Analyse Aktien Tiefseebergbau

Steigende Kosten belasten Offshore-Erdölförderung

Ein Beitrag von Oli41Gel 31 29.06.2014

Wenn es um die Erdölförderung geht, dann ist derzeit häufig vom sogenannten Fracking die Rede. Allerdings wird der weitaus größte Teil des global geforderten Erdöls nach wie vor auf herkömmliche Art und Weise an die Oberfläche gebracht, also beispielsweise durch Bohrungen im Meer. Aktuell zeichnet sich die sogenannte Offshore-Förderung im negativen Sinne allerdings unter anderem durch steigende Kosten aus.
 
Fugro NV
 
 
Exxon Mobil Corp
 
 
Technip (ex-Technip-Coflexip)
 
 
Baker Hughes Inc
 

Nach wie vor befinden sich in den Meeren große Mengen an Erdöl, die noch gefördert werden können. Besonders hohe Reserven sind beispielsweise im Meer vor Brasilien oder Angola vorhanden. Es wird allerdings immer kostenintensiver, diese Ölreserven aus dem Meer an die Oberfläche zu bekommen. Ein Grund besteht definitiv darin, dass immer tiefer gebohrt werden muss, um an das Erdöl zu gelangen. Desto tiefer eine Bohrung jedoch ist, desto höher sind die anfallenden Kosten. Darüber hinaus steigt der Bedarf weltweit an, sodass eine immer höhere Nachfrage durch die Erdölvorkommen gedeckt werden muss.


Insbesondere die Tiefwasserbohrungen haben sich in der Vergangenheit im negativen Sinne durch relativ hohe Kosten auszeichnen können. Trotz technischer Fortschritte geht die Tendenz eher zu weiter steigenden Kosten, als dass die neue Technik dazu beitragen könnte, dass die Förderung preiswerter wird. Darüber hinaus gibt es durchaus einen Konkurrenzkampf diverser Offshore-Projekte mit den Ölfeldern, die an Land zur Förderung bereitstehen. Die Situation der steigenden Kosten wiegt besonders schwer, wenn der technische Fortschritt mit einbezogen wird. So halten die Bohrplattformen sowie die gesamte Technik heutzutage immer extremere Temperaturen und sehr hohen Druck aus, denn teilweise können die modernen Bohrplattformen mittlerweile ihre Arbeit bis in drei Kilometer Tiefe durchführen. Die Bohrungen können sogar bis auf rund 10.000 Meter hinab gehen. Probleme bereitet allerdings in erster Linie nicht das tiefe Wasser, sondern vor allen Dingen die ebenfalls sehr tiefen Felsen, welche die Bohrer zu überwinden haben.


Zu den ansteigen Kosten tragen in nicht unerheblichem Umfang notwendige Reparaturen an den Ölplattformen bei, wie das aktuelle Beispiel am Kaspischen Meer anschaulich verdeutlicht. Im Kaspischen Meer befindet sich ein enorm großes Ölfeld, welches derzeit als eines der weltweit größten Projekte im Bereich der Erdölförderung gilt. Da jetzt allerdings umfangreiche Reparaturarbeiten erforderlich sind, kann nach Ansicht der Experten nicht vor 2016 mit der Förderung begonnen werden. Dies bedeutet vor allem für die beteiligten Unternehmen, zu denen neben Total unter anderem auch Exxon Mobile gehört, einen deutlichen Rückschlag. An diesem Beispiel wird klar, mit welchen Risiko und zusätzlichen Kosten gerade die Offshore-Erdölförderung verbunden ist, sodass zahlreiche Experten gegenüber den Unternehmen, die in diesem Zweig tätig sind, aktuell eher kritisch gegenüberstehen. Für Anleger bedeutet das, dass es eine durchaus negative Tendenz gibt, die auf den steigenden Kosten beruht.


Hinzu kommt natürlich die Tatsache, dass Fracking auf lange Sicht zu einer durchaus ernstzunehmenden Konkurrenz führen könnte. Einerseits gibt es noch immer diverse Ölfelder an Land, insbesondere im arabischen Raum, die noch lange nicht ausgeschöpft sind. Andererseits könnte ein Durchbruch beim Fracking dazu führen, dass zukünftig auch in Ländern Erdöl gefördert werden kann, in denen dies noch vor einigen Jahren undenkbar schien. Auch diese Faktoren wirken sich negativ auf die Aussichten der Offshore-Erdölförderung aus, was ein weiterer Aspekt ist, den Anleger berücksichtigen sollten.


