Argumente

Russland hat ab dem 01. 01.2022 also in wenigen Monaten ein EXPORTVERBOT für Nadelrundholz verhängt!

Das dürfte die Holzepreise wieder steigen lassen, Holz bleibt knapp, gerade in Europa.

Auch in Kanada soll der Borkenkäferbefall zunehmen, auch von hier könnte es weniger Angebot geben.

Holzaktien und Holz-ETF könnten demnach spannend bleiben.

Hier der Holzpreisindex für Holzwertstoffe von HPE.de

Die Weyerhaeuser Aktie ist eine interessante Möglichkeit zur Diversifizierung im Holz-Sektor. Die Gesellschaft operiert grundsätzlich als REIT und stellt mit einem Gesamtbesitz von knapp 5 Millionen Hektar den größten Waldflächenbesitzer in den USA dar. Die REIT Aktie in der Holzwirtschaft besitzt einige spezifische Stärken, jedoch auch Risiken.

  • Weyerhaeuser erwirtschaftet einen signifikanten Teil seines Umsatzes auch mit der Ernte und der Verarbeitung von Holz. Gegenüber anderen Waldbesitzern ermöglicht dies der Gesellschaft, von steigenden Holzpreisen direkt zu partizipieren. Durch die eigene Produktion kann das Unternehmen das Angebot sehr genau und zu eigenen Konditionen steuern und erreicht hierdurch einen „Glättungseffekt“ seiner Umsätze.
  • Gegenüber reinen Produzenten besitzt die Weyerhaeuser Aktie den Vorteil, dass der Landbesitz der Gesellschaft einen guten Hedge gegen Inflationsbewegungen darstellt. Bei einer anhaltenden Verteuerung könnten auch die Grundstücke der Gesellschaft an Wert gewinnen. Finanziell könnte dies dem Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen, sollte die Holzwirtschaft sowie der Bausektor unter hohen Rohstoff- und Konsumentenpreisen leiden.
  • Das dritte Argument besitzt einen spekulativen Charakter vor dem Hintergrund des Klimawandels. Als größter Waldflächenbesitzer der USA könnte Weyerhaeuser zukünftig von Geschäften zur Klimakompensation profitieren. Neben dem Handel mit CO2-Emissionszertifikaten könnte der Markt zur Klimakompensation im kommenden Jahrzehnt immer wichtiger werden. Aktuell operieren die auf diesem Markt aktiven Unternehmen auf freiwilliger Basis, Google und Microsoft sind prominente und sehr aktive Käufer von CO2-Kompensationen. Bisher ist dieser Markt sehr wenig standardisiert, Anhaltspunkte ergeben sich lediglich aus der gängigen Praxis der investierten Unternehmen. Forstprojekte sind aktuell das bevorzugte Investment, von 1,3 Millionen erworbenen Kompensationsscheinen entfielen 1,1 Millionen auf diese Kompensationsart (ein Schein entspricht der Bindung von einer Tonne CO2). Auch Google nennt in einem aktuellen White Paper Forstprojekte als die aktuell effizienteste und kostengünstigste Alternative. Effektiv werden Waldflächenbesitzer gegen Zahlung einer Gebühr dazu verpflichtet, ihre Flächen für eine vereinbarte Zeit nicht zu ernten. Weyerhaeuser könnte laut Expertenschätzungen aufgrund der Größe seiner Waldfläche und der Diversität seiner Wälder in der Lage sein, jährlich bis zu 70 Millionen Tonnen CO2 zu binden.
  • Um das Geschäft mit der CO2-Kompensation zu forcieren, hat die Gesellschaft kürzlich eine eigene Abteilung zur Bearbeitung des CO2-Handels eingerichtet. Die Standardisierung von Anfrageprozessen und deren Ausgestaltung könnte sich die Gesellschaft als Anlaufpunkt in dieser jungen Branche etablieren. Anleger sollten die Entwicklung hinsichtlich dieses Handels genauer im Blick behalten. Wie eingangs erwähnt, ist dieser Aspekt spekulativer Natur. Einen Business Plan oder offizielle Verlautbarung seitens Weyerhaeuser existieren derzeit nicht.

Negativ könnte man im Zusammenhang mit der Weyerhaeuser Aktie folgende Punkte anführen.

