Analyse Aktien Wasser

Wasser: Investitionen sind dringend notwendig, können Anlege

Ein Beitrag von tzimmer 10 01.03 - 14:02

Der zunehmend stärker ausfallende Wassermangel erfordert Innovationen sowie Investitionen in die globale Wasserinfrastruktur. Neben neuen Technologien sind hierbei aber insbesondere auch Projekte in der Instandhaltung und Optimierung bestehender Infrastruktur notwendig. Diese Faktoren lassen das Marktumfeld im Bereich des Wassermanagements als profitabel erscheinen. Zwei globale Konzerne arbeiten derzeit an der Ausrichtung der Unternehmen auf die zukünftigen Herausforderungen und Geschäftspotenziale.
 
XYLEM INC. REGISTERED SHARES...
 
 
Veolia Environnement
 

Das weltweite Bevölkerungswachstum und die globale Erwärmung sind zwei der treibenden Kräfte für die zunehmende Wasserknappheit in vielen Regionen der Erde. In vielen Industrienationen rächen sich mittlerweile die in der Vergangenheit aufgeschobenen Investitionen in die Instandhaltung der Wasserinfrastruktur. Die Probleme sind hierbei vielfältig und reichen von einem Mangel an Trinkwasser über die Entsorgung von Abwässern bis hin zu der Notwendigkeit der Entsalzung von Wasservorkommen. Weltweit leben derzeit mehr als 1 Milliarde Menschen in Regionen mit einem erhöhten Mangel an Wasser, knapp 2,5 Milliarden verfügen nicht über ausreichende Sanitäranlagen in Verbindung mit einer mangelhaften Abwasserentsorgung. Die Tendenz zeigt in diesen beiden Bereichen gar in Richtung einer weiteren Verschlechterung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. Anhand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass im technologischen Bereich der Wasserwirtschaft Lösungen gefunden werden müssen, um dem Problem der Wasserknappheit zu begegnen. Dies bezieht sich dabei unter anderem auf die Pumpentechnik, Technologien zur Wasserentsalzung und zur Aufbereitung verunreinigten Wassers. Momentan sind laut Experten bereits Investitionen in der Größenordnung von circa 75 Milliarden US-Dollar notwendig, um die globale Wasserinfrastruktur zu erhalten. Goldman Sachs geht bereits bis zum Jahr 2020 von einem starken Wachstum der weltweiten Wasserbranche von momentan etwa 500 Milliarden US-Dollar auf bis zu 2 Billionen US-Dollar aus.

XYLEM INC. REGISTERED SHARES DL -,01 (WKN A1JMBU) (US98419M1009)

Die amerikanische Xylem Corporation ging 2011 aus der Abspaltung des Unternehmensbereichs ITT Fluid aus der ITT Corporation hervor. Der Konzern hat seinen Hauptsitz in Rye Brook im US-Bundesstaat New York und beschäftigt insgesamt mehr als 16.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2016 setzte Xylem rund 3,8 Milliarden US-Dollar um. Der Hauptunternehmenszweck liegt in der Herstellung und Installation von Systemen zur Wasseranalyse und -aufbereitung. Der Anspruch des Unternehmens besteht darin, im technologischen sowie analytischen Bereich der Wasseraufbereitung zu den Innovationsführern zu gehören. In diesem Zusammenhang macht Xylem auch immer wieder durch Akquisitionen auf sich aufmerksam. Das bekannteste Beispiel ist die Übernahme des Unternehmens Sensus im Jahr 2016. Im Falle von Sensus handelte es sich um einen Anbieter von intelligenten Zählern und Datenanalysensystemen in Verbindung mit dem Wassermanagement. Die Gesamtsumme dieser Übernahme lag bei etwa 1,7 Milliarden US-Dollar und verschaffte Xylem, neben dem Erwerb einiger Patente, Zugang zu weltweit etwa 80 Millionen installierten, konnektiven Wasserzählsystemen. Auch technologisch betrachtet könnte sich diese Übernahme für Xylem zukünftig als Gewinn herausstellen, da auch eine Vielzahl von Technologien, wie Smart Meters, Datenmanagementsysteme, cloudbasierte Analysesysteme oder ferngesteuerte Überwachung, in den Besitz des Unternehmens übergingen. Auch vor kurzem wurde Xylem auf dem Transaktionsmarkt wieder aktiv und übernahm im Dezember vergangenen Jahres das kanadische Unternehmen Pure Technologies für eine Summe in Höhe von 397 Millionen US-Dollar. Auch in diesem Fall werden wieder Technologien zur Wasserdiagnose und -analyse in den Besitz xon Xylem übergehen. Neben der aggressiven Wachstumsstrategie im Bereich der technologischen Lösungen könnte auch die internationale Markstellung des Konzerns für ein Investment sprechen. Xylem ist in 150 Ländern weltweit vertreten. Etwa 20 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen dabei in Emerging Markets, welche sich durch höhere Wachstumsraten auszeichnen. Auch in China konnte man vergangenes Jahr beispielsweise einen Auftragsanstieg von 19 Prozent vermelden.

