Analyse Aktien Online-TV

VoD revolutioniert das TV

Ein Beitrag von Squid 39 29.10.2013

Netflix ist der große Gewinner auf dem Video on Demand Markt. Mit 40 Millionen Abonnenten weltweit erwirtschaftet das Unternehmen im vergangen Jahr einen Umsatz von 3,6 Mrd. Dollar. Die Eigenproduktion „House of Cards“ wurde sogar als beste Drama Serie für den Emmy nominiert. Das besondere daran, und was den momentanen Zeitgeist des Binge Watchings begünstigt, ist die Bereitstellung aller 13 Serienfolgen per Streaming zu einem Zeitpunkt.
 
Vivendi SA
 
 
Amazon.com Inc
 
 
Netflix Inc
 

Denn das ist der von Fachleuten verzeichnete neue Trend. Sehen, was man will  und wann man will. Das Sendeschema F der Fernsehsender hat ausgedient. Wer hat noch die Zeit sich zu einer bestimmten Zeit vor den Fernseher zu hocken, während es auf den verschiedenen Plattformen die Möglichkeit gibt es sich anzuschauen wann man Lust und Zeit hat.

Netflix Inc. wurde 1997 in Los Gatos (Kalifornien) von Reed Hastings und Marc Randolph als Online-Videothek gegründet. 2011 startete das Unternehmen mit der Eigenproduktion von Fernsehserien und seit diesem Jahr bietet Netflix seinen Abonnenten die Filme über Internet Streaming an. Die Zahl der Abonnenten stieg von 23,8 Mio. im Jahr 2010 auf 40 Mio. im Jahr 2013. Gemessen an den Nutzerzahlen hat Netflix in den USA bereits mehr Zuschauer als herkömmliche TV-Sender. Um an immer mehr Abonnenten zu gelangen expandierte Netflix 2012 auf den europäischen Markt und kann momentan legal in Großbritannien, Irland und Skandinavien empfangen werden.

Spekulationen zufolge soll der Start von Netflix in Deutschland 2014 erfolgen. In Deutschland würde Netflix auf etablierte Konkurrenz wie Maxdome, Videoload und Lovefilm von Amazon treffen, die ebenfalls bereits teilweise Flatrates anbieten. Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland plant dem deutschen Netflix-Start durch ein eigenes Online-Angebot (Arbeitstitel: Skyflix) zuvorzukommen. Das kartellrechtliche Verbot der öffentlich-rechtlichen On Demand-Plattform Germanys Gold hat derweil die Erfolgschancen eines deutschen Netflix-Ablegers wohl weiter steigen lassen.

Der VoD-Markt hatte 2012 einen Anteil von rund sieben Prozent am Gesamtumsatz des heimischen Home-Video-Marktes. Die Umsatzentwicklung sieht vielversprechend aus. Die Experten des Analysehauses "House of Research" rechnen in einer aktuellen Studie zum Thema VoD damit, dass sich der Umsatz bis zum Jahr 2017 mehr als verdoppelt. Beträgt er im laufenden Jahr noch geschätzte 193 Millionen Euro, gehen die Fachleute von "House of Research" davon aus, dass er im Jahr 2017 bereits 437 Millionen Euro erreichen wird.

 

Der Umsatz von Netflix (Netflix Inc (US64110L1061)) stieg im dritten Quartal um 22 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn vervierfachte sich auf knapp 32 Millionen Dollar. Der Trend sollte laut Management anhalten: Im vierten Quartal rechnet Netflix mit 3,32 Millionen neuen Abonnenten. Binnen fünf Jahren hat die Aktie um mehr als 1.400 Prozent zugelegt.

 



"Die ProSiebenSat.1-Aktien (ProSiebenSat.1 Media AG (DE000PSM7770)) sind bereits sehr gut gelaufen, aber es gibt noch Aufwärtspotenzial", kommentiert Elena Pakhina von Independent Research. Der Medienkonzern habe die Umsatzziele angehoben, das Digitalgeschäft spiele dabei eine wichtige Rolle. Der Konzern plane mit dem Digitalgeschäft als wichtigem Umsatzbringer, so Pakhina. Das Videoportal Maxdome, eine hundertprozentige Tochter, bietet rund 45.000 Titel an.

 

Lovefilm ist der VoD-Ableger von Amazon (Amazon.com Inc (US0231351067)). Sowohl per Post als auch per VoD können Filme geliehen werden. Lovefilm gehört seit 2011 komplett zum Versandkonzern. Angesichts des riesigen Kundenstamms und der Masse an Daten über die Amazon verfügt, ist das VoD-Angebot wohl eine dominante Wachstumsstrategie.


 



Die Telekom (IDE0005557508) verfügt mit Videoload ebenfalls über eine VoD-Plattform. Das Angebot ist über Entertain, aber auch über Webbrowser auf PC, Mac, Notebook sowie auf Smart TVs von Samsung verfügbar.


 Watchever (Vivendi SA (FR0000127771)) ist eine hundertprozentige Tochter des französischen Medien- und Telekomkonzerns Vivendi. Zu Vivendi gehören auch Unternehmen wie Universal Music, Canal+, SFR, Maroc Telecom, Activision Blizzard und GVT. Das VoD-Modell von Watchever funktioniert wie ein Abonnement. Watchever-Geschäftsführer Stefan Schulz sagte gegenüber der "FAZ", dass die Zahl der neuen Kunden zuletzt deutlich gestiegen sei: "Wir gewinnen derzeit um die 5.000 Neukunden am Tag."

 



Über Anregungen und Beiträge zum Artikel würde ich mich freuen.


DruckversionArtikel melden

1 Kommentare Kommentar verfassen

ListeBaum
x