Analyse Aktien Nickel

Aktuelle Situation der BRICS-Staaten – Teil 3: Russland

Ein Beitrag von Oli41Gel 31 15.08.2014

Russland gehört derzeit zu den Nationen, bei denen die wirtschaftliche Zukunft sehr ungewiss es, was in erster Linie auf die aktuelle Ukraine-Krise und die damit verbundenen Sanktionen durch die EU zurückzuführen ist. Dennoch nimmt das Land im Verbund der BRICS-Staaten durchaus zusammen mit China eine führende Rolle ein, zumindest was die junge Vergangenheit betrifft. Sollte die internationale Isolation allerdings weiter voranschreiten, so könnten auch in diesem Bereich große Probleme entstehen.
 
Gazprom OAO
 
 
VTB Bank OJSC
 
 
Neftyanaya Kompaniya LUKOIL O...
 
 
GMK Norilsky nikel
 

Allgemein hat sich die russische Wirtschaft in der Vergangenheit schon deutlich besser entwickelt, als es zum aktuellen Zeitpunkt der Fall ist. Dies liegt allerdings bisher nur zu einem kleinen Teil an den zurückgefahrenen Handelsbeziehungen, die vor allen Dingen die USA und die EU-Staaten mit Russland haben. Sollte sich die Ukraine Krise allerdings weiter verschärfen oder zumindest nicht deutlich entspannen, so gehen zahlreiche Experten davon aus, dass die Wirtschaft des flächenmäßig größten Landes der Erde hart getroffen werden könnte. Ein erster deutlicher Einschnitt sind sicherlich die Importverbote, die Russland gegenüber bestimmten Lebensmitteln aus den westlichen Staaten verhängt hat.


Das Wachstum hat sich in Russland in den vergangenen Jahren deutlich abgeschwächt. Betrug das Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt vor zwei Jahren (2012) noch knapp 3,5 Prozent, so war bereits im vergangenen Jahr ein deutlicher Rückgang auf 1,2 Prozent zu verzeichnen. Für dieses Jahr wird sogar nur ein Wachstum von 0,3 Prozent erwartet, dass bei einer Verschärfung der Sanktionen sogar vollkommen wegfallen könnte. Im vergangenen Jahr hatte Russland ein Bruttoinlandsprodukt von knapp 2,12 Billionen US-Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner betrug zu diesem Zeitpunkt rund 14.800 US-Dollar.


Nach wie vor sind es vor allen Dingen die zwei Sektoren Handel und Dienstleistungen, die mit über 60 Prozent den größten Anteil zum BIP beitragen. Die verarbeitende Industrie folgt mit rund 15 Prozent sowie der Bergbau mit etwas über zehn Prozent. Insbesondere in den strategisch wichtigen Bereichen dominieren nach wie vor die staatlichen Unternehmen, vor allen Dingen im Bereich des Energie- und Rohstoffsektors. Grundsätzlich handelt es sich bei Russland als Staat betrachtet um einen der größten Energieproduzenten weltweit, der zum Beispiel über knapp 18 Prozent der weltweit verfügbaren Erdgasreserven besitzt. Darüber hinaus hält Russland über fünf Prozent der gesamten Ölreserven des Kontinents und mit einem Anteil von über 18 Prozent die zweitgrößten Kohlereserven weltweit.


Für Anleger ist Russland insbesondere aufgrund der ungewissen wirtschaftlichen und politischen Lage im Streit mit der Ukraine sicherlich ein heißes Pflaster. Sollten weitere Sanktionen folgen, wird dies voraussichtlich auch die größeren russischen Unternehmen treffen, sodass es an der Aktienbörse durchaus zu größeren Kursrutschen kommen könnte. Andererseits sollte die mögliche Entspannung der Lage dazu führen, dass sich die Börsen im Land erholen und Kursgewinne auch auf längerfristige Sicht möglich sind. Aktuell steht der RTS, der russische Leitindex, bei rund 1.200 Punkten. Seit Mitte Juni ist das ein Rückgang von 200 Punkten und im Vergleich zum Beginn des Jahres 2011 hat sich der Index sogar fast halbiert. Wer sich dennoch auf ein Investment in Russland einlassen möchte, dem empfehlen Experten, sich definitiv an die großen Unternehmen zu halten.


