Argumente

Die Corona-Pandemie dürfte das Wachstum der FinTechs um ein paar Jahre beschleunigt haben, da die Menschen vielerorts plötzlich auf diese angewiesen waren. Viele Verbraucher, aber auch Shops und Dienstleister mussten sich schnell an digitale Transaktionen gewöhnen oder diese ermöglichen. Somit erreichten die Services in einigen Fällen jetzt schon Nutzergruppen, die sich andernfalls wohl nicht so schnell an die Nutzung herangetraut hätten.

Dieses Phänomen verdeutlichen auch die folgenden Zahlen: der Finanzdienstleister Square, welcher vor allem kleinere Unternehmen bei der Implementierung bargeldloser Zahlungssysteme unterstützt, berichtete, dass die Zahl seiner Kunden, die im vergangenen Jahr auf einen rein bargeldlosen Zahlungsverkehr umstellten, sprunghaft anstieg. Zwischen Februar und April 2020 legte der Anteil dieser Geschäfte in den USA von 5 auf 23 Prozent zu, in anderen Ländern verlief diese Entwicklung teilweise noch stärker.

Aktuell gehen diese Zahlen leicht zurück, verharren jedoch deutlich über dem Vorjahresniveau. Bereits eingerichtete Systeme dürften vielerorts nun einfach weiter verwendet werden und den FinTechs sowie den Zahlungsdienstleistern somit zusätzliche Transaktionen bescheren.

Auch dieser Effekt wurde durch die Pandemie verstärkt. In den USA stiegen die Anträge für Online-Banking-Zugänge im April vergangenen Jahres um 200 Prozent an, der Traffic im Bereich des Mobile Bankings nahm im vergangenen Jahr um 85 Prozent zu. Zunehmend führt dieser Umstand auch bei institutionellen Investoren und privaten Anlegern zu einem Umdenken. 

Das englische Magazin "The Economist" wertete die Verteilung der Marktkapitalisierungen der 500 größten Banken, Zahlungsdienstleister und FinTechs aus, über die vergangenen 10 Jahre. War der Anteil der FinTechs zu Beginn des Jahrzehnts noch verschwindend gering, so setzte ab 2018 ein starkes Wachstum ein. Mittlerweile beläuft sich die Marktkapitalisierung bereits auf 11 Prozent des Gesamtwertes. Der Anteil der Banken sank zeitgleich von 96 auf 72 Prozent. Die steigenden Nutzerzahlen und Transaktionszahlen spiegeln sich nun auch vermehrt an den Börsen wider.

FinTechs scheinen auch an der Börse "in der Mitte der Gesellschaft" angekommen zu sein, was deren Handelsvolumen und Aufmerksamkeit zuträglich sein dürfte.

Mit steigenden Nutzerzahlen wächst die Akzeptanz der Services auch bei Händlern. Dieser Umstand lässt die FinTechs tendenziell weniger abhängig von Banken und Kreditkartenanstalten werden, die Rolle der Vermittler und Intermediäre schrumpft. Darüber hinaus können die Fixkosten der Unternehmen auf eine höhere Anzahl an Transaktionen verteilt werden, mit sehr positiven Auswirkungen auf die Profitabilität des Geschäftsmodells.

Auch ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie boomt der Online-Handel, und mit ihm die Anbieter, schneller und einfacher Zahlungsmethoden. Ob PayPal oder Square, das einfache Zahlen im Browserfenster oder auf dem Smartphone ist für zunehmend größere Nutzerzahlen attraktiv.

3  Kommentare

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  6 Monate
In Kombination mit der Blockchain-Technologie werden Fintechs zweifelsfrei noch sehr viel bewegen. Die Einsparpotenziale bei smart-contracts in der InsurTech beispielsweise sind enorm. Viele Menschen haben kaum eine Vorstellung darüber wie viel günstiger einige Dienstleistungen werden können wenn Fintechs den Mittelsmann heimschicken.
  6 Monate
Ich denke, dass Square noch Potenzial besitzt. Absoluter Marktführer bei Transaktionen kleiner Händler, Dienstleister und Supermärkte. Sobald sich die Leute an das mobile Zahlen gewöhnen, haben die einen riesigen Markt abzudecken.
  6 Monate
Mir gefällt Paypal im Moment sehr gut, die machen das Geschäft im Onlinehandel und positionieren sich bei den Cryptos sehr geschickt.

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PayPal Holdings

Global bekannte Mobil- und Online-Zahlungsverkehrsplattform. Zur Plattform zählen PayPal, PayPal Credit, Venmo und Braintree. Paypal geht ursprünglich aus einem Zusammenschluss zweier Firmen der bekannten Internet-Gründer Peter Thiel und Elon Musk (Tesla, SpaceX) hervor. Im Oktober 2002 kaufte ebay Paypal für 1,5 Milliarden USD. Im Juli 2015 brachte ebay Paypal an die Börse. Bereits am ersten Tag erreichte Paypal einen Marktwert von 52 Milliarden Dollar, was zum damaligen Zeitpunkt den doppelten Börsenwert der Mutter ebay entsprach.