Analyse Aktien Lithiumionen-Batterien

Der nächste Boommarkt?

Ein Beitrag von Squid 39 18.05.2014

Allein im ersten Quartal 2014 verkauften die Batterieproduzenten Akkus im Wert von 660 Millionen Dollar. Laut den Experten des Beratungsunternehmens Navigant Research könnten Autobauer im Jahr 2023 Akkus im Wert von rund 12 Milliarden Dollar in ihren Elektromodellen installieren. Immerhin hat sich der Umsatz vom Akkumarkt seit 2011 verdreifacht und die Verkaufszahlen steigen sowohl bei Hybrid- als auch reinen E-Autos weiter an.
 
Sekisui Kagaku Kogyo KK
 
 
BYD Company Ltd
 
 
Panasonic KK
 
 
Nippon Denki KK
 

Entwicklung

In Japan kündigt sich derzeit eine Revolution in der Batterieherstellung an, die Elektroautos endgültig zum Durchbruch verhelfen könnte. Denn mit neuen Materialien haben japanische Industrieforscher bisher schon millionenfach genutzten Lithium-Ionen-Batterien hohe Zusatzkräfte verliehen und ihre Produktionskosten deutlich gesenkt.

Unabhängig voneinander haben die Unternehmen Shin-Etsu Chemical und Sekisui dafür neuartige Legierungen aus Silizium für die sogenannte Anode in Akkus entwickelt. Bisher wurde Grafit für diesen Batterieteil benutzt, der neben der Kathode zentral für die Funktion eines Akkus ist.

 

Shin-Etsu (JP3371200001) ist aktuell der weltgrößte Hersteller von sogenannten Silizium-Wafern, die als Basis für die Chipproduktion genutzt werden. Jetzt nutzt das Unternehmen sein Knowhow für die Batterieentwicklung. Bisher hat Shin-Etsu allerdings keine Details veröffentlicht. Aber die umgebaute Batterie soll zehn Mal so viel Energie speichern können wie heutige Standardzellen, berichtete die japanische Zeitung Nikkei Anfang August. Die Massenproduktion werde binnen drei bis vier Jahren möglich sein. Erste Testexemplare werden im nächsten Sommer vorliegen.

 

 

Auch der Plastikspezialist Sekisui Chemical (Sekisui Kagaku Kogyo KK (JP3419400001)) setzt erfolgreich ein Siliziumgemisch als Anode ein. Eine spezielle Legierung soll das bisherige Problem der kurzen Haltbarkeit von Silizium als Anode beseitigen. Zugleich entwickelte das Chemieunternehmen ein neuartiges, leitfähiges und eher festes Gel, das sich in einem Beschichtungsverfahren auftragen lässt. Die Arbeiten an dem neuen Lithium-Akkumulator sind weit über das Laborstadium hinaus. Sekisui Chemical will die ersten Testprodukte bereits im Sommer 2014 an japanische und ausländische Batteriehersteller verschicken. Die Massenproduktion könnte dann 2015 beginnen. Das Unternehmen will selbst in die Produktion einsteigen.

Die neue Bauweise verdreifacht die Kapazität und verringert die Kosten pro Kilowattstunde um 60 Prozent auf 30.000 Yen (215 Euro), berichtete die japanische Finanzzeitung Nikkei. Die Reichweite von Elektroautos würde damit um das Zwei- bis Dreifache auf bis zu 600 Kilometer steigen.

 

 

Hersteller

Die drei führenden Batteriehersteller kommen aus Asien. Rang eins belegen die Japaner von Panasonic mit knapp 40 Prozent Marktanteil, gefolgt von NEC (auch Japan) mit 27 Prozent und LG Chem. aus Südkorea mit neun Prozent. Die meisten Batterien verbaut dabei Toyota in seinen Autos, gefolgt von Tesla und dann Nissan.

 

Der japanische Elektronikriese Panasonic (Panasonic KK (JP3866800000)) verhandelt aktuell mit der Elektroautoschmiede Tesla über die Details einer Beteiligung an der geplanten „Gigafactory“, in der Batterien hergestellt werden sollen. Panasonic habe kürzlich mit Tesla eine Absichtserklärung unterzeichnet, sagte eine Unternehmenssprecherin letzten Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Tokio. Der Konzern prüfe einen Einstieg in das Projekt, die Verhandlungen stünden aber noch ganz am Anfang. Konkret gehe es um die Aufgabenverteilung und die Investitionen. Um ein anderes Engagement gehe es derzeit nicht. Panasonic liefere schon jetzt alle Lithium-Ionen-Batterien für die Tesla-Autos. Beide Unternehmen arbeiten bereits an der Entwicklung der neuen Generation der Auto-Akkus.

 

Im Bereich Handy-Akkus scheint der Computer- und Handy-Hersteller NEC (Nippon Denki KK (JP3733000008)) schon einmal zu testen, wie die neue Akku-Technologie genutzt werden kann. NEC hat einen Handy-Akku entwickelt der innerhalb von nur 30 Sekunden voll aufgeladen werden kann. Das berichtet die Website Asia Biz Tech. Die Technologie basiert auf so genannten organischen Radikalen, die Energie wird in einer speziellen Granulatschicht gespeichert. Der neue Akku soll genauso viel Ladung speichern können wie herkömmliche Ni-MH- und Li-Ion-Batterien.



 

Daimler und der chinesische Partner BYD (BYD Company Ltd (CNE100000296)) haben auf der Pekinger Automobilmesse am Wochenende ihr Elektroauto Denza für den chinesischen Markt vorgestellt. In China wächst der Druck vor allem auf ausländische Hersteller, Fahrzeuge mit Elektromotoren anzubieten. Nach dem Willen der Regierung sollen bis zum kommenden Jahr 500.000 Elektro- oder Hybridfahrzeuge auf chinesischen Straßen rollen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste die Automobilbranche bis dahin noch 450.000 von diesen Fahrzeuge verkaufen. Für einige Analysten war die Veröffentlichung allerdings eine Überraschung. Warum hat Daimler das Elektroauto nicht von seinem Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller Beijing Automotive Industrial Holding Co. (BAIC), der Beijing Benz Automotive Co, entwickeln lassen? Laut Daimler-Vertretern ging die Entscheidung für die Zusammenarbeit mit BYD auf den Wunsch zurück, nicht alle Eier in einen Korb legen zu wollen. Auch die Technik habe eine Rolle gespielt. BYD sei am weitesten gewesen, was Batterien für Elektrofahrzeuge anbelangte, sagte Daimler-CEO Dieter Zetsche dem Wall Street Journal in Peking.

 

Wie zu sehen ist, kommt also langsam Bewegung in die Sache. Mittel- bis Langfristig sicher sehr interessant.

 

Über Kommentare zu diesem Beitrag würde ich mich freuen.

 

Zum Schluss noch einen Tipp für diejenigen unter euch, die sich in naher Zukunft überlegen, sich ein E-Auto zuzulegen: http://fisker-automobile.com/

Quelle: http://green.wiwo.de/akkus-fuer-elektroautos-naechste-boommarkt-kuendigt-sich-an/

Quelle: http://green.wiwo.de/neue-akkutechnik-reichweite-von-e-autos-koennte-auf-600-kilometer-steigen/


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