Der Energieriese Gazprom


Bei Gazprom Gazprom OAO (US3682872078) handelt es sich das um das größte Unternehmen weltweit, was den Bereich Erdgasförderung betrifft. Allerdings sind die Aktien des Konzerns ein gutes Beispiel dafür, wie sich die aktuelle Krise auf einige Unternehmen bereits ausgewirkt hat. Dies bedeutet allerdings auch, dass die Aktien bei einer Entspannung der Situation ein durchaus deutliches Aufwärtspotenzial haben. In Russland selbst ist Gazprom mit über 400.000 Beschäftigten, abgesehen von den Streitkräften, der größte Arbeitgeber. Der Umsatz des Unternehmens beträgt rund 120 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich haben die Aktien etwas an Wert verloren, konnten sich allerdings vom Tiefstand im Frühjahr dieses Jahres, der bei rund 4,80 Euro lag, auf mittlerweile etwa 5,40 Euro erholen.


Das Rohstoffunternehmen Norilsk Nickel


Neben den Energieunternehmen findet man in Russland vor allen Dingen im Bereich der Rohstoffkonzerne die großen Unternehmen des Landes. Dazu gehört definitiv auch Norils Nickel GMK Norilsky nikel (US46626D1081), bei dem es sich um einen Produzenten diverser Metalle handelt. Dazu gehören in erster Linie Palladium, Kupfer, Nickel, aber auch Gold und Silber werden abgebaut. Im Bereich Palladium und Nickel handelt es sich bei dem russischen Unternehmen sogar um den weltweit führenden Produzenten. Auch bei Norilsk Nickel dürfte es so sein, dass eine Entspannung der Ukraine-Krise für größeres Kurspotenzial sorgen kann. Der Kurs hat sich entgegen dem Trend in den vergangen zwölf Monaten sehr positiv entwickelt und stieg von rund zehn Euro (Anfang August 2013) auf aktuell etwa 14,40 Euro an.


Die russische Bank VTB


Bei der VTB VTB Bank OJSC (US46630Q2021) handelt es sich um das größte russische Kreditinstitut, welches über eine Tochtergesellschaft, die VTB-Bank, mittlerweile auch im europäischen Raum tätig ist. Da die Tochtergesellschaft ihren Hauptsitz in Österreich hat, können Anleger sich hierzulande sogar auf die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunde verlassen. Dies ist sicherlich ein wichtiger Punkt, der letztendlich dazu beitragen kann, dass die russische Bank ihre Marktanteile im europäischen Raum weiter ausbauen kann. Als eines von vielen Unternehmen befindet sich das Kreditinstitut zu einem Anteil von über 60 Prozent noch im Staatsbesitz. Die Bilanzsumme der VTB beträgt rund 120 Milliarden US-Dollar und das Unternehmen wurde bereits 1990 gegründet. Im Jahresvergleich ist der Kurs zwar gefallen, konnte aber im Vergleich zum Tiefstand im Frühjahr dieses Jahres bereits wieder um rund 30 Prozent steigen. Aktuell notieren die Aktien bei rund 1,60 Euro.


Der Rohölkonzern Lukoil


Wer sich als Anleger für die großen russischen Unternehmen entscheidet, der kommt natürlich am Ölgiganten Lukoil Neftyanaya Kompaniya LUKOIL OAO (US6778621044) nicht vorbei. Es handelt sich hier nicht nur um den größten russischen Mineralölkonzern, sondern um einen der größten Energiekonzerne weltweit. Im globalen Vergleich handelt es sich um den sechstgrößten Mineralölkonzern überhaupt, der täglich knapp zwei Millionen Barrel Öl und Gas fördert. Was die Rohölreserven angeht, so befindet sich Lukoil im weltweiten Vergleich sogar auf Platz eins. Das Unternehmen wurde 1991 gegründet und erzielt einen jährlichen Umsatz von rund 100 Milliarden US-Dollar. Auch bei Lukoil konnten sich die Aktienkurse in den vergangenen drei Monaten wieder erholen und sind von etwa 36 Euro im Frühjahr auf mittlerweile über 41 Euro angestiegen.


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