Argumente

Wie geht es weiter?

Der gnadenlose Krieg in der Ukraine tobt weiter, während sich vierzig Staaten bereits zusammensetzen, um einen Plan für den Wiederaufbau des zerstörten Landes auszuhandeln. Noch aber scheint man weit weg vom Ende der katastrophalen Auseinandersetzungen. 

Vielen Rüstungskonzernen dürfte das unter vorgehaltener Hand recht kommen. Schließlich profitieren sie auch vom Aufrüstungswillen anderer Staaten, die ihre Bestelllisten zuletzt deutlich verlängerten. Gleichzeitig musste unter anderem Rheinmetall jüngst drastische Verluste von mehr als 12,8% hinnehmen, die es erst einmal zu kompensieren gilt. 

Als belastend sahen einige Börsianer auch eine neue Untersuchung der Deutschen Bank an. Dort hieß es unter anderem, dass die Geschäftszahlen für das zweite Quartal am unteren Ende des Unternehmensausblicks liegen dürften. Insgesamt sollte die Rüstungssparte aber dennoch besser gelaufen sein als beispielsweise der Autozulieferbereich, so Analyst Christoph Laskawi. 

Trotz der in letzter Zeit etwas gemäßigteren Stimmung läuft es im Großen und Ganzen für Branchenvertreter nach wie vor rund. Das bestätigt auch eine neue Einschätzung von Goldman Sachs gegenüber der weiteren Entwicklung von Rheinmetall. Gemäß der Kapitalmarktprofis der Investmentbank könnte der Rüstungskonzern das ausgegebene Kursziel in Höhe von 298€ je Anteil durchaus erreichen. Grund dafür dürfte insbesondere eine steigende Auftragslage sein, die wiederum durch eine erhöhte Nachfrage seitens der Bundeswehr zustande kommen könnte. Goldman Sachs erwartet zudem eine jährliche Umsatzsteigerung von rund 14% bis einschließlich 2026 sowie eine merklich verbesserte Profitabilität.

Doch nicht nur Rheinmetall wird nach Einschätzung der Experten in den kommenden Jahren erheblich von steigenden Verteidigungsausgaben vieler Staaten profitieren. Auch auf den französischen Konzern Thales könnten glorreiche Zeiten zukommen, so Goldman Sachs. Das dortige Kursziel wird mit aktuell etwa 146€ je Anteil ausgegeben. Gestützt wird die Bewertung dabei vor allem durch hohe Cashflows und eine solide Profitabilität.

Für den schwedischen Rüstungshersteller Saab sieht die Lage dagegen anders aus. Hier bereiten Lieferkettenprobleme und ein Mangel an Halbleitern große Sorgen. Aufgrund niedriger Gewinne und schwacher Margen sei die derzeitige Bewertung zu hoch, wie Goldman Sachs verlauten lässt. Nur ein neutrales Rating gibt es zudem für Leonardo. 

Das alles zeigt, dass man trotz allgemein optimistischer Ausblicke im Rüstungssektor nicht unüberlegt auf jedwedes Unternehmen zurückgreifen sollte, sondern im Vornherein stets die Chancen und Risiken ausloten sollte. 

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