Argumente

In den vergangenen Monaten hat EnBW die angekündigte Ausbauoffensive angeschoben. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Fortschritte der jüngeren Vergangenheit:In den vergangenen Monaten hat EnBW die angekündigte Ausbauoffensive angeschoben. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Fortschritte der jüngeren Vergangenheit:

  • Ein Schnellladepark nähe Heilbronn (AK Weinsberg) mit 24 Ladepunkten
  • Ein urbaner Schnellladepark in Heilbronn mit 8 Ladepunkten
  • Ein urbaner Schnellladepark in Ludwigsburg mit 12 Ladepunkten
  • Baustart eines Schnellladeparks an der A7 zwischen Hamburg und Hannover mit 16 Ladepunkten
  • Baubeginn des vierten Schnellladeparks in Bayern an der A96 bei Erkheim mit 8 Ladepunkten

Bis Jahresende möchte der Konzern noch 12 HPC-Parks in Betrieb nehmen. Insbesondere die Expansion in den Osten Bayerns und den Norden zeigt, dass sich EnBW zusehends aus seinem Kernmarkt im Südwesten Deutschlands herauswagt. Die Schnellladepunkte geben bis zu 300 kW ab und sollten für die kommenden Jahre ausreichen, um die Mehrzahl der verfügbaren Automodelle mit der Maximalleistung versorgen zu können.

Laut Pressemeldung von ABB:

  • Ladung ermöglicht Reichweite von 100 km in weniger als drei Minuten
  • Station wurde speziell für das gleichzeitige Laden von bis zu vier Fahrzeugen entwickelt
  • Ideal für Tankstellen, städtische Ladestationen, Parkplätze an Geschäften und Flottenanwendungen

Dies soll die neue Ladestation von ABB "Terra 360" alles können, laut heutiger Pressemitteilung.

4 Autos pro Ladestation im Ladevorgang hört sich sehr gut an, insbesondere für Tankstellen. Die neue Ladestation wird ab Ende 2021 in Europa und 2022 in den USA, Lateinamerika und im asiatisch-pazifischen Raum erhältlich sein.

Charge Point Aktie heute +8%

Die Charge-Point-Aktie, Ladenetzbetreiber aus USA meldete gestern Quartalsergebnisse und konnte beim Umsatz überraschen. Erwartet wurden 49 mio USD Umsatz, geschafft hat man bei Chargepoint beachtliche 56,1 mio USD. 


Positiv war auch der Ausblick, für das aktuelle Quartal rechnet man mit 60-65 mUSD Umsatz!, für das Gesamtjahr bereits 230 mio.

Als Teslafahrer und Teslaaktionär erwarte ich diesen Schritt für Deutschlanf schon lange. Tesla verkauft Stromtarife in Deutschland.

Zwar ist das Angebot des Ökostroms noch in der Testphase und auf Süddeutschland begrenzt aber Tesla könnte zu einem sehr margenstarken Stromanbieter in D und der Welt werden, warum?


Sekundenhandel

Ein wichtiger Marktbereich des Stromnetzes ist der Sekundenhandel, im Stromnetz muss eine relativ gleichbleibende Stromspannung aufrecht erhalten werden, daher benötigt man häufig in Sekunden plötzlich mehr oder weniger Stromnachfrage oder Angebot. Durch geringfügige Drosselung der Supercharger, Anbindung tausender Powerwalls oder zukünftig Entladen von Mioi. Tesla-E-Autos kann Tesla hier sehr margenstarken Strom anbieten und sich die Erträge mit den eigenen Kunden teilen

Ökostrom

Zusätzlich kann Tesla, wie jetzt geschehen, naürlich eigenen Strom verkaufen und damit Strom unter den eigenen Nutzern handeln (einer erzeugt mit seiner PV-Anlage Strom, einer verkauft überflüssigen Strom aus seiner Tesla-Batterie (Powerwall, oder Auto) einer benötigt Strom für das Haus. Hier ist Tesla perfekt positioniert und kann dem Kunden alles aus einer Hand anbieten (Auto, Powerwall, Wechselrichter, Photovoltaik-Anlage, Stromtarif) Tesla wird zum lukrativen One-Stop-Shop-Anbieter. Und mit der eigenen "Autobidder" Plattform wird Tesla zum virtuellen Kraftwerk und Stromhändler. 

