Analyse Aktien Wechselrichter

Wellen als Stromlieferant

Ein Beitrag von Squid 39 21.11.2013

29.500 Tera Wattstunden im Jahr. Das geht aus einer Berechnung der Vereinten Nationen hervor, speichern die Meereswellen an Energie. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2010 weltweit 21.500 TWh elektrische Energie erzeugt. Ozeanenergie-Experten sagen der Energiegewinnung aus dem Meer eine ähnliche Entwicklung wie der Windenergie voraus.
 
Alstom SA
 
 
Andritz AG
 
 
Siemens AG
 
 
SSE PLC
 
 
ABB
 
 
Wacker Chemie AG
 

Auf dem Firmengelände von Bosch in Waiblingen ist seit einigen Jahren ein Forschungsprojekt dabei einen neuen Weg zur Gewinnung dieser Energie zu finden. Die Idee die die Forscher verfolgen ist ein Energiewandler, der aus einer dreilagigen Elastomerfolie besteht die sich unter Druck gut verformen lässt und wieder in seinen Ursprungszustand zurückkehrt, wenn der Druck nachlässt. Die Wellen sollen nun diese Schichten periodisch zusammendrücken und loslassen. Die obere und untere Folie ist die leitende Schicht, die Elektrode. Zwischen diesen Schichten liegt ein elastisches, gut isolierendes Silikon. Durch die Wellenbewegung wird nun eine mechanische Kraft auf den Wandler übertragen, dann wird von außen eine elektrische Spannung angelegt wodurch eine Schicht positiv und die andere negativ geladen ist. Fließt die Welle nun durch, nimmt die Spannung auf den Wandler wieder ab, die Elektronen entfernen sich voneinander und mit ihnen die Ladung. Durch diesen Effekt erhöht sich die Energie im Wandler und die mechanische Energie aus der Welle ist in elektrische Energie umgesetzt. Der angestrebte Wirkungsgrad von mechanischer in elektrischer Energie soll bei 50% liegen. Natürlich kostet es auch Energie, den elastischen Stoff zusammenzupressen. Je nach Zähigkeit des Materials – in der Fachsprache: Viskosität – gehen dabei drei bis dreißig Prozent der Wellenenergie in dem Material verloren. Die Effizienz des Verfahrens hängt also auch stark von den Eigenschaften des Elastomers ab. Dessen Entwicklung liegt bei der Wacker Chemie AG, eines der Unternehmen das an diesem Projekt beteiligt ist.


Wacker Chemie AG (Wacker Chemie AG (DE000WCH8881)) Die Wacker Chemie AG ist ein global tätiges Chemieunternehmen. Das Leistungsportfolio konzentriert sich schwerpunktmäßig auf Silikonchemie, Polymerchemie, Feinchemikalien und Biotech-Produkte, Polysilicium sowie Wafer und Einkristalle aus Reinstsilicium.





Ein Kraftwerk mit dieser Technik sei „nur langfristig realisierbar“, sagt Istvan Dénes der Leiter des Forschungsprojektes und meint damit, dass er mit dem Bau des ersten Kraftwerks auf jeden Fall erst nach 2020 rechnet. Er kann sich vorstellen, dass Wellenkraftwerke grundsätzlich eine gute Ergänzung zu Windkraftwerken auf dem Meer sein könnten. Denn „es gibt keine grundsätzliche Korrelation zwischen Windstärke und Wellenstärke. Wind und Wellen können sich ergänzen.“ Ein erster Test soll 2014 an der TU Hamburg-Harburg mit einem kleinen Wellenkraftwerk auf Basis von Elastomer-Generatoren im Wellenkanal durchgeführt werden.



Die Bosch-Rexroth AG und die Robert Bosch GmbH sind als Partner an der Entwicklung des Projektes beteiligt. Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen welches  im Bereich Entwicklung  und Forschung führend ist. In Deutschland ist Bosch z. B. der größte Patentanmelder.  Die Bosch GmbH ist zu 92% im Besitz der Robert Bosch Stiftung und alle Unternehmensgewinne fließen in diese Stiftung. Die einzige Möglichkeit sich zu an den Firmen zu beteiligen besteht über den Kauf von Anleihen. 