  • Entgegen anderen REIT-Aktien ist Weyerhaeuser aufgrund seines Investments in Rohstoffflächen historisch höheren Schwankungen unterworfen als etwa Immobiliengesellschaften. Anleger sollten auf Bewertungsschwankungen der Forstbesitze dieser Gesellschaften vorbereitet sein.
  • Für den Anstieg der Umsätze war in den vergangenen Monaten ausschließlich der Absatz von Holz verantwortlich. Dieser Einmaleffekt könnte die Bewertung der Aktie nach oben verzerren, Anleger sollten sich bewusst sein, dass sich die fundamentale Geschäftsposition in den vergangenen 12 Monaten wenig verändert hat.

Die West Fraser Timber Aktie ist eine der umfassendsten Möglichkeiten, in den Absatz von Holz als Baustoff zu investieren. Das kanadische Unternehmen zählt zu den größten Schnitt- und Schichtholz-Produzenten der Welt, die Aktie profitierte hierdurch stark von den steigenden Holzpreisen. West Fraser Timber vertreibt Holz primär an den Bausektor, ist zyklisch somit auch mit dieser Industrie verbunden. Der langsam rückgängige Holzpreis sollte schlechte Nachrichten für das kanadische Unternehmen bedeuten, es gibt jedoch auch jetzt noch einige Argumente für ein Investment in die West Fraser Timber Aktie.

  • Die Dividende wurde kürzlich von 20 auf 25 kanadische Dollar-Cent pro Quartal erhöht. Zudem möchte das Unternehmen bis Februar 2022 etwa 10 Prozent der ausstehenden Aktien zurückkaufen. Beide Umstände stärken den fundamentalen Wert der Aktie.
  • Das Marktumfeld dürfte auch in den kommenden Jahren vorteilhaft bleiben. Die Infrastrukturbemühungen der neuen US-Regierung, ein anhaltendes Wachstum im Bau von Holzhäuser sowie jahrelange Investitionsdefizite im Bausektor geben Anlass zur Annahme, dass die Preise für Bauholz für die nahe Zukunft über dem Prä-Corona Niveau verbleiben könnten.
  • Die Unternehmensentwicklung war bereits vor Corona äußerst positiv. Zwischen 2016 und 2018 stieg der Gewinn pro Aktie von 4,06 kanadischen Dollar auf 10,88 C$, bei stark steigenden Umsätzen. 2019 war für West Fraser Timber ein Jahr zum Vergessen. Operativ litt das Unternehmen stark von einem Befall des Bergkiefernkäfers, während gleichzeitig kapitalintensive Modernisierungsmaßnahmen in einigen Produktionsstätten anstanden. Nach einem Verlust von 2,18 C$ 2019 konnte man anschließend auf den Wachstumskurs zurückkehren und lag mit rund 9 C$ pro Aktie 2020 wieder auf Kurs.
  • Durch die Akquise des Unternehmens Norbord im Februar 2021 eröffnet sich West Fraser Timber einen neuen Markt. Norbord ist Weltmarktführer im Bereich der Grobspanplatten, im Rahmen des Geschäfts übernimmt West Fraser Timber zudem die Produktionsstandorte in Belgien, England und Schottland und baut das Europa-Geschäft nun stark aus.
  • Des Weiteren ist die Aktie aktuell günstig bewertet. Der Markt scheint den zu erwartenden Preisrückgang bereits vollumfänglich eingepreist zu haben. Mit einem KGV von 2,28 ist die Aktie im Branchenvergleich aktuell attraktiv bepreist.

Auf zwei Umstände sollten Anleger vor einem Investment in die Aktie von West Fraser Timber achten.

  • Auch wenn der Marktausblick zunächst positiv verbleibt, so handelt es sich nach wie vor um eine Rohstoff Aktie mit hoher Abhängigkeit von Bauholz zum Umsatzerlös. In der Vergangenheit waren die Preise für Holz und die Aktien aus diesem Umfeld zyklischen Schwankungen unterlegen. Dies dürfte auch in Zukunft so bleiben.
  • Die Bemühungen der amerikanischen Zentralbank FED, den Leitzins sukzessive wieder anzuheben, könnte sich negativ auf die Bauwirtschaft und deren Auftragsvolumen auswirken. Mit seinem hohen Fokus auf diesen Sektor könnte dies West Fraser Timber hart treffen.

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