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Gap, Primark, Zara, Boss Analyse zu Modeaktien

Ein Beitrag von AndreaZZ 18 16.07.2014

Mit Aktien zu Modeketten wie Primark, Boss oder Zara lässt sich viel Geld verdienen, falls man die richtige Kette zu richtigen Zeitpunkt identifiziert.
 
LVMH Moet Hennessy Louis Vuit...
 
 
Abercrombie & Fitch Co
 
 
H & M Hennes & Mauritz AB
 
 
Gap Inc
 
 
HUGO BOSS AG
 
 
INDITEX
 
 
ASSOCIATED BRITISH FOODS PL...
 

So vielfältig wie die Mode sind auch die Aktien aus dieser Branche

Es gibt nicht nur unzählige Modestile und -richtungen, sonder auch zahlreiche Aktien aus der Welt der Mode, die diesen unglaublich großen, vielfältigen und vor allem auch lukrativen Markt bedienen. Viele große und weltweit operierende Unternehmen sind im Laufe ihrer Bestandszeit an die Börse gegangen, wovon zahlreiche Anleger mittlerweile profitieren. Die deutsche Marke Hugo Boss im hochpreisigen Segment, das spanische Inditex mit der wohl bekanntesten Kette Zara, Abercrombie aus den USA mit seinem Ableger Hollister, die Schweden Hennes & Mauritz (besser bekannt als H&M) oder das amerikanische Urgestein Gap sind nur einige der zahlreichen Namen, die an den Börsen dieser Welt zu finden sind. Ein Blick auf ein paar Modehäuser hilft Anlegern zu durchschauen, welche Aktie gerade ein lukratives Investment sein könnte und von welchem Papier man momentan besser die Finger lassen sollte. 

Hugo Boss  DE0005245534

Eine wahnsinnige Aufwärtsrallye fährt Hugo Boss seit einigen Jahren. Allein in den letzten fünf Jahren hat sich die Aktie versiebenfacht und hat aktuell einen Wert von rund 108 Euro. Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres fiel zwar eher schwach aus, die Aktie gilt aber mit einem KGV von 22 in 2013 als angemessen bewertet. Großinvestor Permira hat erst kürzlich einen Großteil seiner Aktien verkauft (insgesamt 3,96 Mio. Aktien), wodurch sich der Streubesitz des Papiers auf 48 % erhöht hat. 2007 hatte Permira die Aktienmehrheit an Hugo Boss übernommen und dem Konzern aber auch einigen Ärger beschert. 

Zu Beginn der Finanzkrise hat sich das Unternehmen eine ordentliche Dividende auszahlen lassen und die Schulden für den Kauf Hugo Boss aufgeladen. Dies hatte zur Folge, dass dem Unternehmen zahlreiche Manager abgesprungen sind und der Modekonzern jahrelang leiden musste. Danach ging es für die Metzinger aber wieder aufwärts, nachdem Claus Dietrich Lahrs, der auch heute noch der Vorstandsvorsitzende des Konzerns ist, für Umstrukturierungen gesorgt hat und viele Abläufe deutlich verschlankt hat, um so Kosten einzusparen. Dank einem eigenen Einzelhandel mit einer höheren Rendite als das Großhandelsgeschäft, einer Expansion in die Wachstumsmärkte und einem klareren Fokus auf die Linie Hugo Boss konnten wieder gute Gewinne eingefahren werden, was sich auch im stark gestiegenen Aktienkurs zeigt. Für Anleger scheint die Aktie gerade ein interessanter Pick zu sein, denn durch den Verkauf der Permira-Anteile wird der Titel für Investoren gerade wieder interessant und könnte auf diese Weise eine höhere Gewichtung im MDAX bekommen. 

Associated British Food ASSOCIATED BRITISH FOODS PLC REGISTERED SHARES LS -,0568 (WKN 920876) (GB0006731235)

Interessant und gerade erst so richtig im Kommen auf dem Markt ist der Modediscounter Primark, den insbesondere Teenies lieben. Für wenig Geld gibt es dort modische Kleidung, seit 2011 gibt es eine neue Filiale nach der nächsten und die Ladenflächen betragen meist mindestens 5000 m². 47 Geschäfte gibt es europaweit schon und die Expansionspläne des Unternehmens sehen noch viele mehr vor. Primark gehört zum Londoner Konzern Associated British Foods, der eigentlich Zucker, Kakaopulver und landwirtschaftliche Erzeugnisse vertreibt. 