Doch genau hier liegt auch eine große Chance. Wir müssen in Zukunft Strombedarf mehr an das schwankende Erneruerbare-Stromangebot anpassen. So vermute ich, wird Tesla den Strom am grauen windstillen Januar Montag-Morgen sehr teuer anbieten (Laden wird dann nur jemand, der auf der Durchreise ist) ansosten wird man der eigenen Lade-App sagen können: Lade mindestens 25%, lade voll wenn Strompreis sehr günstig, entlade ins Netz bis zu 25 % wenn Strompreis sehr hoch ist. Werktags um 07:00 immer mindestens 50% Ladestand.

Dies würde die Stromanchfrage bei viel Stromangebot erhöhen und die Nachfrage bei wenig Angebot senken und damit den Strombedarf an Kohlestrom senken!

Deutsche Energieversorger scheinen bereits alarmiert: . „Wir nehmen Tesla sehr ernst und beobachten genau, was die vorhaben“, so ein großer deutscher Stromkonzern. 

Aktuell beabsichtigen auch zwei größere Anbieter von Ladelösungen den Börsengang. Für Aktionäre werden künftig Investitionen in den spanischen Equipment-Hersteller Wallbox sowie den niederländischen Ladesäulenbetreiber Allego möglich sein. In beiden Fällen soll der Börsengang durch eine Fusion mit Mantelgesellschaften, sogenannten SPACs, erfolgen.

Wallbox wurde erst im Jahr 2015 gegründet und produziert sowohl AC- als auch DC-Ladepunkte für privates und öffentliches Laden. Die angedachte Fusion soll dem Unternehmen 330 Millionen $ an Kapital einbringen und durch die Mantelgesellschaft Kensington Capital Partners erfolgen.

Allego plant für das vierte Quartal 2021 eine Fusion mit der SPAC Spartan Acquisition Corp. Der Börsengang soll in diesem Fall 702 Millionen $ einbringen. Allego ist neben Fastned der zweite große niederländische Betreiber von Ladeinfrastruktur. Geplant ist zudem eine Kooperation mit dem US-Elektroauto-Produzenten Fisker, gegen ein Investment von 10 Millionen $.

Elektroauto-Ladestation-Aktien sind interessant. Insbesondere die Tesla-Aktie dürfte von ihrem riesiigem Ladesäulen-Netz, den Tesla Superchargern weiter profitieren:

1. Rasanter Ladenetz-Ausbau

Allein in Deutschland unterhält Tesla aktuell etwa 90 Lade-Stationen (weltweit gibt es aktuiell über 25.000 Tesla-Supercharger-Ladesäulen), aktuell sind aber schon weitere 55 geplant, d.h. ein Ausbau über 50% ist in nur einem Jahr zu erwarten! Man sieht hier an der Karte die bereits hohe Dichte (rote Punkte) und die geplanten neue Stationen (graue Punkte), die oftmals jetzt in den Städten errichtet werden:

Damit wird das Tesla Ladesäulen-Netz immer interessanter und Tesla wird damit zur wertvollen Ladestations-Aktie, denn Tesla hat angekündigt:

2. Öffnung für andere E-Autos

Analysten sehen die Pläne Musks, die Supercharger auch für andere Hersteller zu öffnen als sehr lukrativ für die Aktie. Ich vermute zudem, Fahrer anderer E-Auto-;Marken könnte dann der Wechsel zu Tesla leichter gemacht werden, da ich vermute, dass das Tanken (Laden) für Tesla Fahrer günstiger bleiben wird als für Fahrer anderer Marken.

3. 7,5 Mrd- Infrastruktur-Spritze für Tesla?

Ein weiterer Grund könnte sein, dass Tesla durch die Supercharger-Öffnung an Fremdmarken einen großen Infrastrukturfonds in den USA anzapfen könnte. Etwa 7,5 Mrd USD wären denkbar an Unterstützung! Dies wäre eine immense Summer, könnte den Ladenetzausbau von Tesla weiter beschleunigen und die Skalenewffekte für Tesla weiter verbessern. Ich selbst fahre einen Tesla und bin seit Jahren begeistert von der Zuverlässigkeit und der Dichte der Supercharger!


Somit bleibe ich weiter bullish für Tesla und halte meine Tesla-Aktien weiterhin! 

