Analyse Aktien Wasseraufbereitung

Wasseraufbereitung: Eine globale Herausforderung!

Ein Beitrag von tzimmer 14 01.10 - 23:46

Bedingt durch das starke Bevölkerungswachstum in Entwicklungs- und Schwellenländern und die Zunahme industrieller Abfälle in den Industrienationen hat sich das Problem des verunreinigten Wassers in den vergangenen Jahrzehnten stetig verschlimmert. Weltweit sind jetzt Investitionen gefordert, um die Infrastrukturen zur Wasseraufbereitung auf einen Stand zu bringen, der dem Ausmaß des Problems angemessen ist.
 
Clean Harbors Inc
 
 
Tetra Tech Inc
 

Wenige Zustände verdeutlichen die Not der ärmsten Länder besser als der Mangel an sauberem Wasser. So verfügen nach derzeitigen Schätzungen 1,5 Milliarden Menschen weltweit über eine unzureichende Wasseraufbereitung und laut einer Studie von „Food & Water Watch“ sollen im Jahr 2025 bis zu 3,5 Milliarden Menschen unter Wassermangel leiden, maßgeblich auch durch starke Wasserverschmutzung verursacht. Aber auch die Industrienationen sehen sich in Bezug auf die Wasserqualität mit großen Problemen konfrontiert. Alleine in den USA werden jährlich knapp 5 Trillionen Liter unbehandeltes Abwasser und industrieller Abfall in Gewässern entsorgt. Auf Krankheitserreger im Wasser sind in der Folge mehr als 12 Millionen Erkrankungen pro Jahr zurückzuführen. Knapp die Hälfte aller Flüsse und Seen sind in Europa durch Verunreinigungen bedroht. Ursächlich für diese Situationen sind oftmals unterdimensionierte beziehungsweise veraltete Reinigungs- und Wassermanagementsysteme. Investitionen in Wasserinfrastrukturen wurden in der Vergangenheit vielerorts aufgeschoben oder nur unzureichend durchgeführt. „Hexa Research“ schätzte den globalen Markt für Wasseraufbereitung- und Abwasserbehandlung für das Jahr 2025 kürzlich auf etwa 675 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl reflektiert neben den in den Entwicklungsländern benötigten Investitionen in Neusysteme, welche auch durch rasches Bevölkerungswachstum verursacht wurden, auch den Sanierungsbedarf bestehender Systeme in den Industrienationen. Eine wichtige Rolle könnten hierbei Unternehmen einnehmen, die sich auf die Konzeption von Abwassersystemen und –infrastrukturen spezialisiert haben. Im Folgenden sollen zwei dieser Gesellschaften vorgestellt und ihre aktuelle Situation näher beleuchtet werden.

Clean Harbors Inc (US1844961078)

