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Bitcoin: Gibt es Alternativen zum Direktinvestment?

Ein Beitrag von tzimmer 8 30.11 - 18:18

Der starke Kursanstieg von Bitcoin sorgt derzeit für ein enormes mediales Echo und die Etablierung des Begriffs in unserem Alltag. Allerdings handelt es sich bei Bitcoin nicht um eine im Alltag gebräuchliche Währung. Gibt es Alternativen zu einem Direktinvestment in Bitcoins, welche Anlegern den Handel mit der Kryptowährung ersparen, aber dennoch die Teilnahme am Bitcoin-Aufschwung ermöglichen könnten?
 
Bitcoin Group I
 
 
NVIDIA Corp
 

In den vergangenen Monaten nahm der öffentliche Fokus auf das Thema Bitcoin und der dahinterstehenden Technologie Blockchain stetig zu. Den im Vorfeld als wegweisend geltenden Konflikt in der Bitcoin-Community, welcher das Kurspotenzial stark einschränkte und schließlich Anfang April zur Spaltung der Kryptowährung führte, scheint überstanden und hat den Weg frei gemacht einen starken Anstieg der Währung seither. Im Kern drehte sich der Konflikt um die Zukunft der Kryptowährung. Während Teile der Community die technische Basis von Bitcoin weiterentwickeln wollte, sahen die Anhänger der neuen Abspaltung „Bitcoin Cash“ das Potenzial zur Entwicklung einer eigenen Währung. Ein im Anschluss installiertes Software-Update soll künftige Transaktionsstauungen verhindern und bildet zusammen mit der Abspaltung von Bitcoin Cash die Basis für das derzeitige Kurswachstum. Dieses war hierbei in den letzten Monaten beträchtlich. Seit April stieg der Bitcoin-Kurs von etwa 1.000 Euro auf momentan knapp 7.000 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten lag das prozentuale Wachstum bei rund 900 Prozent. Die Etablierung von Bitcoin als Währung scheitert dabei derzeit an einer Reihe von Gründen. Die mäßige Verbreitung der Bitcoins in der Bevölkerung und die auf die Bestandsgeschichte betrachtet hohe Volatilität dürften selbst mittelfristig nicht zur Akzeptanz als gesetzliches Zahlungsmittel führen. Und doch bieten sich für Anleger neben dem Investment in die Bitcoins selbst mittlerweile auch einige Unternehmen aus dem Bereich Bitcoin und Blockchain als Alternative an.

Bitcoin Group I (DE000A1TNV91)

Eines der prominentesten Beispiele hierfür ist die deutsche Bitcoin Group, hinsichtlich der Kursentwicklung übertrumpft dieser Wert die Entwicklung des Bitcoin-Kurses gar. Im letzten Jahr konnte die Aktie der Bitcoin Group um mehr als 1.400 Prozent auf aktuell etwa 80 Euro zulegen. Es handelt sich hierbei um eine Beteiligungsgesellschaft, die sich gezielt auf die Akquise von Unternehmen aus den Bereichen Kryptowährung und Blockchain spezialisiert hat. Den Kern des derzeitigen Erfolgs bildet dabei die Online-Plattform bitcoin.de, welche eine der bekanntesten und meistgenutzten europäischen Handelsplattformen für Bitcoins darstellt. Die Plattform war maßgeblich an den jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen beteiligt. Im ersten Halbjahr 2017 konnte die Bitcoin Group ihren Umsatz um 128 Prozent auf 1,8 Millionen Euro steigern, der Vorsteuergewinn konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 250 Prozent auf 1,2 Millionen Euro gesteigert werden. Von dem zunehmend stärkeren öffentlichen Interesse an Bitcoin könnte die Handelsplattform in der näheren Zukunft darüber hinaus profitieren. Bis zu 450.000 registrierte Nutzer gibt die Bitcoin Group als Ziel für das laufende Geschäftsjahr an. Momentan liegt die Zahl noch bei etwa 430.000 Nutzern. Im Jahr 2016 wies die Gesellschaft eine Eigenkapitalquote von 89,4 Prozent auf, eine Abhängigkeit von Fremdfinanzierungen ist derzeit nicht gegeben. Dies könnte sich in einem schnell wachsenden Entwicklungsumfeld, in dem die Einschätzung neuer Beteiligungsziele schwieriger als in anderen Märkten sein dürfte, als Vorteil erweisen. Andererseits könnte man die aktuell hohe Abhängigkeit des Geschäftsergebnisses von wenigen Einnahmequellen als kritisch sehen. Insbesondere für diverse, von Kryptowährungen abweichende, Anwendungsgebiete der Blockchain muss die Bitcoin Group noch zeigen, dass man auch hier zukünftig die richtigen Akquiseziele finden kann. Bitcoin.de könnte durch volatile Bewegungen im Bitcoin-Markt kurzfristig zwar wohl seine Einnahmen durch zusätzliche Trading-Gebühren steigern, ein Crash der Kryptowährung mit anschließend sehr geringem Handelsvolumen wäre dagegen für das Geschäftsmodell sehr problematisch. Demgegenüber steht allerdings auch ein höheres Partizipationspotenzial an der Entwicklung des Bitcoin-Kurses.