Hier sind einige Unternehmen aufgelistet, die sich schon seit Jahren mit Wasser-, Wellenkraftwerken unter verschiedenen Technischen Ansätzen beschäftigen


Voith Hydro ist ein Joint-Venture von Siemens und Voith. Die Voith GmbH ist einer der weltweit führenden Anbieter von Anlagen, Technologien und Dienstleistungen im Bereich der Wasserkraft. Die Voith Hydro Holding war 2012 für die Technik-Ausstattung des ersten kommerziell genutzten Wellenkraftwerkes in Mutriku (Euskadi) verantwortlich. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Voith Hydro Holding Dr. Roland Münch sieht die Entwicklung in Wasserkraftwerken wie folgt: „Das Projekt Mutriku zeigt: Unsere Technologie zur Nutzung der Wellenkraft ist kommerziell einsatzfähig und steht bereit für den weiteren Einsatz im globalem Markt“. Voith Hydro ist auch am EMEC Programm beteiligt (s.u.).  Die Voith GmbH ist nicht an der Börse notiert.


 

Siemens AG (Siemens AG (DE0007236101)) Die Siemens AG ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik.  Siemens hält 35% an der Voith Hydro GmbH. Die Siemens AG ist ein integrierter Technologiekonzern mit den vier Hauptgeschäftsfeldern Energie, Medizintechnik, Industrie sowie Infrastruktur und Städte. Knapp 29500 Techniker und Forscher weltweit sorgen dafür, dass Siemens mit seinen Produktlösungen ganz vorne liegt (gerade im Bereich Erneuerbare Energie). Siemens ist seit 2010 Partner bei dem SeaGen-Projekt von Marine Current Turbines im nordirischen Strangford Lough. Seit der Inbetriebnahme hat die Meeresströmungsturbine mehr als sechs Gigawattstunden ins Netz eingespeist. Außerdem erreichte das Meeresströmungskraftwerk am 14. Oktober 2012 während einer starken Springflut mit 22,53 Megawattstunden (MWh) das höchstes Stromerzeugungsniveau an einem einzigen Tag. 2012 war auch das Jahr, wo Siemens das Unternehmen Marine Current Turbines komplett übernommen hat.


 

ABB (ABB (CH0012221716)). ABB investierte 2010 13 Mio. US-Dollar in das schottische Unternehmen Aquamarin Power, das 2009 den „Oyster“, das erste unmittelbar vor einer Küste auf dem Meeresboden abgestellte Wellenkraftwerk, vor den Orkney Inseln installierte. „ABB erhält über die Beteiligung Zugang zu einer weiteren Technologie im Bereich der erneuerbaren Energien. Der aufstrebende Markt der Meeresenergie bietet ABB erhebliche Absatzpotenziale für Energietechniksysteme, Leistungselektronik und Mittelspannungsantriebe“, so Brice Koch, Leiter Marketing and Customer Solutions von ABB.


 

SSE (SSE PLC (GB0007908733)). Auch Scottish and Southern Energy plc. beteiligt sich an der Wagniskapitalgesellschaft ABB Technology Ventures und ist somit Partner bei Aquamarin Power. SSE ist einer der größten Energieversorger Großbritanniens.




 


Aquamarin Power Ltd.  hat nach dem Oyster 1 mit einer Leistung von 315kW im Juni 2012 den Oyster 800 installiert. Dieser verfügt über eine Leistung von 800kW. In Kürze wird ein zweiter direkt daneben aufgestellt. Die Entwicklungsphase scheint hier also abgeschlossen zu sein.  Aktuell prüft Aquamarin Power Standorte an der Westküste von Irland mit 40MW, bei den Orkney Inseln mit  weiteren 200 MW und an der Westküste der USA. Nach Aussage von CEO Martin McAdam hat diese spezielle Wellenkraftanlage weltweit das Potenzial 64 GW Energie zu erzeugen.

Das Unternehmen arbeitet incl. anderer „Forschungseinrichtungen“ unter der Führung von EMEC (The European Marine Energy Centre). Nach heutigem Stand im „Non-Profit“-Bereich. Interessant könnten hier Projekt Partner-Unternehmen sein, die an der Technischen Entwicklung von Maschinen und Steueranlagen mitarbeiten.


 

Alstom (Alstom SA (FR0010220475)) Alstom ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Energieerzeugung, Stromnetzversorgung und Bahninfrastruktur. Ein Viertel der weltweiten Energieproduktion basiert auf Technologien oder Dienstleistungen von Alstom, die für alle derzeitigen Energiequellen angeboten werden, einschließlich Wasser.




Andritz AG (Andritz AG (AT0000730007)) Andritz zählt zu den weltweit führenden Lieferanten von kundenindividuell maßgeschneiderten Anlagen u.a. für Wasserkraftwerke und andere spezialisierte Industriezweige.

 

 

 



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