Argumente

Laut Handelsblatt baut das deutsch/kanadische Unternehmen Rock Tech eine Lithiumfabrik in Brandenburg neu auf. Dort sollen 24.000 Tonnen Lithium aufbereitet werden, das sollte für 500.000 E-Autos im Jahr genügen.

Das Lithium stammt aus einer Mine in Kanada, wird aber in Brandenburg aufgearbeitet, denn die "Nachfrage sei gigantisch" sagt Harbecke, Chef von Rock Tech.

Die globale Lithium-Nachfrage dürfte die kommenden Jahre gigantisch sein:

Interessant ist auch, dass man das Lithium zu Beginn aus den Minen verwenden will, später könne man aber in der Fabrik genauso recyceltes Lithium aus Altbatterien aufbereiten.

Ich hatte es hier vor 3 Tagen geschrieben.:

Dünger-Aktien von Erfindung bedroht

Ich halte selbst Aktien von SQM und Orocobre, und bin weiterhin auch bullish für Lithium Aktien. 

Viele Lithium Aktien wie SQM sind aber auch stark im Künstdüngergeschäft engagiert. Hier schafft allerdings gerade die US Firma Pivot Bio einen völlig neuen Ansatz. Sie bringen die Pflanzen über deren Bakterien an den Wurzeln selbst dazu Stickstoff d.h. Dünger zu erzeugen. Dies könnte zu kostengünstigeren und v.a. CO2 ärmeren Düngeralternativen führen und das Geschäft von Düngemittelaktien beeinträchtigen. Dies sollte man berücksichtigen!

Auch die Albemarle Aktie konnte in den vergangenen Monaten von den sich erholenden Lithium-Preisen profitieren. Seit Jahren befindet sich das Unternehmen in einem Wettlauf mit SQM um den Titel des größten Produzenten, nach Fördermenge. Eines der Hauptargumente für ein Investment in diese Aktie könnte für Investoren die gute Diversifizierung des Konzerns sein, sowohl nach Geschäftssparten als auch nach geografischen Aktivitäten. Das Geschäft mit Lithium und diversen Lithiumverbindungen generierte für Albamarle im vergangenen Geschäftsjahr 37 Prozent des Umsatzes. Das Geschäft mit Bromverbindungen zeichnete sich für 31 Prozent der Umsätze aus. Die Sparte für chemische Katalysatoren trug 26 Prozent der Umsätze bei, war von den drei Hauptgeschäftssegmenten jedoch auch am härtesten von der Corona-Pandemie betroffen. Hauptabsatzmarkt ist Asien mit einem Umsatzanteil von etwa 50 Prozent, gefolgt von Nordamerika (26 Prozent) und dem EMEA-Bereich (24 Prozent). Darüber hinaus punktet Albemarle auch mit der Kundenstruktur. Das Unternehmen beliefert weltweit circa 2.300 Kunden aus diversen Branchen und Technologiesektoren. Keiner dieser Kunden erzielt mehr als 10 Prozent der Umsätze, Abhängigkeitsverhältnisse entstehen für Albemarle somit nicht. Neben der breiten Diversifizierung sprechen noch diverse weitere Gründe für ein Investment in die Albemarle Aktie:

  • Nachdem Teile des Geschäfts von der Corona-Pandemie stark betroffen waren, konnte Albemarle im ersten Quartal 2021 mit starken Zahlen aufwarten. Das Unternehmen übertraf die Analystenschätzung um 72 Millionen $ und setzte 829 Millionen $ um. Insbesondere die Geschäftssparte Lithium konnte überzeugen. Obwohl das Preisniveau um 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag (bedingt durch Nachlässe, die im vergangenen Jahr gewährt wurden und auch mit dem niedrigen Preis für Lithiumverbindungen zusammenhingen), konnte der Umsatz im Jahresvergleich um 28 Prozent gesteigert werden. Wohl auch aufgrund der anhaltenden weltweiten pandemischen Lage hat sich das Management dazu entschlossen, bei der ursprünglichen konservativen Prognose für das Gesamtjahr zu verbleiben. Bei der Bepreisung der Aktie könnte hierdurch noch ein wenig Potenzial bestehen, sofern der aktuelle Kurs beibehalten wird, auch wenn das aktuell hohe Niveau bei Lithium Aktien dies unwahrscheinlich erscheinen lässt.
  • Die guten Zahlen von Q1 2021 ermöglichen es Albemarle auch seiner Rolle als Dividendenwert gerecht zu werden. Zum 1. Juli hat das Unternehmen eine Dividende in Höhe von 39 Dollar Cent pro Aktie ausgezahlt. Auch wenn die Dividendenrendite sich hierdurch auf einen Wert von circa 1 Prozent beläuft, ist die Regelmäßigkeit der Ausschüttung beachtenswert. Albemarle hat in den vergangenen 27 Jahren stets eine Dividende ausgeschüttet. Im volatilen Rohstoffgeschäft könnte man dies als Kaufargument für die Aktie anführen.
  • Die Kapazität für Lithium wird Albemarle in den kommenden Jahren zudem stark ausbauen. Derzeit läuft der Ausbau der Projekte der Phase „Wave 2“. Diese Projekte sollen Anfang bis Mitte 2022 in Produktion gehen und erhöhen die Kapazität für Lithiumerzeugnisse auf 175.000 Tonnen pro Jahr. Die Projekte der „Wave 3“ (Fertigstellung in 3 bis 5 Jahren) und „Wave 4“ sollen die Kapazität nach aktueller Planung um weitere 150.000 Tonnen erweitern. Die Projekte des Unternehmens sind hierbei weltweit gestreut besitzen also kein konzentriertes Länderrisiko, dem beispielsweise andere Werte (etwa SQM) unterliegen.

