Analyse Aktien Smart Home

Smart Home – Eine Vision nimmt Gestalt an

Ein Beitrag von tzimmer 9 31.12.2017

Die Idee eines vollautomatisierten Haushalts mit untereinander verbundenen Einzelgeräten und Steuerungszentren existiert bereits seit Längerem. Neue Produktgruppen einiger großer Unterhaltungs- und Elektronikkonzerne sowie die immer größere Anzahl kompatibler Geräte von Drittanbietern sorgen nun für eine sukzessive Etablierung und Akzeptanz des Konzepts. Potenziellen Nutzer stellt sich hierbei auch die Frage, ob man das Netzwerk in Eigenregie aufbaut oder sich diesbezüglich professionell beraten lässt.
 
Control4 Rg
 
 
Apple Inc
 

In den vergangenen Jahren nahmen vernetzte Entertainment- und Haushaltsgeräte auf den Elektronikmessen eine stetig größere Rolle ein. Diese Entwicklung umfasste auch Komponenten im Bereich der Gebäudesicherheit, dem Energiemanagement sowie der automatischen Gerätesteuerung. Die Entwicklung hin zum Smart Home, welche mit Smart TVs und Smartphone-Apps ihren Anfang nahm, könnte zukünftig eine Großzahl der elektronischen Geräte in unseren Haushalten umfassen und dabei vor allem für zusätzlichen Komfort und eine effizientere Energienutzung sorgen. Laut der Studie „Smart Home Monitor 2017“ des Marktforschungsinstituts „Splendid Research“ nutzen bereits heute etwa 36 Prozent aller Befragten Geräte oder Technologien, welche dem Segment Smart Home zugeordnet werden können. Seit 2012 hat sich dieser Anteil hierbei verdreifacht. Und die Quote könnte weiter steigen, 2017 gaben 40 Prozent aller Befragten an, sich für die neuen technologischen Möglichkeiten zu interessieren. Das Marktforschungsunternehmen „Zion Market Research“ schätzte den globalen Markt für Smart Home-Anwendungen vergangenes Jahr auf mehr als 24 Milliarden US-Dollar, bis zum Jahr 2022 schätzt das Unternehmen das globale Marktvolumen auf bis zu 53 Milliarden US-Dollar. Der deutsche Verband „eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.“ geht in einer eigenen Prognose derzeit von einem Wachstum des deutschen Marktes von bis zu 58 Prozent in den nächsten fünf Jahren aus. Im Jahr 2022 soll dieser eine Größe von etwa 4,3 Milliarden Euro erreicht haben. Dieses neue Wettbewerbsfeld beeinflusst dabei auch viele weitere Branchen. Vor allem die Hersteller von Unterhaltungselektronik stehen hierbei momentan im Fokus. Im Rahmen des „Smart Home Monitor 2017“ gehörten Komfort und Spaß zu den Top 3 der genannten Anschaffungsgründe. In diesen Anwendungsfeldern sorgten Amazon mit der „Alexa“-Produktfamilie sowie Google mit der „Nest“-Serie in den vergangenen Monaten für eine gesteigerte Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung. Auch Apple möchte diesen Markt frühzeitig erschließen und so auch die eigenen Onlinedienste über seine Produkte noch besser in den Alltag seiner Kunden integrieren. Der Markt für Smart Homes umfasst jedoch auch eine Dienstleistungskomponente hinsichtlich des Entwurfs und der Installation solcher Systeme. Die Control4 Corporation sorgte in den vergangenen Jahren für einige positive Nachrichten und könnte sich ebenfalls als Investment auszahlen.

Apple Inc (US0378331005)