Veolia Environnement (FR0000124141)

Eine Alternative könnte ein Investment in den französischen Konzern Veolia Environnement darstellen. Der Konzern ist breit aufgestellt und ist neben der Wasseraufbereitung auch in den Branchen der Abfallentsorgung, der Logistik sowie der Energieerzeugung tätig. Die Wassersparte macht dabei knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes aus und beschäftigt weltweit etwa 70.000 Mitarbeiter. Der Umsatz des Bereichs Wassermanagement lag im Jahr 2016 bei 11,1 Milliarden Euro. In den letzten Monaten konnte Veolia einige große Auftragseingänge bekannt geben. Houston vergab dabei einen Großauftrag zum Austausch der Filtersysteme in einer der Wasseraufbereitungsanlagen der Großstadt. Der Auftrag umfasst dabei die Installation von 19 „Hydrotech Discfilter“-Systemen. Diese Scheibenfilter stellen eine der wichtigsten Komponenten für den Vertrieb des Konzerns dar und dieses Geschäft könnte als positives Marktzeichen im amerikanischen Sektor angesehen werden, wodurch man das USA-Geschäft nachhaltig stärken könnte. Im November 2017 konnte die Konzernführung zudem den Zuschlag für zwei weitere Großprojekte in Tunesien sowie in Japan bekannt geben. In Tunesien soll Veolia hierbei ein Großklärwerk in der Region Monastir planen und erbauen, um die dort ansässige Textilindustrie bei der Abwasserentsorgung zu unterstützen. In der japanischen Stadt Hamamatsu erhielt man einen 20 Jahre umfassenden Managementauftrag für die städtische Wasserversorgung und -reinigung. Diese kommunalen Engagements könnte man als eine der größten Stärken des französischen Konzerns ansehen. Vor allem im Heimatmarkt Frankreich, aber auch in weiteren Märkten weltweit, besitzt Veolia Versorgungsverträge mit teilweise langen Laufzeiten, welche dem Unternehmen stabile und langfristige Einnahmen bescheren. Der Regenerationsprozess des Konzerns erscheint dabei mittlerweile als abgeschlossen. Noch im Jahr 2010 plagten Veolia Nettoverbindlichkeiten in Höhe von etwa 15 Milliarden Euro. Ein Rückzug aus vielen internationalen Märkten und eine starke Reduzierung der Belegschaft führten in den vergangenen Jahren zu einer Halbierung des Schuldenstands. Auch dies könnte für Anleger ein gutes Vorzeichen sein. Die stärkere Fokussierung auf die wichtigen Kernmärkte sowie eine verbesserte Bonität zur Finanzierung von Zukäufen könnten Veolia in Zukunft einen Ausbau der eigenen Marktanteile ermöglichen.


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