierdurch aber weitere Förderzugänge in einem strategisch wichtigen Gebiet. Kürzlich aufkommende Gerüchte über ein Interesse der chinesischen Private-Equity-Gesellschaft GSR Capital könnten die Aktie beeinflussen. Der chinesische Investor soll sich für den Erwerb eines 20-prozentigen Anteils interessieren, was einem Volumen von knapp zwei Milliarden US-Dollar entsprechen würde. Investoren sollten im Falle eines Investments diese Verhandlungen nicht außer Acht lassen. Neben der wie bei Albemarle großen Abhängigkeit vom Lithium-Geschäft sollten Anleger in Zusammenhang mit SQM auch die Skandale der jüngeren Vergangenheit berücksichtigen. Hierzu zählt vor allem ein Finanzskandal im Zusammenhang mit einer politischen Kampagne im Jahr 2015, durch welchen dem Unternehmen vorgeworfen wurde, Einkommensteuern vermieden zu haben. Infolge des Skandals musste der damalige CEO zurücktreten. Im Jahr 2014 war das Unternehmen darüber hinaus in einen Insiderhandel-Skandal verwickelt, wodurch der Aufsichtsratsvorsitzende Julio Ponce im Jahr 2015 schließlich sein Amt niederlegte. Diese politischen Nebengeräusche und unternehmensinternen Störfeuer könnten die Effizienz der Unternehmensleitung beeinträchtigen sowie zu Strafzahlungen und weiteren Sanktionen führen. 


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