Analyse Aktien Rohstoffe

Fracking könnte zu einem fortgesetzten Boom im Energiebereic

Ein Beitrag von Oli41Gel 31 12.11.2013

Es gibt eine relativ neue Methode, durch die bisher nicht nutzbare Öl- und Gasvorkommen gefördert werden können, nämlich das sogenannte Fracking. Besonders spezialisierte Unternehmen aus dem Energiebereich können von dieser Methode profitieren und letztendlich auch deren Aktionäre.
 
Deutsche Rohstoff AG
 
 
ANTERO RESOURCES CORP. REG...
 
 
Exxon Mobil Corp
 
 
Helmerich & Payne Inc
 
 
Schoeller-Bleckmann Oilfield Eq...
 
 
Halliburton Co
 

Spätestens seit Beginn des Jahres wird immer häufiger über die Methode des Hydraulic Fractioning, kurz als Fracking bezeichnet, gesprochen. Vereinfacht gesagt handelt es sich beim Fracking um ein Verfahren, durch welches es möglich ist, sowohl Öl- als auch Erdgasvorkommen zu fördern, die bisher nicht gefördert werden konnten, weil sie in Gesteinsschichten gebunden sind. Durch die Methode des Frackings ist es jedoch jetzt möglich, auch solche Vorkommen aus den Gesteinsschichten herauszulösen. Dies geschieht durch ein spezielles Gemisch, welches aus knapp rund 94,5 Prozent Wasser sowie etwa fünf Prozent Sand besteht. Darüber hinaus wird noch ein Anteil von etwa 0,5 Prozent chemischer Zusätze hinzugeben. Dieses Gemisch wird dann mittels eines hohen Druckes in die jeweiligen Gesteinsschichten gepresst. Die Folge ist, dass das Gestein aufbricht und sowohl vorhandenes Gas als auch Öl so die Möglichkeit haben, durch die entstandenen Risse hindurchzuströmen.


Die enormen Vorteile, die das Fracking mit sich bringt, liegen auf der Hand. Vor allen Dingen in den Vereinigten Staaten werden mittels der neuartigen Methode bereits riesige Mengen an Erdöl und Erdgas gefördert, die bis vor einiger Zeit aufgrund der fehlenden Technologie nicht erschlossen werden konnten. Profitieren können von dieser neuen Technologie daher insbesondere solche Unternehmen, deren Hauptgeschäftstätigkeit darin besteht, neue Öl- und/oder Gasvorkommen zu erschließen und durch den Verkauf des Rohstoffes Einnahmen zu generieren. Aufgrund des hohen Potenzials lohnt sich für viele Unternehmen auch jetzt noch der Einstieg in diese Fördermethode. Wegen der sehr guten Umsatz- und Gewinnaussichten, die durch das große Volumen an möglichen Förderkapazitäten vorhanden sind, sind Unternehmen in diesem Segment auch für Anleger sehr interessant.


Experten beziffern die mögliche Steigerung der Produktionskapazitäten, die durch die bisher nicht erschließbaren Öl- und Gasquellen vorhanden sind, auf etwa 30 Prozent. Besonders aufgrund der Tatsache, dass bei den konventionellen Abbaugebieten schon seit einiger Zeit ein Rückgang zu verzeichnen ist, wird die Fracking-Methode auch in der Zukunft von sehr großer Bedeutung sein. Allerdings gibt es bezüglich der Technologie durchaus auch kritische Stimmen. So fürchten manche Experten beispielsweise, dass das Grundwasser insbesondere durch die gesundheitsschädlichen Chemikalien, die als Beimischung zum Einsatz kommen, verunreinigt werden könnte. Dennoch ist die Stimmung derzeit insgesamt eher positiv, und zwar vor allen Dingen in den Ländern, die über die größten Ressourcen verfügen. Im Bereich Schiefergas ist das zum Beispiel mit einem Volumen von rund 24 Billionen Kubikmetern (Stand 2010) die USA, gefolgt von Argentinien und Mexiko, die mit 22 und 19 Billionen Kubikmetern über ein ebenfalls sehr großes Potenzial verfügen. Insbesondere in den Vereinigten Staaten ist seit geraumer Zeit ein regelrechter Fracking Boom entstanden. Demzufolge sind es bisher auch in erster Linie amerikanische Unternehmen, die profitieren können.