Auch Lithium-Aktien, Festkörperbatterieaktien und Nickel-Aktien würde ich in diesem Zusammenhang zum Kauf empfehlen!

Die Blink Charging Aktie zählte in den vergangenen 18 Monaten zu den Börsenstars auf dem US-Parkett. Starke Absätze des eigenen Ladeequipments und Wachstum im Ladenetzwerk an öffentlichen Plätzen und in Filialen beflügelten die Kursfantasie an der Börse und sorgten für eine Kursrallye von etwa 5 $ pro Aktie zu Beginn des Jahres 2020 auf aktuell etwa 34 $ pro Anteilsschein. Mittlerweile befindet sich die Aktie jedoch schon seit mehreren Monaten in einem recht konstanten Abwärtstrend, es bestehen beträchtliche Zweifel, ob das aktuelle Geschäftsmodell von Blink Charging die hohe Bewertung der Aktie rechtfertigen kann. Den positiven Aspekten der Geschäftsentwicklung stehen einige Fragezeichen gegenüber.

  • Positiv ist zunächst zu bewerten, dass es sich bei Blink Charging um einen Komplettanbieter handelt. Das Unternehmen deckt in Bezug auf die Ladeinfrastruktur die gesamte Wertschöpfungskette ab. Zu den Hardwarelösungen zählen etwa Charging-Stationen für Mehrfamilienhäuser, Parkplätze, öffentliche Gebäude und Geschäftsfilialen sowie Systeme für Privatkunden. Blink Charging installiert und wartet die Ladesysteme selbst. Darüber hinaus bietet das Unternehmen diverse Cloud-Dienstleistungen zum Management der Charging-Infrastruktur. Der vollumfassende Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette könnte dem Unternehmen mit zunehmendem Wachstum Vorteile durch Synergieeffekte bescheren.
  • Kurspotenzial entstand bei der Aktie vor allem auch durch die Infrastrukturpläne der neuen US-Regierung um Joe Biden. Es ist zu erwarten, dass die öffentliche Ladeinfrastruktur signifikante Investitionen aus staatlicher Hand erhalten wird, auch wenn die politischen Debatten zu dieser Thematik erst in den kommenden Monaten erfolgen werden. Durch das oben beschriebene Tätigkeitsfeld dürfte sich Blink Charging für einige der Fördermaßnahmen der US-Regierung qualifizieren.
  • Aktuell operiert Blink profitabel und konnte sich hierdurch in eine gute finanzielle Situation bringen. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich die Bruttomarge auf 25 Prozent, ein branchenübergreifend guter Wert. Mit einem Bestand von 195 Millionen $ in Kassenbeständen und liquiden Mitteln verfügt das Unternehmen über die Mittel, um kurzfristige Investitionen agil tätigen zu können. Die langfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf lediglich 400.000 $, die Zinslast auf diese Summe ist fast vernachlässigbar. Finanziell ist Blink Charging derzeit gut positioniert.
  • Auch das Kundenprofil der Ladespots könnte die Blink Aktie gepusht haben. Das Unternehmen verfügt weltweit über Kooperationen mit attraktiven Partnern. Hierzu zählen etwa Konzerne wie Starbucks, Shell, Ikea, McDonald’s oder die Hotelkette Four Seasons. Für all diese Unternehmen installiert Blink Charging Ladestationen an den Niederlassungen oder Filialen. Die Größe der Kunden lässt Hoffnung keimen, dass der zunehmende Ausbau der Elektromobilität sich somit schnell auf Blink Charging auswirken wird und dem Unternehmen zudem Sichtbarkeit an hochfrequentierten Orten garantiert.

Leider bestehen gerade im Zusammenhang mit der hohen Bewertung der Aktie Fragezeichen und Zweifel an Blink Charging. Insbesondere das aktuelle Geschäftsmodell der Gesellschaft besitzt Aspekte, die derzeit Kritik erwachsen lassen.