NVIDIA Corp (US67066G1040)

Die steigende Nutzung der Blockchain und von Kryptowährungen im Allgemeinen erweist sich momentan aber auch für Hersteller von Hardware als gutes Geschäft. Grund hierfür sind die hohen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der verwendeten Grafikchips, welche beim „Schürfen“ oder „Mining“ von Bitcoins eingesetzt werden. Diese Vorgänge umfassen die Berechnung und die Validierung von Transaktionen sowie deren Übertragung in die Blockchain. Dies geschieht durch die Lösung komplexer mathematischer Aufgabenstellungen. Zusammen mit den Anforderungen an die vorhandene Hardware verursachen diese Prozesse auch einen enormen Stromverbrauch. Dies führt dazu, dass das „Mining“ einer neuen Bitcoin-Einheit derzeit mehr als 1.000 US-Dollar kostet. Da auch andere Kryptowährungen, wie beispielsweise „Ethereum“ auf der Blockchain basieren, profitiert Nvidia unabhängig von Bitcoin auch von der zunehmenden Verbreitung weiterer Kryptowährungen. Durch den starken Kursanstieg der Bitcoin erscheint das Mining immer lukrativer. Dies spiegelte sich im Markt für Grafikkarten wieder, welcher im zweiten Quartal 2017 ein Absatzplus von mehr als 30 Prozent aufweisen konnte, vor allem auch im Segment der hochpreisigen Modelle. Diese Entwicklung blieb auch der Unternehmensführung Nvidias nicht verborgen, welche kürzlich bekannt gab, spezifisch Hardware veröffentlichen zu wollen, welche für die Anforderungen des Minings optimiert sein sollen. Gefährlich werden könnten für dieses Marktwachstum der Grafik-Chips Verfahrensänderungen im Bereich des Mining. Für Ethereum ist für die nähere Zukunft etwa der Wechsel auf ein System namens „Proof-of-Stake“ geplant, welches den Bedarf nach leistungsfähigen Hardware-Komponenten verringern würde. Im Bereich der Bitcoin zeichnet sich eine derartige Veränderung derzeit allerdings nicht ab. Nvidia könnte sich als Option für Anleger eignen, welche am Aufschwung der Bitcoin partizipieren wollen, jedoch nicht die volle Volatilität dieser Entwicklung mitvollziehen möchten. Nvidia ist in der Anwendung seiner Chips breit diversifiziert, engagiert sich auch in der Entwicklung von Komponenten für weitere Zukunftsmärkte wie der Künstlichen Intelligenz oder der Sensorik für Autonomes Fahren. Ein Einbruch der Kryptowährungen dürfte das Unternehmen daher weniger hart treffen als andere, spezifisch auf Bitcoin spezialisierte Unternehmen.


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