Was die Auswahl der Unternehmen angeht, so können sich die Anleger grundsätzlich zwischen noch relativ jungen und meistens etwas kleineren Unternehmen sowie den großen Energieriesen entscheiden. Die jungen Unternehmen haben den Vorteil, dass teilweise sehr hohe Renditen bei deren Aktien erzielt werden können. Andererseits ist das Investment allerdings auch relativ riskant, da diese kleineren und mittleren Unternehmen die Suche nach Vorkommen selbst übernehmen und mehrere Fehlversuche dazu führen könnten, dass eine Insolvenz droht. Wer etwas sicherer investieren möchte, aber dennoch ebenfalls vom Fracking profitieren will, der entscheidet sich hingegen für die großen Energieunternehmen, die auch wir im Folgenden vorstellen möchten.


Der Erdölgigant ExxonMobile


Bei ExxonMobile (Exxon Mobil Corp (US30231G1022)) handelt es sich um einen Ölkonzern, der nicht nur aktuell, sondern schon seit geraumer Zeit die größte Marktkapitalisierung weltweit hat und demzufolge als größter Erdölkonzern der Welt bezeichnet wird. Der Erdölgigant ist in praktisch allen Bereichen aktiv, die mit dem Erdölgeschäft zu tun haben. Da ein großer Geschäftsbereich in der Förderung von Erdöl besteht, dürfte auch ExxonMobile von dem neuen Volumen profitieren, welches sich durch Fracking ergibt. Zwar musste das Unternehmen im 3. Quartal dieses Jahres einen Gewinnrückgang von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen, aber aufgrund des schleppenden Geschäftes im Raffineriebereich hatten Experten sogar noch mit einem höheren Gewinnrückgang gerechnet. Trotzdem konnte das Unternehmen immer noch einen Gewinn von knapp 7,9 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Positiv ist ferner, dass die Aktien des Unternehmens mit einem KGV von knapp elf durchaus günstig bewertet sind. Aktuell notiert der Aktienkurs bei rund 69,20 Euro, was etwa dem Niveau des Vorjahres zum gleichen Zeitpunkt entspricht. Allerdings ist insbesondere seit Anfang Oktober eine deutliche Kurssteigerung zu beobachten, denn zu Beginn des Oktobers notierte der Kurs noch bei 63 Euro.


Der Anlagenlieferer Helmerich & Payne


Bei Helmerich & Payne (Helmerich & Payne Inc (US4234521015)) handelt es sich ebenfalls um ein amerikanisches Unternehmen, welches in erster Linie Anlagen für horizontales Bohren liefert. Das Unternehmen bietet vor allen Dingen Erdölbohrungen für diverse Erdölkonzerne an, deren Schwerpunkt in erster Linie in den Vereinigten Staaten oder auch in Guinea liegt. Vom Fracking sollte Helmerich & Payne in erster Linie dadurch profitieren, dass es aufgrund der möglichen Produktionssteigerungen der Förderer mehr Aufträge für Bohrungen gibt. Da das Unternehmen sehr gut aufgestellt ist, sollte sich aus dieser Umsatzsteigerung auch eine Steigerung des Gewinns erzielen lassen. Vom KGV her sind die Aktien ebenfalls günstig bewertet, denn das KGV liegt bei etwas mehr als zehn. Die Aussichten auf Gewinnsteigerungen haben sich bereits auf den Aktienkurs ausgewirkt, denn im Jahresvergleich notiert der Aktienkurs derzeit um mehr als 50 Prozent über dem Vorjahresniveau. Während der Kurs aktuell bei etwa 57,30 Euro notiert, lag er vor zwölf Monaten noch bei rund 36 Euro. Allein in den vergangenen drei Monaten betrug die Kursperformance etwa 15 Prozent.


Halliburton bietet Fracking-Service an


Ein Unternehmen, welches vielleicht auf die direkteste Weise von der Methode Fracking profitieren könnte, ist Halliburton (Halliburton Co (US4062161017)). Das amerikanische Unternehmen fördert nämlich auf der gesamten Welt eine breite Palette an Erdölprodukten und bietet inzwischen auch einen Fracking-Service. Gerade im Bereich der technischen Dienstleistungen handelt es sich um einen weltweit führenden Anbieter. Diese Marktposition sollte sich durchaus noch ausbauen lassen, da nun auch Fracking als Methode angeboten wird. Sowohl von den fundamentalen Daten als auch von der bisherigen Kursentwicklung her sind die Aktien von Halliburton sehr interessant. Das KGV ist mit 8,4 vergleichsweise niedrig und der Kurs ist im Jahresvergleich um mehr als 50 Prozent gestiegen. Vor rund zwölf Monaten notierten die Aktien noch bei etwa 24 Euro, während der aktuelle Kurs knapp über 40 Euro beträgt. Besonders positiv war die Entwicklung in den vergangenen drei Monaten, denn in diesem Zeitraum stieg der Aktienkurs um fast 20 Prozent an.


