Analyse Aktien Rohstoffe

Kaffeepreis in freiem Fall

Ein Beitrag von Squid 39 16.11.2013

Der Verbraucher merkt es schon seit einiger Zeit, dass der Kaffee im Supermarkt immer günstiger wird. Die Begründung für diesen Preissturz liefert die zu erwartende Rekordernte in Brasilien und Kolumbien. Aktuell notiert Kaffe der Sorte Arabica nur noch knapp über der Marke von 100 US-Cent je Pfund. Der niedrigste Wert seit mehr als sieben Jahren.
 
McDonald's Corp
 
 
Nestle SA
 
 
Mondelez International Inc
 
 
Starbucks Corp
 

Interessant für den Anleger sind zwei Sichtweisen.

1.) Investitionen im Rohstoffmarkt

Nähern wir uns einem Turnaround? Indiz könnten die Rekordhohen Short-Positionen am Terminmarkt sein. Zu bedenken ist aber, dass Kaffe kein wechselbarer Rohstoff wie Soja oder Weizen ist. Nur weil der Preis gerade auf einem Tiefpunkt ist, werden die Bauern nicht ihre Bäume abholzen.

Fazit: Gerade kann der Preis noch weiter in den Keller gehen. Vorsichtig sollte man daher bei Long-Engagements sein und sich hier nicht gegen den Markt positionieren. Es könnte sich aber lohnen den Kaffee-Chart auf seine Watchlist zu setzen um nicht den Turnaround zu verpassen.

2.) Wer profitiert davon?

In erster Linie der Kaffeeverbraucher und die Anbieter von  Kaffeeprodukten.

Starbucks (Starbucks Corp (US8552441094)). Erst Anfang November hat die Starbucks-Aktie bei 82,50 Dollar ein frisches Allzeithoch markiert. Der Nasdaq-Titel sendet damit eines der besten technischen Kaufsignale überhaupt. Ein fundamentaler Faktor, der die Starbucks-Rally wesentlich mit befördert hat: die sinkenden Kaffeepreise. Durch die aktuelle Strafzahlung an Mondelez in Höhe von 2,8 Mrd. Dollar setzt die Rating-Agentur Moody’s die Aktie aber nur auf  Baa2 (Long-Term Debt Rating).


McDonalds (McDonald's Corp (US5801351017)). Über sinkende Kaffeepreise und damit steigenden Margen kann sich auch McDonald’s freuen. Die Fast-Food-Kette zählt mit ihren McCafés zur direkten Starbucks-Konkurrenz. Die Fast-Food-Aktie markierte im April 2013 bei 103,70 Dollar ein Allzeithoch und konsolidiert seither. Analysten sehen aber bis 2015 ein langfristiges Wachstum von 11.76%.




Nestle (Nestle SA (CH0038863350)). Ein äußerst margenträchtiges Geschäft betreibt auch Nestlé mit seinen Nespresso-Kapseln. Dabei profitiert Nestlé nicht nur von den sinkenden Kaffeepreisen, welche die Kostenseite natürlich entlasten sondern auch von Kunden, die bereit sind knapp 60 Euro für 1 Kilo Kaffee in schicken Kapseln zu zahlen.




Mondelez (Mondelez International Inc (US6092071058)). Der Nasdaq-Titel, der 2012 aus der Aufspaltung von Kraft Foods hervorgegangen ist, bewegt sich seit 2009 in einem steilen Aufwärtstrend, die Rally (plus 95 Prozent in vier Jahren) wurde jüngst durch den Anstieg auf ein neues Rekordhoch (34,10 Dollar) gekrönt. Zusätzlichen Schub bekommt die Aktie am Mittwoch durch einen Schlichterspruch: Starbucks muss knapp 2,8 Milliarden Dollar an Mondelez als Entschädigung zahlen. Starbucks hatte dem Lebensmittelkonzern im März 2011 vorzeitig die Lizenz gekündigt, Starbucks-Kaffee herzustellen und in Supermärkten zu vertreiben.



Über Kommentare und Beiträge würde ich mich freuen.


DruckversionArtikel melden

0 Kommentare Kommentar verfassen

x