Argumente

Die Schattenseite

Zwar kann Exponent mit Zahlen aufwarten, die viele Investoren verzücken dürften. Gleichzeitig lohnt sich jedoch - besonders auch in Hinblick auf eine potenzielle Anlage - der Blick auf die momentane Bewertungslage. Hier zeigt sich schnell, dass ein Investment aus rein preistechnischer Sicht auf jeden Fall kritisch hinterfragt werden sollte. Schließlich bewegt sich das KGV mit einem Wert von aktuell rund 64 in einem Bereich, in dem von einem Schnäppchen keine Rede mehr sein kann. Dazu indiziert das PEG eine klare Überbewertung des Titels, die nicht zuletzt von der zuletzt schwachen Gewinnwachstumsrate verursacht wird. Interessierte Aktionäre sollten sich diesem Umstand zumindest bewusst werden, sofern sie vor der Entscheidung stehen, in Exponent zu investieren oder nicht. Ein abschließender Blick auf den bisherigen Kursverlauf der Aktie offenbart, dass das Unternehmen seit Beginn des Jahres um mehr als 50% zulegen konnte. Angesichts der ohnehin florierenden Börsen ist das aber als nicht allzu ungewöhnlich abzutun. 

Zahlen überzeugen - bislang

Wirft man einen Blick in die Finanzergebnisse des Konzerns, können vor allem fundamental ausgerichtete Investoren nicht meckern. Mit einer kleinen Ausnahme steigerte Exponent seine Gewinne über die vergangenen zehn Jahre konstant auf mittlerweile rund 83 Millionen US-Dollar. Allerdings sollte diese eigentlich optimale Ausgangslage nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Geschwindigkeit des Gewinnwachstums zuletzt deutlich abschwächte. Legte das Nettoergebnis von 2016 bis einschließlich 2020 noch um durchschnittliche 12% pro anno zu, schwächte sich dieser Wert auf zuletzt 1,2% ab. Immerhin ist laut Analysten mit einem starken Geschäftsjahr 2021 zu rechnen, in dem die Überschüsse erstmalig einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen könnten.


Etwas erfreulicher sieht die Sache derweil bei den Free-Cashflows aus, die jüngst um mehr als 15% kletterten. Auch der Return on Invested Capital mutet mit durchgehend über 20% sehr stark an. Besinnt man sich nun noch einmal zurück und betrachtet die erwirtschafteten Umsätze im Vergleich zu den Gewinnen, fällt unschwer auf, dass letztere auf historische Sicht besser performten. Das wiederum hat unweigerlich eine Verbesserung der Ertragsmargen zur Folge. 

Weitere Kriterien, die eine nähere Betrachtung verdienen (sollten), sind die Anzahl der ausstehenden Aktien einerseits und die Net Margin andererseits. Über die zurückliegenden drei Jahre reduzierte Exponent die Unternehmensanteile auf derzeit 53 Millionen. Für Altaktionäre wertverzerrende Kapitalbeschaffungsmaßnahmen gab es hier also nicht, was künftig aufgrund des moderaten Verhältnisses zwischen Eigen- und Fremdkapital wohl auch so bleiben dürfte. Bezüglich der Net Margin sei darauf hingewiesen, dass diese im abgelaufenen Geschäftsjahr die 20%-Marke überschritt, was ihr die Dekade zuvor nicht gelungen war. In Sachen Profitabilität scheint Exponent demnach auf einem durchaus guten Weg zu sein. 

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