  • Das Netzwerk wächst aktuell leider nicht mit der erhofften Dynamik. Im Zuge der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das erste Quartal des Jahres 2021 konnte man zwar ein Absatzwachstum von 370 Prozent für Hardware bekanntgeben, von den 17.302 verkauften Ladepunkten entfielen jedoch 10.111 Geräte auf den privaten Sektor, der nicht in das Netzwerk des Unternehmens eingebunden ist. Diese Verkäufe stellen, abgesehen von Wartungs- und Reparaturarbeiten, eine Einmaleinnahme für das Unternehmen dar.
  • Anhand der obigen Zahlen überrascht es kaum, dass Blink Charging in Q1 lediglich Umsätze in Höhe von 2,2 Millionen $ verbuchen konnte, wovon 1,7 Millionen aus dem Verkauf der Hardware resultierten. Das Geschäftsmodell mit den öffentlichen Ladestationen im Filialnetz der Partnerunternehmen generierte wenig Umsatz, lediglich 300.000$. Einnahmen sollen aus diesen Ladesäulen über eine Aufteilung der Umsätze zwischen Blink und den jeweiligen Filialbetreibern generiert werden, aktuell werden die Ladepunkte jedoch kaum genutzt. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, dass in Q1 im Zusammenhang mit Ladevorgängen 181.000$ umgesetzt wurden, in den kompletten USA. Vereinzelt sollte hier noch die eingeschränkte Mobilität durch Corona eingeflossen sein, der Bedarf scheint jedoch vielerorts nicht gegeben zu sein, was es Blink Charging zunehmend erschweren dürfte, günstige Lizenzgebühren aushandeln zu können oder gar neue Verträge abzuschließen.
  • Sollte sich die Situation an diesen öffentlichen Ladestationen nicht ändern, werden die Betriebskosten zunehmend problematisch. Während Blink Charging Lizenzgebühren für die Anlagen erhält, verbleibt der Wartungsaufwand beim Unternehmen. Detailliert schlüsselt das Unternehmen diesen Aufwand nicht auf, er fällt unter die Kategorie „other operating expenses“, die sich auf 1,15 Millionen $ beliefen, also rund das Vierfache der erzielten Umsätze. Auch wenn man die Ausgaben als Fixkosten betrachten könnte, ist das Verhältnis nicht sonderlich günstig.
  • Die Konkurrenzsituation verschärft sich hingegen zunehmend. Die VW-Tochter Electrify America, Chargepoint Holdings sowie viele weitere private und öffentliche Unternehmen buhlen um die Gunst der E-Fahrer. Auch wenn sich die Biden-Programme auf die Branche positiv auswirken werden, so bleibt für Aktionäre abzuwarten, in welchem Umfang Blink Charging letztlich tatsächlich profitieren kann.

Die Tesla-Aktie erhielt unter anderem deshalb frühzeitig einen Kursschub, weil Elon Musk und sein Team früher als etablierte Hersteller konsequent auf den Ausbau eines eigenen, kohärenten Ladenetzwerks setzten. Mittlerweile können Tesla-Fahrer weltweit auf Supercharger zugreifen, mehr als 2.500 Stationen bieten den Kunden 25.000 Ladepunkte

Bereits seit Jahren müssen sich Tesla-Besitzer hierdurch wenig Gedanken um die Reichweite machen, zudem die Modelle der Kalifornier immer noch zu den Marktführern in Bezug auf Verbrauch und Reichweite zählen. Während das Ladestationen-Netzwerk den Absatz der Fahrzeuge in den vergangenen Jahren sicher stark angekurbelt hat, so könnte es sich jetzt auch als Zusatzgeschäft für Tesla lohnen.

  • Vielerorts hält der Ladesäulen-Ausbau nicht mit den steigenden Elektroauto-Zulassungen mit, in Deutschland kommen derzeit 17 E-Autos auf einen Ladepunkt. In vielen anderen Ländern stellt sich die Situation ähnlich dar. In Norwegen können ab 2022 auch Fremdfabrikate an den Superchargern laden, in Deutschland laufen diesbezüglich wohl die Verhandlungen. Dies ermöglicht Tesla zusätzliche Umsatzpotenziale mit den Ladesäulen, birgt aber das Risiko, die eigenen Kunden zu belasten. Denkbar wäre ein Modell mit hohen Ladekosten, um die Profitabilität zu steigern, ohne die Kapazität zu überlasten.
  • Tesla hat die Supercharger als Plattform etabliert und besitzt einen immensen Vorteil bezüglich der Datengrundlage zu Bewegungsmustern und Meta-Informationen seiner Fahrzeuge. Dies hilft insbesondere auch bei der Integration der Daten in die bordeigenen Systeme.
  • Elon Musk ließ bei der Präsentation des Model S Plaid durchblicken, dass auch die Leistung der Säulen auf 350 kW ansteigen soll. Als Vorgriff auf die neuen Zellen dürften fortan enorme Ladeleistungen pro Stunde möglich sein, ein weiterer Kaufanreiz!
  • Für den Tesla Semi sollen zukünftig Megacharger zum Einsatz kommen, diese könnten eine Leistung von bis zu einem Megawatt anbieten. Auch bei den E-LKW scheint Tesla zu den Vorreitern zu zählen, auch wenn die etablierten Hersteller ihre Lektion gelernt zu haben scheinen.