Gasproduzent Antero mit starkem Börsenbeginn


Auch der Gasproduzent Antero (ANTERO RESOURCES CORP. REGISTERED SHARES DL -,01 (WKN A1W4U4) (US03674X1063)) ist für Anleger sehr interessant, die im Bereich Fracking investieren möchten. Das vor Kurzem erfolgte Börsendebüt des Öl- und Gasproduzenten, der seinen Sitz in Denver hat, verlief jedenfalls sehr positiv. Die so erzielten Einnahmen von rund 1,6 Milliarden US-Dollar sollen vor allen Dingen dazu dienen, die Geschäftstätigkeit im Bereich Fracking auszuweiten und vom anhaltenden Schiefergas-Boom in den Vereinigten Staaten zu profitieren. Zeitweilig stieg der Aktienkurs im Vergleich zum Emissionskurs um rund 25 Prozent, bis dann allerdings bereits Gewinnmitnahmen einsetzten. Dennoch sind die weiteren Aussichten sehr positiv, zumal einige Experten davon ausgehen, das Antero in diesem Jahr zu den Öl- und Gasproduzenten gehören wird, die weltweit am schnellsten wachsen. Aktuell notiert der Kurs bei knapp 40 Euro.


Schoeller-Bleckmann Oilfield als Ausrüster mit Potenzial


Das Unternehmen Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (AT0000946652)) gehört ebenfalls in ein gut strukturiertes Portfolio, welches zumindest teilweise auf dem Bereich Fracking ausgerichtet ist. Der weltweit führende Ausrüster im Bereich der Präzisionswerkzeuge, die für Fracking-Bohrungen benötigt werden, stammt aus Österreich. In erster Linie liefert es Unternehmen diverse Komponenten an Ölfirmen, die bei Spezialbohrungen benötigt werden, wie zum Beispiel Bohrkopfmotoren oder auch Hochpräzisionsteile, an denen beispielsweise Komponenten für Messungen befestigt werden. Diese speziellen Technologien sind für die Erschließung von Vorkommen im Schiefergestein unentbehrlich. Darüber hinaus hat SBO in diesem Bereich mittlerweile einen weltweiten Marktanteil von mehr als 45 Prozent und zeichnet sich darüber hinaus durch hohe Gewinnmargen im Bereich von 20 Prozent aus. Dazu passt auch, dass das Unternehmen seine Erlöse in den letzten zehn Jahren etwa vervierfachen konnte, während der Gewinn sogar verzehnfacht werden konnte. Aktuell notieren die Aktien bei rund 85,20 Euro, was im Vergleich zum Kurs von vor zwölf Monaten ein Plus von rund 20 Prozent bedeutet.


Deutsche Rohstoff durch Tecton am Fracking beteiligt


Auch ein Unternehmen aus Deutschland, die Deutsche Rohstoff (Deutsche Rohstoff AG (DE000A0XYG76)), ist über die zusammen mit zwei Amerikanern gegründete Firma Tekton Energy ebenfalls im Bereich Fracking aktiv. Tekton wurde erst vor zwei Jahren gegründet, verfügt durch seine zwei Mitgründer jedoch bereits über viele Erfahrungen bezüglich der Technologien, die zur Erschließung von Schiefergasvorkommen benötigt werden. Gerade erst konnte Tekton fünf Horizontalbohrungen in diesem Bereich erfolgreich abschließen. Grundsätzlich besteht die Idee des Unternehmens darin, zunächst Flächen zu beachten, um die vorhandenen Technologien dann mit einem überdurchschnittlichen Gewinn einsetzen zu können, um diese Flächen zu entwickeln. Sicherlich konnte die Deutsche Rohstoff auch bezüglich ihres Aktienkurses, der sich in den vergangenen zwölf Monaten hervorragend entwickelt hat, von Tekton profitieren. Notierten die Aktien vor etwa einem Jahr noch bei 13 Euro, so hat sich der Kurs mit aktuell etwa 24,20 Euro fast verdoppelt.


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