Analyse Aktien Versicherungen

Münchener Rück wird zu Munich Re

Ein Beitrag von Squid 39 13.10.2013

Der weltweit führende Rückversicher nennt sich seit September Munich Re. Doch das ist nicht das einzige, was eine Meldung wert ist. Die Performance in den letzten 5 Jahren liegt bei +33,84% mit Bruttobeitrageinnahmen in Höhe von 52 Mrd. Euro. Der drittgrößte Rückversicherer, die Hannover Rück (ISIN DE0008402215) mit Firmensitz in Hannover, erzielte im gleichen Jahr Bruttobeitrageinnahmen in Höhe von 13,7 Mrd. Euro.
 
Munich Reinsurance Company
 

Die Münchener Rückversicherungsgesellschaft (ISIN Munich Reinsurance Company (DE0008430026)) wurde am 19.04.1880 von Carl von Thieme mit finanzieller Hilfe des Industriellen und Finanziers Theodor von Cramer-Klett und von dessen Vertrauten, vor allem Wilhelm von Finck (Teilhaber des Bankhauses Merck Finck & Co), Karl Wilhelm Hermann Pemsel (seit 1872 Generalbevollmächtigter von Cramer-Klett), sowie der Darmstädter Bank  für Handel und Industrie gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist München.

Im Geschäftsjahr 2012 lag der Konzernumsatz durch gebuchte Bruttobeiträge bei 52 Mrd. Euro. Seit 2008 mit 37,8 Mrd. Euro ein Zuwachs von 14,2 Mrd. Euro. Das Eigenkapital konnte im gleichen Zeitraum von 21,1 Mrd. Euro auf 27,4 Mrd. Euro im Jahr 2012 aufgestockt  werden. Hier zeigt sich der Vorteil des Unternehmens zukunftsweisende Umstrukturierungen innerhalb des Konzerns  und Neuorientierung am Markt rechtzeitig initiiert zu haben.  Gerade durch die Übernahme der Ergo Versicherungsgruppe AG im Mai 2010 wurde ein wichtiger Schritt getan. Die Versicherungsgruppe, nun umbenannt in ERGO, ist nach der Allianz der zweitgrößte Erstversicherer in Deutschland mit gebuchten Bruttobeiträgen im Jahr  2012 von 17,1 Mio. Euro (2008 16,5 Mio. Euro) und 40 Mio. Kunden weltweit.

Damit deckt die Munich Re und ihre Tochtergesellschaft ERGO-Gruppe ein sehr weites Feld im Versicherungsgeschäft ab. Munich Re bietet weiterhin sein Stammgeschäft an, die Rückversicherung von Versicherern mit weltweit 4000 Kunden. Die ERGO-Gruppe bietet alle Formen der Lebens- und Krankenversicherung sowie die meisten Formen der Schadens- und Unfallversicherungen an.

Die 1999 gegründete MEAG (MUNICH ERGO Asset Management GmbH, ISIN DE0009754119) verwaltet und steigert die Kapitalanlagen von Munich Re und ERGO, sowie institutioneller Investoren (z.B. Hedgefonds) und Privatanleger. 2012 verwaltet MEAG in verschiedenen Fond-Gruppen insg. 228 Mrd. Euro.

Warum läuft das Geschäft so gut?

Durch die rückläufigen Beitragseinnahmen im Bereich Kapitalbildende Lebensversicherungen  musste der Versicherungsmarkt ziemliche Verluste in den letzten Jahren hinnehmen. Ein garantierter Zinssatz von Aktuell 1,75 % (im Jahr 2012 bei 2,25%) überzeugte den Privatkunden nicht, sich langfristig zu binden. Die gute alte Lebensversicherung hat somit ausgedient, zumindest solange bis eine Besserung im Kapitalertragsgeschäft  eintritt. Die Portfolios anderer großer Versicherungsgruppen mit gleichen Produkten und Vertriebsstrukturen machen sich eigene Konkurrenz bei den Beitragseinnahmen. Firmenstrukturen, die ein schnelles Agieren nicht zulassen bremsen den Prozess der Neuentwicklung von Produkten aus. Wer hier auf schnelles Handeln setzt, dazu  Produkte entwickelt und auf den Markt bringt die an den Bedürfnissen der Verbraucher angepasst sind, liegt vorne. Die Private Vorsorge im Bereich Kranken-Zusatz-Versicherung spielt hier eine immer größere Rolle.  Hier ist die ERGO-Gruppe als zweitgrößter deutscher Erstversicherer mit weltweit 40 Mio. Kunden  gut aufgestellt. Im Rating von S&P erhält sie ein A. Die Ratingagentur Fitch vergibt ein A+.

Als drittes Standbein der Munich Re sorgt die Munich Health für eine Verbesserung des eigenen Absatzmarktes. Der Dienstleister für internationale Gesundheitssysteme bietet weltweit umfangreiche Beratungsleistungen in der Produktentwicklung, Prozessoptimierung und Vertriebsstrategie an. Hierbei  geht es in erster Linie um mehr Nachhaltigkeit und Effizienz für Rückversicherer und Erstversicherer.

Insgesamt ergibt dies ein homogenes Bild. Mitte September hebt JPMorgan die Munich Re von „Neutral“ auf „Overweight“ mit dem Ziel  161 Euro. Die Experten der britischen Großbank HSBC sehen die Aktie Ende September als zu niedrig bewertet an. Ihrer Meinung ist ein „Top-Pick“ von 180 Euro bis Ende des Jahres möglich.

Die Aktionäre konnten  im Jahr 2012 nach den Fundamentalzahlen mit einer Dividende von 7,00% rechnen und bis zum Jahr 2015 könnte sie auf bis zu 7,62% steigen. Durchaus eine positive Entwicklung. Das langfristige Wachstum laut Prognose liegt bis Ende 2015 bei +5,06%.

Über weitere Anregungen oder Diskussionen zum Thema würde ich mich freuen.

Quellen:

http://www.munichre.com/de/homepage/default.aspx

http://www.ergo.com/de

https://de.wikipedia.org/wiki/Munich_Re

https://de.wikipedia.org/wiki/Ergo_Versicherung

http://kurse.boerse.ard.de/ard/kurse_einzelkurs_uebersicht.htn?i=113481

http://www.finanzen.net/


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