Apple betreibt seit etwa zwei Jahren eine eigene Plattform für Heimautomatisierung namens „Homekit“. Nachdem die Auswahl an kompatiblen Geräten zur Markteinführung des Systems noch relativ überschaubar ausfiel, umfasst die Liste der Geräte derzeit mehr als 100 Geräte und Elektronikkomponenten, die mit Homekit kompatibel sind. Dazu zählen beispielsweise Produkte aus den Kategorien Beleuchtung, Schalter, Steckdosen, Thermostate, Ventilatoren oder Klimatisierungssteuerungen. Apple ist momentan führend, was die Datensicherheit der Smart Home-Komponenten betrifft. Jedes Gerät, welches mit Homekit kompatibel sein soll, muss Apple´s Anforderung einer End-to-End-Verschlüsselung erfüllen. Die Steuerung der Komponenten erfolgt über eine App namens „Home“. Für das Frühjahr 2018 ist allerdings die Markteinführung des „Homepod“ angekündigt, welcher in seiner Funktionsweise Amazon Alexa oder dem Google Home-Speaker ähneln dürfte. Aufgrund der hohen Kundenbindung, welche Apple in den letzten Jahren auch durch die eigene Produktfamilie aufgebaut hat, könnte das Produkt sich als trotz des, im Vergleich zur Konkurrenz, späten Markteintritts etablieren. Für die Apple-Bilanz dürfte die Smart Home-Entwicklung zumindest in der näheren Zukunft noch eine untergeordnete Rolle spielen. Vor allem der HomePod zeigt aber, dass Apple diesen wichtigen Trend in seinen Plänen berücksichtigt. Hauptumsatztreiber dürften zunächst jedoch weiterhin iPhone, iPad sowie die MacBooks sein. Aber gerade dieser Umstand könnte Apple zum Ziel für Anleger machen, welche nicht vollends an eine zügige Etablierung des Smart Homes glauben und sich in der Unternehmensaktivität diversifizieren möchten.

Control4 Rg (US21240D1072)

Die in Draper, Utah ansässige Control4 Corporation ist seit 2013 börsennotiert und beschäftigt knapp 550 Mitarbeiter in den eigenen Niederlassungen, welche auch Büros in Shanghai sowie Bangalore, Indien umfassen. Für den Verkauf und die Installation der Produkte setzt das Unternehmen auf ein Netzwerk von ausgewählten Händlern, welches weltweit mittlerweile eine Größe von mehr als 5.500 Partnern erreicht hat. Die Produktauswahl beinhaltet dabei eine Auswahl aller relevanten Smart Home-Teilbereiche. Basis für die Identifikation kompatibler Geräte innerhalb eines Netzwerks ist das 2012 von Control4 entwickelte Protokoll „SDDP“, welches das Unternehmen an Elektronikproduzenten lizensiert. Derzeit sind mehr als 11.000 Produkte von Drittanbietern mit den Control4-Systemen kompatibel, darunter auch Geräte von führenden Unterhaltungselektronikanbietern wie Samsung, Sony, Panasonic, Bose oder Harman Kardon. Auch momentan sehr populäre Do-It-Yourself Systeme wie Amazon Alexa oder Google Nest harmonieren mit den Systemen, was die Nutzer dieser Komponenten nicht aus der Zielgruppe der Control4 Corporation herausfallen lässt. Die Grundsteuerungseinheit vertreibt Control4 für weniger als 1.000 US-Dollar, zu diesem System lassen sich dann sukzessive weitere Geräte und Steuerungseinheiten hinzufügen. Neben der ursprünglichen Installation lassen sich so im Zeitablauf auch weitere Folgeumsätze generieren. Der vollintegrierte Dienstleistungsansatz und die sehr variablen Gestaltungsmöglichkeiten der jeweiligen Systeme heben Contol4 derzeit von den anderen Anbietern in diesem Marktsegment ab und bescherten dem Unternehmen in den letzten Jahren ein ansehnliches Wachstum. Auch die aktuellen Zahlen konnten überzeugen. Im dritten Quartal betrug der Umsatz 65 Millionen US-Dollar, eine Steigerung um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch der Gewinn konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 5,2 Millionen US-Dollar in etwa verdreifacht werden. Control4 sticht auch durch den Umstand aus dem Feld der Markteilnehmer heraus, weil es sich hier um ein Unternehmen handelt, bei welchem das Konzept Smart Home zentral für die Unternehmenstätigkeit und die erzielten Umsätze ist. Die Weiterentwicklung des Marktes dürfte zukünftig einen stärkeren Einfluss auf die Wertentwicklung von Control4 haben als bei den Investment-Alternativen. Daher könnte sich diese Aktie für Anleger eignen, welche von der Etablierung des Smart Home überzeugt sind und die geringere Diversifizierung der Unternehmenstätigkeit in Kauf nehmen.


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