Argumente

Das könnte groß werden!

Starlink – wer ist das überhaupt?

Das Geschäftsmodell klingt im wahrsten Sinne des Wortes galaktisch. Immerhin handelt es sich bei Starlink auch um ein Satellitennetzwerk, das wiederum von SpaceX betrieben wird. Künftig sollen Menschen rund um den Globus dank des Unternehmens schnelle Verbindungen zum Internet erhalten. Starlink möchte sich dabei vor allem auf die Gebiete spezialisieren, die bislang weitgehend abgeschnitten vom World Wide Web sind.

Starlink – der Blick hinter die Kulissen

Um bereits im Vornherein abschätzen zu können, ob dieses Unternehmen nach dem geplanten IPO für ein Investment in frage käme, sollte man sich möglichst genau mit den Spezifikationen von Starlink sowie der Branche beschäftigen. Einige Zahlen und Fakten dürften in diesem Zusammenhang von besonderer Relevanz sein.

Dazu gehört sicherlich auch, dass die im Jahr 2015 gegründete Operation mittlerweile rund 1800 Satelliten, den ersten davon vor knapp drei Jahren, in den Orbit geschickt hat. Und es werden immer mehr. Ziel von all dem ist es, gesammelte Informationen an Bodenempfänger zu senden und damit eine Breitbandabdeckung zu ermöglichen.

Mittlerweile ist das Projekt derart weit vorangeschritten, dass monatlich über 120 neue Satelliten hergestellt werden sollen. Ende 2020 schließlich gelang es Starlink, sich mehr als 886 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln von der Federal Communications Commission zu sichern. Somit konnte das jüngste Vorhaben von Elon Musk inzwischen schätzungsweise über 5,3 Milliarden US-Dollar einsammeln.

Bis August 2021 schaffte es Starlink, Kunden in 14 Ländern mit 100000 Terminals zu beliefern. Die Nutzerbasis konzentriert sich heute vor allem auf die nördlichen Bundesstaaten der USA. Nach Aussage von Elon Musk sei das Projekt auf dem besten Weg, noch in diesem Jahr eine halbe Million neuer Kunden zu gewinnen. Allein bis 2025 werde deshalb ein Ertrag im Bereich zwischen 30 und 50 Milliarden US-Dollar angepeilt.

Wer kämpft sonst noch um die Gunst der Abnehmer?

Der konkrete Benefit von Starlink liegt in der Bereitstellung eines fortschrittlichen Satellitennetzwerks, das schon bald Download-Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s ermöglichen soll. Das Geschäftsmodell gilt allgemeinhin als äußerst zukunftstauglich, lockt damit aber auch zahlreiche Konkurrenten an, die Elon Musk nun abzuhängen versuchen muss.

Als die bedeutendsten Mitbewerber dürften dabei Oneweb, Kuiper Systems und schließlich Azure Orbital gelten. Erstere mussten zwischenzeitlich zwar Konkurs anmelden, sehen sich nunmehr dafür in einer umso stärkeren Position. Vor allem der britischen Regierung wird eine entscheidende Rolle bei der Rettung des Projektes zugeschrieben, die sie sich mit insgesamt 42% der verfügbaren Anteile allerdings auch teuer bezahlen lässt. Weiterhin kann sich Oneweb auf Rückenwind seitens des japanischen Finanziers Softbank, dem Rüstungskonzern Airbus sowie des Multimilliardärs Sir Richard Branson verlassen.

Auch Kuiper Systems als Tochter des Handelsriesen Amazon und das von Microsoft gesponsorte Azure Orbital bringen prominente Mäzen mit gewaltiger Kapitalkraft mit, die künftig allesamt kräftig im All mitmischen werden wollen. So investierte beispielsweise Kuiper Systems bereits 10 Milliarden US-Dollar in die eigene Konstellation, um über die nächste Dekade 3000 geplante Satelliten einsetzen zu können.

Wie geht Starlink vor?