Die Retail-Sparte, die sich in den letzten Jahren entwickelt hat und die ausschließlich aus den Primark-Geschäften besteht, nimmt aber einen immer größeren Platz bei dem Konzern ein, denn alleine 2012 konnte Associated British Foods mit Primark 4,34 Mrd. Euro umsetzen, was fast ein Drittel des gesamten Konzernergebnisses von 15,2 Mrd. Euro ausgemacht hat. Der Gewinn betrug 1,27 Mrd. Euro, für 2014 wird ein Plus von 7 % erwartet. Für den Kurs der Associated British Food-Aktie ging es in den letzten 12 Monaten auch dementsprechend steil bergauf. Innerhalb eines Jahres stieg der Titel von 20 Euro auf mittlerweile 38,00 Euro und hat sich somit fast verdoppelt. Die Tendenz ist nach wie vor steigend, was das Papier zu großen Teilen der Primark-Kette zu verdanken hat. Da diese weiter wachsen soll und dem Konzern noch mehr Umsatz bescheren könnte, ist der Titel für Anleger durchaus interessant. Zwar dürfen die anderen Geschäftsaktivitäten des Konzerns im Lebensmittelbereich bei einer näheren Betrachtung nicht vernachlässigt werden – allein die Retailsparte könnte aber schon ausreichen, um den Kurs weiter voran zu treiben. 

Gap Inc. Gap Inc (US3647601083)

Gerade Gap hatte in den letzten Jahren mit einigen Problemen zu kämpfen – eine zu schnelle Expansion und zu gewagte Kollektionen hielten die Kunden fern und der Konzern musste jahrelang für sein Comeback kämpfen. Seit circa zwei Jahren geht es dem Unternehmen aber besser und auch der Aktienkurs ist langsam wieder angestiegen. Zwar gab es zwischendurch nochmal einige Rückschläge, aber das gröbste scheint vorerst überstanden zu sein. Im letzten Jahr konnte der Kurs der Gap-Aktie auf ein Niveau klettern, dass er zuletzt um die Jahrtausendwende hatte. Dort halten konnte sich der Kurs bis heute aber nicht, denn schlechte Quartalszahlen aus 2014 zeigten, dass die Trendwende für das Modeunternehmen ein langer Weg ist. Das Gap-Papier liegt im Moment bei rund 30 Euro und bietet Anlegern sowohl Chancen als auch Risiken. Mit guten Kollektionen gewinnt das Unternehmen an Umsatz hinzu, so wurde beispielsweise eine Linie mit bunten Jeanshosen unglaublich gut verkauft. Die Begeisterung an der Börse für die Gap-Aktie ist allerdings wieder etwas gesunken und das Papier langfristig einzuschätzen ist schwierig. 

Inditex ES0148396015

Als eine der größten Modegruppen weltweit gilt die spanische Kette Inditex, zu der unter anderem Zara, der größte Gewinnbringer des Konzerns, gehört. Nach Gewinn und Marktkapitalisierung ist Inditex noch vor Nike und H&M das größte Bekleidungsunternehmen der Welt. Für den Kurs der Inditex-Aktie geht es seit Jahren nur bergauf. Nach einem Tiefstand des Kurses Ende 2003 bei rund 15 Euro hat sich der Wert der Aktie in den letzten zehn Jahren zwischenzeitlich verachtfacht und lag Anfang des Jahres 2014 bei 120 Euro. Seitdem ging es für den Kurs zwar wieder leicht bergab und eine Aktie notiert aktuell bei rund 112 Euro, die Inditex-Aktie hat aber eventuell noch weiteres Wachstumspotenzial, da auch der Konzern stetig weiter wächst. 

Immer mehr Filialen der Inditex-Geschäfte, zu denen neben Zara noch Massimo Dutti, Pull&Bear oder Bershka gehören, werden weltweit eröffnet und auch die USA sollen noch erobert werden. In den USA, Süd- und Mittelamerika macht Inditex bisher erst 14 % seines Umsatzes. Zwei Probleme gibt es in Hinblick auf das Geschäft in Amerika und weshalb der Textilriese den Sprung über den großen Teich noch scheut. Erstens müssten dort nicht wie in Europa nur Innenstädte mit Filialen versorgt werden, sondern auch Einkaufszentren und Malls. Und zweitens sind viele Amerikaner zu dick für die Kleidung, die nach europäischen Standards angefertigt wird. So sind in den USA 30 % der Amerikanerinnen übergewichtig, in Frankreich ist es beispielsweise nur 1 %. Neue Größen und Maße müssten angefertigt werden, was ebenso wie die zahlreichen Filialen immense Kosten bedeuten würde. Experten sind sich aber sicher, dass der Schritt nach Amerika früher oder später von Inditex gegangen wird. 