Consolidated Water entwickelt und betreibt Entsalzungsanlagen und Verteilungssysteme auf den Cayman Islands, den Bahamas, den Britischen Jungferninseln, Indonesien, Mexiko sowie den USA. Das Unternehmen wurde 1973 gegründet und hat seinen Hauptsitz auf den Cayman Islands. Die Umsätze des Unternehmens bewegten sich in den vergangenen Jahren auf einem vergleichbaren Niveau und lagen bei etwa 60 Millionen US-Dollar pro Jahr. Zwar konnte Consolidated Water in den vergangenen Jahren nicht mit Umsatzwachstum glänzen, dieses fehlende Wachstum wurde aber durch ein effizientes operatives Geschäft wettgemacht. Auch 2017 erzielte man wieder eine Nettogewinnquote von 10 Prozent. Um in naher Zukunft auch bei den Umsätzen wieder Wachstum verzeichnen zu können, finalisierte die Unternehmensführung zu Beginn des Jahres die Beteiligung an einer neuen Entsalzungsanlage in Baja California, Mexiko. Diese Anlage soll nach ihrer Fertigstellung fähig sein, täglich 400 Millionen Liter Meerwasser zu entsalzen. Derzeit können die Anlagen des Unternehmens täglich insgesamt circa 100 Millionen Liter entsalzen, das neue Projekt könnte die Produktivität also beträchtlich erhöhen. Nach derzeitigem Stand wird Consolidated Water nach Vollendigung des Projektes mit 25 bis 35 Prozent an der Anlage beteiligt sein. Nach Angaben der Unternehmensführung sollen die Erträge der Anlage durch langfristige Verträge abgesichert sein, auch wenn hierdurch auf mögliche Gewinne durch temporäre Preiseffekte verzichtet wird. Etwa 70 Prozent des derzeitigen Ertrags seiner Anlagen gibt Consolidated Water im Rahmen langfristiger Vereinbarungen ab, wodurch zusätzliche Einkommenssicherheit erzielt werden soll. Darüber hinaus besitzt die Gesellschaft keine größeren Verbindlichkeiten und einen Kassenstand über mehr als 43 Millionen US-Dollar, auch hier verhält das Management risikoavers, was man insbesondere mit Sicht auf die Größe des Unternehmens im Verhältnis zu den geplanten Investitionen als positiv einordnen könnte. Auch in den USA expandiert Consolidated Water zunehmend. Im Jahr 2015 konnte man hier noch keine Umsätze verzeichnen, 2017 betrug der Anteil am Gesamtumsatz bereits 11 Prozent. Interessierte Investoren sollten die Entwicklung des Projektes in Baja Califonia, auch „Rosarito-Projekt“ genannt, verfolgen und die Expansion des Unternehmens in den USA betrachten. Insbesondere ein Erfolg des Rosarito-Projekts könnte für das noch relativ kleine Unternehmen ein ansehnliches Wachstum erzeugen.

Tetra Tech Inc (US88162G1031)

Die Tetra Tech Corporation besitzt keine reine Spezialisierung auf die Sanierung von Wasserinfrastruktur, sondern betätigt sich darüber hinaus auch auf den Gebieten der Altlastensanierung, des Katastrophenschutzes oder auch der Abfallentsorgung. Auf diesen Feldern bietet Tetra Tech technische Beratungsdienstleistungen an. Den Großteil seiner Umsätze generiert Tetra Tech in den USA, etwa ein Viertel des Umsatzes entfällt auf die internationalen Operationen, wobei der Fokus hier auf Kanada und Australien liegt. In den vergangen beiden Jahrzehnten ist das Unternehmen stark gewachsen. Betrug der Umsatz im Jahr 1996 noch 161 Millionen US-Dollar, so konnten im Fiskaljahr 2017 circa. 2,8 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. Das Betriebsergebnis konnte im Vergleich zum Jahr 2016 um 35 Prozent gesteigert werden und erreichte einen Rekordwert in Höhe von 183 Millionen US-Dollar. Im laufenden Geschäftsjahr konnte das Management bereits den Zuschlag für mehrere lukrative Aufträge verkünden. So erhielt man Mitte des Jahres die Zusage über einen Vertrag in Höhe von 60 Millionen US-Dollar durch die U.S. Army. Das Projekt soll über einen Zeitraum von 5 Jahren laufen und umfasst neben geotechnischen Analysen auch Beratungsdienstleistungen für die Verbesserung der Wasserinfrastruktur in der Pazifik-Nordwest-Region der USA. Diese Verbesserungen beziehen sich auf die Speicherung von Wasservorräten, Transportwegen von Wasser und Abwasser sowie dem Flutschutz in Küstenregionen Einen weiteren Zuschlag erhielt man für ein ebenfalls fünf Jahre laufendes Projekt in Kambodscha. Die amerikanische Agentur für Entwicklungshilfe zahlt für dieses Projekt insgesamt 21 Millionen US-Dollar. Ziel der Unternehmung ist eine Analyse des Wassereinzugsgebietes samt Entwicklung von Optimierungsmöglichkeiten sowie die Konservation der Bestände diverser gefährdeter Tierarten. Anleger sollten auf weitere internationale Aktivitäten des Unternehmens achten. Eine stärkere Etablierung in internationalen Projekten könnte für Tetra Tech neben zusätzlichem Wachstum auch eine höhere Diversifikation des eigenen Auftragsbestands bewirken und das Unternehmen in der Folge weniger abhängig von seinem Nordamerikageschäft machen.


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