Baker Hughes Incorporated


Zu den führenden Herstellern im Bereich Technologien für erdölfördernde Unternehmen gehört der amerikanische Konzern Baker Hughes Incorporated Baker Hughes Inc (US0572241075). Das Unternehmen bietet insbesondere Maschinen an, die für die Bohrungen im Meer wichtig sind. Dazu gehören unter anderem Hochleistungsbohrköpfe oder auch Messsysteme, welche die Daten während des gesamten Bohrfortschrittes erfassen können. Aber auch Turbinensysteme und Maschinen, die zur Trennung von Bohrabfällen genutzt werden können, bietet der Konzern an. Würde die Erdölförderung im Offshore-Bereich aufgrund steigender Kosten zurückgehen, würde Baker Hughes Incorporated aller Voraussicht nach darunter leiden. Die Aktien des Unternehmens haben sich im vergangenen Jahr prächtig entwickelt und stiegen von rund 35 Euro (Mitte Juni 2013) auf aktuell über 50 Euro an.


Fugro N.V.


Bei Fugro N.V. Fugro NV (NL0000352565) handelt sich um eine Unternehmensgruppe, die in den Niederlanden ansässig ist. Das Unternehmen bietet vor allen Dingen Produkte an, die in den Bereich Meerestechnik und Messtechnik fallen. Mit dem Bereich Offshore-Erdölförderung hat Fugro in der Hinsicht zu tun, als dass die Messtechnik unter anderem dazu verwendet werden kann, um die Bodenbeschaffenheit (Meeresboden) zu untersuchen. Denn die Untersuchung des Meeresbodens und dessen Beschaffenheit sind von extremer Bedeutung, um später möglichst kostenschonend nach Erdöl bohren zu können. Die Aktien haben sich in den vergangen zwölf Monaten nicht merklich bewegt, sondern notieren derzeit mit rund 43,50 Euro nur etwas mehr als einen Euro über dem Stand von vor einem Jahr.


Technip S.A.


Erstaunlicherweise gibt es diverse europäische Unternehmen, die mit dem Bereich Erdölförderung zu tun haben. Dazu gehört unter anderem auch der französische Konzern Technip S.A. Technip (ex-Technip-Coflexip) (FR0000131708), der insbesondere im Bereich Technologie um Projektmanagement für die Ölindustrie tätig ist. Dabei spielt das Segment Subsea, (unter Wasser) und Offshore eine wichtige Rolle, denn hier ist der Konzern international tätig. Das Unternehmen kann eine große Produktpalette und Technologien anbieten, zu denen beispielsweise Leitungssysteme gehören, die bis zu einer Wassertiefe von drei Kilometern zum Einsatz kommen können. Darüber hinaus ist Technip in seiner Geschäftssparte Offshore ebenfalls in den Segmenten Konstruktion, Installation und Wartung von Leitungssystem tätig. Dabei werden unter anderem auch zahlreiche Offshore-Plattformen betreut. Vor rund einem Jahr lag der Aktienkurs bei rund 84 Euro, während die Aktien des Unternehmens aktuell mit 78 Euro etwas preiswerter zu haben sind.


Aker Kvaerner


Auch das norwegische Unternehmen Aker Kvaerner NO0010215684 bietet Produktionssysteme an, die bei der Erdölförderung zum Einsatz kommen. Dabei kann sich das Unternehmen dadurch auszeichnen, dass Technologielösungen für den Bereich Erdölförderung und Bohrungen im Meer mit der Projektentwicklung sowie der Produktion verbunden werden. Unter anderem bietet Aker Kvaerner auch Verarbeitungsanlagen und spezielle Vorratssysteme an. Die Aktien haben sich in vergangen zwölf Monaten durchaus gut entwickelt und stiegen vom Kurs her um über 20 Prozent an. Aktuell notieren die Aktien bei rund 14 Euro.


Exxon Mobile


Es sind keineswegs nur die Unternehmen, die Technik für notwendige Erdölbohrungen im Meer liefern, die unter den steigenden Kosten der Offshore-Erdölförderung zu leiden haben könnten. Wie das Projekt im Meer vor Kasachstan zeigt, sind durchaus auch die großen Mineralölkonzerne betroffen, beispielsweise Exxon Mobile Exxon Mobil Corp (US30231G1022). Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Mineralölgesellschaften, sodass es selbstverständlich ist, dass die Ölförderung auch im Offshore-Bereich vorgenommen wird. Der Mineralölkonzern betreibt diverse Erdölplattformen, sodass es nahezu automatisch so ist, dass Exxon Mobile unter den zunehmenden Kosten zu leiden hat. Sind dann auch noch große Reparaturen notwendig, wie es derzeit bei der Bohrplattform vor Kasachstan der Fall ist, kann sich das negativ auf die Zahlen des Unternehmens auswirken. Die Aktien mussten unter der doch eher negative Entwicklung bisher noch nicht leiden, denn der Kurs lag vor rund einem Jahr bei 69 Euro, während die Aktien aktuell etwa 75 Euro kosten.


DruckversionArtikel melden

0 Kommentare Kommentar verfassen

x