Der Globus wird immer vernetzter. Davon möchte Elon Musk mit seinem jüngsten Projekt natürlich profitieren. Die Strategie von Starlink besteht grob skizziert darin, weltweit barrierefreien Internetzugang dank eines eigenen Satellitennetzwerkes zu ermöglichen. Ende des letzten Jahres erreichte man schätzungsweise lediglich 0,1% aller Internetnutzer. Bis 2025 soll sich dieser Anteil auf 2,3% erweitern, was in absoluten Zahlen ausgedrückt fast 14 Millionen Menschen bedeuten würde. Um die Mehrheit der Weltbevölkerung mit seinen Diensten versorgen zu können, bräuchte Starlink Prognosen zufolge mehr als 10000 Satelliten im Orbit.

Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit so schnell jedoch nicht zu erreichen sein. Im Weg stehen dabei nicht nur zahlreiche 5G-Betreiber, sondern dazu die bislang horrend hohen Kosten des Unternehmens. Ohne eine drastische Senkung letzterer wird Starlink keine Verbraucherpreise durchsetzen können, die mehrheitsfähig sind. Bei der Gewinnung von Marktanteilen spielen aber gerade die Preise eine ausschlaggebende Rolle.

Als weitere Hürden seien unter anderem die enorme Helligkeit der Satelliten von Starlink zu nennen, die sich in der Vergangenheit bereits des Öfteren negativ auf wissenschaftliche Beobachtungen ausgewirkt haben. Zudem darf das Risiko einer Kollision mit anderen die Erdumlaufbahn umkreisende Geräte sowie die damit verbundenen Konsequenzen nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Starlink - zu den Finanzen

Sicherlich erwarten nur wenige solide schwarze Zahlen, wenn Starlink den IPO vollbringt. Und das ist auch gut so. Immerhin arbeitet das Unternehmen derzeit nicht profitabel. Die Satellitenschüssel sowie die WLAN-Router werden aktuell für 500 US-Dollar verkauft. Damit sind nicht einmal die Produktionskosten gedeckt, was dauerhaft selbstverständlich fatal ist. Laut Elon Musk sei SpaceX jedoch daran, ein Terminal zu entwickeln, dass weit niedrigere Kosten in der Herstellung verursacht. Übrigens berechnet Starlink für die sogenannte Beta-Version seines Dienstes 99 US-Dollar monatlich. Hinzu kommen sonstige Gebühren und Steuern.

Welchen Marktwert bringt Starlink mit?

Eine genaue Antwort auf diese Frage ist pauschal sehr schwer zu treffen. Nach der Finanzierungsrunde im Februar 2021, die insgesamt 850 Millionen US-Dollar einbrachte, wurde Starlink mit über 73,2 Milliarden US-Dollar bewertet. Die US-Investmentbank Morgan Stanley korrigierte dieses Zahl sogar nochmals nach oben und nannte 81 Milliarden US-Dollar als potenziellen Marktwert. Dem lag jedoch auch eine Prognose mit bis zu 364 Millionen Abonnenten im Jahr 2040 zugrunde.

Starlink IPO - zum Greifen nah?

Das muss wohl verneint werden. Elon Musk selbst sagte, dass sich der Börsenauftakt des Unternehmens vermutlich weitere drei bis vier Jahre nach hinten verschieben könnte. In dieser Zeit dürfte sich vor allem in der dynamischen Branche der Satelliten einiges tun. Umso gespannter werden Investoren und Öffentlichkeit deshalb die jüngsten Entwicklungen von Starlink verfolgen. Wann es mit dem IPO final tatsächlich soweit sein wird, ist gegenwärtig kaum vorherzusagen.

Starlink - was Sie tun können

Noch müssen sich interessierte Investoren geduldig zeigen, da Starlink nicht an der Börse gelistet und somit für eine Anlage nicht in frage kommt. Trotzdem kann es sich heute schon lohnen, sich über das Geschäftsfeld auf dem Laufenden zu halten und auch die Konkurrenten nicht aus den Augen zu verlieren. Langfristig könnten die Chancen innerhalb der Branche nämlich wortwörtlich galaktisch sein.

Keine Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um Kommentare hinzuzufügen