Analyse Aktien Power to Gas

Power-to-Gas als Teil der Energiewende?

Ein Beitrag von Oli41Gel 31 23.04.2014

Auch wenn die Energiewende in Deutschland bereits begonnen hat, so ist die jetzige Situation noch weit von den Idealvorstellungen entfernt, die beispielsweise eine von anderen Staaten und von fossilen Energieträgern unabhängige Energiegewinnung beinhaltet. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg könnte das sogenannte Power-to-Gas sein. Es handelt sich dabei um eine spezielle Methode, mittels derer Strom in synthetisches Erdgas umgewandelt werden kann.
 
ITM Power PLC
 
 
Wacker Chemie AG
 

Das System Power-to-Gas beinhaltet zunächst einmal, dass aus erneuerbaren Energien erzeugter Strom, beispielsweise Solarstrom, entweder in Wasserstoff oder in synthetisches Erdgas umgewandelt werden kann. So kann das entstandene Erdgas beispielsweise im Erdgasnetz gespeichert werden, sodass teilweise sehr große Mengen an Strom langfristig in Form von synthetischem Erdgas gespeichert werden und natürlich letztendlich auch verbraucht werden können. Ein wesentlicher Vorteil, den sich die Experten von Power-to-Gas erwarten, ist, dass Synergien genutzt werden können, um sowohl die Effizienz als auch den Wirkungsgrad zu steigern.


Schon jetzt ist insbesondere die Energiegewinnung aus dem Sonnenlicht ein wesentlicher Teil des Energiemixes, wie er in Deutschland besteht. Allerdings ist es in der Praxis so, dass insbesondere beim wetterabhängigen Strom, zu dem neben Solarstrom natürlich auch Strom aus Windkraft gehört, eine größere Differenz zwischen Angebot und Nachfrage besteht. Um diese Lücke zu schließen oder zu verringern, könnte eine Option darin bestehen, den vorhandenen Strom zu speichern und dafür zu verwenden, chemische Energieträger zu produzieren. Aktuell ist es allerdings so, dass Power-to-Gas noch nicht wirtschaftlich ist. Allerdings gehen Experten davon aus, dass durch die Umwandlung von Strom in synthetisches Erdgas ein Wirkungsgrad von bis zu 85 Prozent erreicht werden kann. Allerdings ist dies momentan noch Zukunftsmusik.


Die Optimisten gehen davon aus, dass im gesamten Erdgasnetz Speicherkapazitäten stecken, die es ermöglichen, sowohl Wind als auch Solarstrom von mehreren Monaten aufbewahren zu können. Neben den Befürwortern gibt es allerdings durchaus nicht wenige Kritiker, die in Power-to-Gas bei Weitem nicht den Zukunftsmarkt sehen, wie es manche Optimisten tun. Ein Kritikpunkt ist beispielsweise, dass aufwändige Vorrichtungen den Strom umwandeln müssen, deren Anschaffung und Installation hohe Kosten verursachen. Darüber hinaus ist derzeit so, dass noch relativ große Mengen der eingesetzten Energie verloren gehen. Würde beispielsweise das Methan, welches durch die Hilfe von Power-to-Gas erzeugt wird, wiederum zur Stromerzeugung genutzt, so läge der Energieverlust bzw. Wirkungsgradverlust bei rund 30 Prozent. Es ist daher sicherlich spannend zu beobachten, wie sich Power-to-Gas weiter entwickeln wird und ob diejenigen Unternehmen, die in diesem Bereich investieren, mit dieser Methode schließlich einen Durchbruch schaffen.


Wer dem noch relativ neuen System gegenüber positiv eingestellt ist, für den sind unter anderem die folgenden Unternehmen als Investment interessant:


ITM POWER aus der Branche Elektrotechnologie


Ein Unternehmen, das sich im Speziellen mit der Konstruktion von Wasserstoff-Energiesystemen beschäftigt, die sowohl zur Speicherung von Energie als zur Herstellung sauberen Brennstoffs dienen, ist ITM Power ITM Power PLC (GB00B0130H42). Unter anderem kann durch Elektrolyse mit überschüssigen Strom Wasserstoff produziert werden, der zum Beispiel für Brennstoffzellen genutzt werden kann oder in das Erdgasnetz eingespeichert wird. Daher gehört ITM Power sicherlich zu den Unternehmen, die mit am direktesten davon profitieren könnten, falls sich Power-to-Gas langfristig durchsetzt. Die Kursentwicklung war allerdings innerhalb der letzten zwölf Monate nicht sehr erfreulich, denn der Aktienkurs fiel von rund 0,47 Euro Mitte April 2013 auf aktuell etwa 36 Cent.


Das Chemieunternehmen WACKER CHEMIE


Noch ein weiteres Unternehmen, welches nicht in erster Linie mit der Herstellung oder Umwandlung von Energie beschäftigt ist, aber dennoch von Power-to-Gas profitieren könnte, ist das global tätige Chemieunternehmen Wacker Chemie AG Wacker Chemie AG (DE000WCH8881). Die Geschäftstätigkeit erstreckt sich insbesondere auf den Bereich Silikonchemie, wozu unter anderem auch die Herstellung von Silizium- und Polymerprodukten gehört. Zudem nimmt Wacker Chemie derzeit an einem Pilotprojekt Teil, bei dem es um eine Anlage aus dem Bereich Power-to-Gas geht. Das Projekt wird mit mehreren Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert, sodass auch dieser Konzern durchaus eine Verbindung zur Umwandlung in Form von Power-to-Gas hat. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich in den vergangen zwölf Monaten hervorragend entwickelt und stieg von rund 54 Euro (Mitte April 2013) auf aktuell etwa 88 Euro an.


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