Argumente

Über den Erwartungen!

Die Zeiten sind für typische Zykliker wie BASF aktuell sicher nicht die einfachsten. Trotzdem hat es das Unternehmen nun einmal mehr geschafft, seine Anleger und auch die Analysten positiv zu überraschen. Hintergrund sind die vor wenigen Tagen offengelegten Zahlen zum zweiten Quartal 2022.

Daraus werden unter anderem die vorläufigen Umsatzzahlen ersichtlich, die es definitiv in sich haben. Schließlich weist BASF an dieser Stelle einen Wert von rund 22974 Millionen Euro und damit weitaus mehr als die im Vorjahr gestandenen 19753 Millionen Euro aus. Dieses beachtliche Resultat liegt zudem über den Prognosen der meisten Analysten. 

Fast das Niveau aus 2020 konnte dagegen beim EBIT vor Sondereinflüssen gehalten werden. Mit 2339 Millionen Euro übertrifft BASF auch an dieser Stelle den Konsens der Kapitalmarktprofis, liegt insgesamt aber leicht unter dem Wert von 2355 Millionen Euro, der noch im Vorjahresquartal erzielt werden konnte.

Dagegen zeigt sich das EBIT mit einem ansehnlichen Ergebnis von 2350 Millionen Euro sehr stabil. Auch hier gingen die Analysten mehrheitlich von einem deutlich niedrigeren Wert aus, den BASF allerdings offensichtlich in die Höhe treiben konnte.

Zuletzt ist das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen mit fast 2090 Millionen Euro für Anleger sicherlich eine freudige Nachricht. Im Vorjahr 2020 hatte es noch bei knapp 1654 Millionen Euro gelegen. Beobachter waren im Vornherein von einem signifikant geringerem Wert ausgegangen. 

Zur weiteren Spezifikation der genannten Zahlen seien unten stehend einige Anmerkungen gemacht.

Der unterm Strich 16%ige Umsatzanstieg sei nach Unternehmensangaben insbesondere auf höhere Preise sowie positive Währungseinflüsse, allen voran des US-Dollars, zurückzuführen. Die Mengen gingen im direkten Vergleich mit dem Vorjahresquartal allerdings etwas zurück. Analysten hatten im Durchschnitt einen Wert von rund 21737 Millionen Euro erwartet.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen lässt sich vor allem damit erklären, dass gestiegene Preise für Energie und Rohstoffe mehrheitlich über gestiegene Verkaufspreise weitergegeben werden konnten. Beobachter prognostizierten für diesen Parameter übrigens 2092 Millionen Euro.

Bis auf das Segment Nutrition & Care konnten sämtliche Analystenschätzungen bezüglich des EBIT vor Sondereinflüssen im zurückliegenden Quartal übertroffen werden. 

Das merklich gesteigerte beziehungsweise verbesserte Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen ist eine unmittelbare Folge des höheren Beteiligungsergebnisses von Wintershall Dea. 

Zum aktuellen Zeitpunkt hat sich die Konzernführung von BASF dazu entschieden, die ausstehende Prognose für das Geschäftsjahr 2022 weder nach unten noch nach oben hin anzupassen. Etwaige Änderungen können selbstverständlich dennoch eintreten. 

Die essenzielle Frage dürfte sich vielen aber dennoch stellen. Hatten die vorläufigen Quartalsergebnisse Einfluss auf den Aktienkurs und falls ja, wie hat sich dieser konkret bemerkbar gemacht?

Der diesbezüglich nötige Blick auf den Chart ist eher als enttäuschend anzusehen. Immerhin konnte sich der Kurs trotz der erfreulichen Finanzergebnisse kaum stabilisieren und folgt dem langfristigen Trend nach unten somit fast unbeirrt weiter. Aktuell notiert der Chemieriese bei einem Wert von rund 41,45€ pro Anteil, was einem Verlust von fast 8,5% innerhalb der letzten vier Wochen entspricht. 

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