Zwar hat das Unternehmen in diesem Jahr bisher mit dem starken Euro und hohen Kosten für die Expansion zu kämpfen, weshalb der Nettogewinn zwischen Februar und April zurückging, der Umsatz hat aber nach wie vor zugelegt und das Unternehmen prescht mit neuen Filialeröffnungen und Internetshops weiter vor. Inditex gilt in der Modebranche als Gigant und auch der Aktienkurs spiegelt die rasante Entwicklung wider. Auch in Zukunft ist für den Titel noch mehr drin, der Konzern befindet sich im stetigen Wachstum und die große Expansion Richtung USA könnte den Kurs noch weiter befeuern. Ein starker Titel, der zwar gerade ganz leicht schwächelt, im Großen und Ganzen im Modesegment aber eine Bank ist. 

H&M ISIN: H & M Hennes & Mauritz AB (SE0000106270)

H&M konnte in den letzten Jahren ebenfalls starke Zuwächse bei seiner Aktie verbuchen. Trotz einiger Rücksätze ging es für die Aktie langfristig bergauf und der Kurs hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Bei rund 31 Euro liegt er derzeit und somit nur knapp unter dem Allzeithoch von 33,93 Euro, das Anfang dieses Jahres geknackt wurde. Da H&M immer noch weiter expandiert und regelmäßig neue Geschäfte eröffnet, ist auch hier ein Stillstand oder Rückgang des Erfolgs nicht in Sicht. Im ersten Quartal 2014 konnte H&M in Umsatz und Gewinn zulegen und in China und Europa sollen im Verlauf des Jahres zahlreiche neue Filialen öffnen, nämlich 375 insgesamt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte das schwedische Modehaus seinen Umsatz und seinen Gewinn steigern (2,65 Mio. SEK Nettogewinn). Ende Februar hatte H&M weltweit insgesamt 2984 Filialen. Die Aktie ist gut bewertet und bietet ein stabiles Investment in einem florierenden Konzern, weshalb sie für Anleger interessant sein könnte. 

AbercrombieFitch [ISIN: Abercrombie & Fitch Co (US0028962076)]

Der Kurs der Abercrombie-Aktie ist seit drei Jahren eher rückläufig. Jugendliche, die zur Hauptzielgruppe von Abercrombie zählen, kaufen lieber bei H&M oder Inditex, da diese schneller auf Trends reagieren und deutlich günstiger sind als die Klamotten vom US-Label. Bei 30 Euro liegt der Wert einer Abercrombie-Aktie aktuell, 2011 waren es noch 55 Euro. Im Jahr 2013 litt der Konzern unter einem Gewinnschwund von 40 %, Experten erwarten für das kommende Jahr aber wieder einen Zuwachs, da der Konzern alles versucht, um auf Kurs zu bleiben. Abercrombie schließt Filialen und hält seine Lagerbestände deutlich geringer als sonst, um Kosten einzusparen. 

Darüber hinaus steht Abercrombie öfters wegen seiner strengen Vorschriften in Hinblick auf Optik und Kleidung, die für die Mitarbeiter gelten, in der Kritik. So hat das Unternehmen in Kalifornien beispielsweise eine Mitarbeiterin entlassen, die mit einem Kopftuch auf der Arbeit erschienen ist. Die Aktie gilt als riskantes Spekulationsobjekt. Gelingt es dem Konzern sich gegen die billigere Konkurrenz zu wehren, sind wieder Kursgewinne drin. Sollte der Trend anhalten und die Jugendlichen noch stärker bei der Konkurrenz einkaufen, dann könnte es auch für die Aktie schwierig werden. Der Titel ist in erster Linie für risikofreudige Anleger interessant. 

LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton SA (FR0000121014)

Ein weiteres Modeunternehmen, das ebenso wie Hugo Boss im Luxussegment tätig ist, ist LVMH – Louis Vuitton Moët Hennessy. Bei LVMH geht es mit zwischenzeitlichen Rücksetzern seit Jahren nur bergauf. Der weltweit größte Luxushersteller ist bei Anlegern sehr beliebt und kann als stabiler Titel mit Wachstumspotenzial eingestuft werden. Die USA gelten als wachstumsstarker Markt für Luxusgüter und haben mittlerweile China überholt. Die dort nach der Wirtschaftskrise nun wieder anziehende Konjunktur macht sich auch bei LVMH bemerkbar. 



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