Das niederländische Unternehmen Fastned setzt vor allem auf die Errichtung von Schnellladeparks an Schnellstraßen und Autobahnen, entsprechend stehen hier DC-Schnellladesäulen im Fokus. Der operative Fokus liegt derzeit auf den Niederlanden und Deutschland, im Heimatland betreibt die Gesellschaft mittlerweile mehr als 100 Ladeparks. Insgesamt belief sich das Portfolio Ende des vergangenen Jahres auf 131 Stationen, in der Schweiz, Belgien sowie Großbritannien ist Fastned ebenfalls bereits aktiv.

Die Zukunft sieht Fastned also eher in einem Tankstellen-ähnlichen Konzept. In den Niederlanden könnte das Unternehmen in diesem Zusammenhang einen juristischen Erfolg verbuchen. Fastned darf seine Niederlassungen künftig mit Shops und Toiletten ausstatten, der Staat als Grundstückseigner dürfe der Gesellschaft dies nicht untersagen, entschieden die Richter. Als zukünftige Umsatzquelle ist dieses Urteil wichtig und könnte Referenzcharakter für die Entscheidung der Kartellbehörden in Deutschland besitzen. Hier entscheidet derzeit noch die „Tank & Rast GmbH“, als Nachfolger der Bundesbehörde, über die Errichtung von Ladesäulen an deutschen Autobahnraststätten.

Um das Netz schnellstmöglich auszubauen, führte Fastned zu Jahresbeginn eine Anleihen-Emission durch, welche dem Unternehmen nochmals 150 Millionen Euro an frischem Kapital einspielte. Dieses Kapital soll genutzt werden, um 164 weitere Ladeparks aufzubauen. Insbesondere die großen Ausschreibungen für DC-Schnellladeparks in Deutschland und Frankreich nimmt das Unternehmen offenbar ins Visier. In Belgien konnte man in den vergangenen Tagen bereits den Zuschlag für 5 Ladeparks mit bis zu 16 Ladepunkten vermelden.

EnBW ist aktuell der größte Betreiber von Ladestationen innerhalb Deutschlands. Im April verkündete das Unternehmen zudem den Bau eines neuen Rekord-Ladeparks. Ähnlich wie Fastned plant auch der Energieversorgungskonzern Ladeparks an Schnellstraßen und Autobahnen, nun soll der größte Ladepark Europas entstehen. Am Kamener Kreuz in Nordrhein-Westfalen wird eine Station mit 52 Ladepunkten mit jeweils 300 kW Leistung entstehen. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind noch für dieses Jahr geplant. Dieses Projekt steht exemplarisch für den aktuellen Kurs des Unternehmens, der Ladeinfrastruktur als zentralen Bestandteil der zukünftigen Geschäftstätigkeit vorsieht.

Die Rolle als etablierter Energieversorger verschafft EnBW nicht selten Standortvorteile. So konnte der Konzern in der jüngeren Vergangenheit mit einigen Großunternehmen Kooperationen zur Installation von Filialladestationen abschließen. Exemplarisch wäre hier die Baumarktkette toom zu nennen, die zunächst die Ausstattung von 30 Filialen mit Ladesäulen beauftragte. Langfristig soll dieser Vertrag erweitert werden, mit 350 betriebenen Baumärkten könnte sich das Auftragsvolumen des toom-Vertrags nochmals bedeutend erhöhen. Derzeit rüstet EnBW zudem bereits 50 deutsche Märkte der Drogeriekette DM mit Lademöglichkeiten aus, zeitgleich läuft eine Machbarkeitsstudie zur Ausstattung von bis zu 1.000 Filialen. Aktuell betreibt das Unternehmen zudem knapp 450 Schnellladepunkte, über Kooperationen mit lokalen Anbietern kann innerhalb Deutschlands in sämtlichen Regionen flächendeckend geladen werden, dies macht das Ladeprogramm für Elektroautofahrer enorm attraktiv. Die frühe und aggressive Expansionspolitik der letzten Jahre könnte sich nun also auszahlen, von den großen deutschen Energieversorgern scheint sich EnBW derzeit am geschicktesten für den neuen Markt ausgerichtet zu haben.

Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ist der Energietechnik-Lieferant aus der Schweiz einer der Key Player im Bereich der Elektromobilität. Der Geschäftsbereich ist stetig gewachsen, sodass ABB mittlerweile den Börsengang der Sparte vorbereitet. Der Jahresumsatz der Sparte für Ladetechnik beläuft sich aktuell auf 220 Millionen $, die Wachstumsraten lagen in den letzten Geschäftsjahren jeweils um die 50 Prozent. ABB ist in diesem Technologiesektor weltweit in 85 Ländern aktiv, in der vergangenen Dekade lieferte der Konzern circa 400.000 Ladestationen aus. Auch nach dem Börsengang des Ladetechnik-Sektors soll der Mutterkonzern die Kontrolle über die ausgegliederte Tochter behalten. Die Investitionen der näheren Zukunft sollen an der Börse eingesammelt werden, dies könnte auch der Aktie der Muttergesellschaft Auftrieb verleihen.

Dass ABB dem Thema eine hohe Bedeutung zumisst, zeigen zudem die Errichtung eines Forschungszentrums in den Niederlanden sowie einer auf Ladetechnik ausgerichteten Fabrik in Italien. 30 Millionen Euro wurden in das neue Werk investiert, welches die komplette Palette an Gleichstrom-Ladelösungen fertigen soll. Laut Plan soll die Fabrik noch vor Ende dieses Jahres die Produktion aufnehmen. Weitere 10 Millionen Euro fließen in den Aufbau einer Forschungseinrichtung an der niederländischen TU Delft, die insgesamt 120 Forscher und Forscherinnen beschäftigen soll. ABB ist insbesondere auch in Verbindung mit der Infrastruktur für große Fahrzeuge, wie E-Busse oder E-LKWs, von Interesse. Die Technik der Schweizer kommt für Flottenlösungen oft zum Einsatz, so installierte das Unternehmen beispielsweise für die Hamburger Hochbahn bereits 44 Ladestationen für E-Busse. Insbesondere in diesem Bereich könnte ABB noch stark zugewinnen, der Ausbau der E-Flotten städtischer Verkehrsbetriebe nimmt in Europa und Asien aktuell schnell zu.

2  Kommentare

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  2 Monate
Die Tesla-Aktie ist für mich die interessanteste Ladesäulen-Aktie!
  2 Monate
Im Rahmen der Veröffentlichung der Zahlen für Q2 2021 hat Tesla nun angekündigt, das firmeneigene Ladenetz noch 2021 für Fremdfabrikate zu öffnen - in allen Märkten, in denen die Supercharger auf dem CCS-Standard basieren. In Abhängigkeit der Ladegeschwindigkeit (also zur Minimierung der Standzeit von Fahrzeugen) wird ein dynamisches Preismodell angekündigt, ohne genauere Details zu nennen. Für die Ladenetzabdeckung sind dies sicherlich gute Neuigkeiten, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass hier ein für Fahrer anderer Marken attraktives Preismodell etabliert wird, um den Platz für die Tesla-Fahrer freizuhalten. Für etwaige "Not-Ladungen" ist dies aber sicherlich eine gute Sache!

Besprochene Aktien

Auch in diesen Argumenten enthalten

ABB Ltd

Die schweizer ABB bietet global Systeme und Technologien zur Energieerzeugung und Automation an. Systeme zur Energieübertragung, Energieverteilung und Kraftwerksautomation für die verschiedensten Kraftwerksarten werden angeboten.

ChargePoint Holdings Inc

ChargePoint Holdings konzentriert sich auf den Ausbau von Lademöglichkeiten zur Elektromobilität. Das Unternehmen operiert in den USA und bietet dort Hardware, Software sowie diverse Dienstleistungen für private und kommerzielle Kunden oder Flottenbetreiber.