  • Die aktuelle Situation des Bereichs für Katalysatoren könnte für Investoren eine günstige Einstiegsmöglichkeit in die Aktie bieten. Die Ergebnisse der Sparte im ersten Quartal wurden durch die Winterstürme in Texas belastet, die zwei Produktionsstätten in Houston betrafen. Während die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent zulegen konnten, sank das bereinigte EBITDA um 46 Prozent auf 25 Millionen $. Aufgrund des hohen Anteils des Geschäftsbereichs wirkte sich dies auch negativ auf die Profitabilität des Gesamtkonzerns aus, sollte in diesem Ausmaß aber auf den Einmaleffekt durch den Sturm zurückzuführen sein.

Wie bei anderen Aktien bestehen jedoch auch im Falle von Albemarle einige Aspekte, die Investoren berücksichtigen sollten, bevor sie sich zu einem Investment in die Aktie entscheiden.

  • Die ambitionierten Ausbaupläne von Albemarle könnten bereits in die aktuelle Bewertung der Aktie eingepreist sein. Die Projekte der Phasen „Wave 4“ und „Wave 5“ haben jedoch einen Zeithorizont von mehr als 5 Jahren. Auch wenn Albemarle anhand dieser Planung zum weltweit führenden Lithium-Produzenten aufsteigen könnte, so dürfte aktuell niemand seriös einschätzen können, wie die Nachfrage nach Lithium und dessen Preisniveau sich über einen solch langen Zeitraum entwickeln könnte. Zumal sich die Elektromobilität als einer der Haupttreiber der Nachfrage momentan in einem schnellen technologischen Optimierungsprozess befindet.
  • Die Geschäftssparte für Katalysatoren dürfte mittelfristig das Sorgenkind von Albemarle sein. Das Unternehmen kalkuliert in den kommenden Jahren mit rückläufigen Umsätzen. Viele der Erzeugnisse werden in petrochemischen Prozessen eingesetzt, insbesondere auf in Raffinerie-Erzeugnissen. Zum genauen Ausmaß hält sich Albemarle noch bedeckt, Analysten beziffern den Umsatzrückgang auf bis zu 30 Prozent bis 2025. Umso wichtiger ist die Expansion des Lithium-Geschäfts, um die für Albemarle negativen Effekte der Verkehrswende wettzumachen!
  • Von den steigenden Nachfragen und Preisen bei Lithium kann Albemarle kurzfristig noch nicht profitieren. Die Kapazitäten sind derzeit ausgelastet, zudem operierte das Unternehmen in der Vergangenheit mit vergleichsweise langfristig ausgelegten Liefervereinbarungen, die noch unter dem zwischenzeitlichen Preisverfall abgeschlossen wurden. Immerhin laufen Preisnachlässe, die man Kunden im vergangenen Jahr unter dem Eindruck der Corona-Krise gewährt hatte, in den kommenden Monaten aus.

Eines der größten Hindernisse zur Bewertung des Lithium-Marktes und somit auch den Aktien, die mit dem Rohmaterial in Verbindung stehen, war die intransparente Preissetzung. Vor allem bedingt durch unterschiedliche gehandelte Lithiumverbindungen und Qualitätsunterschiede in verschiedenen Förderregionen war die Bestimmung eines „fairen“ Werts, unabhängig vom letztlichen Verwendungszweck, erschwert.

Mittlerweile startet jedoch ein Handel mit Terminkontrakten. Sowohl in Chicago (an Chicago Mercantile Exchange) als auch in London (London Metal Exchange) ist mittlerweile der Handel mit Futures möglich. Die Preise an der LME beziehen sich spezifisch auf Lithiumhydroxid. Verbindliche Terminkontrakte erleichtern Produzenten und Kunden nun eine verlässlichere Planung der Rohstoffkosten, ein wichtiger Punkt, wenn man die Volatilität der vergangenen Jahre betrachtet. Auch Aktionäre haben hierdurch zukünftig einen wichtigen Anhaltspunkt zur Bewertung von Unternehmen hinzugewonnen.

Livent ist als Lithium Aktie ist Vielen vor allem wegen der Kontakte zu Tesla ein Begriff. Die Gesellschaft ist weltweit der aktuell fünftgrößte Lithium-Produzent, gemessen an der Produktionsmenge. Ehemals als Lithium Corporation of America bekannt und 1985 durch die FMC Corporation übernommen, ist Livent heute für das Lithium-Geschäft des Konzerns zuständig. Die Aktie ist aus verschiedenen Gründen eine Überlegung wert:

  • Livent setzt stark auf Lithiumhydroxid. Aktuell setzt vor allem Tesla auf diese Verbindung, es wird zukünftig jedoch erwartet, dass weitere Elektroauto-Produzenten nachziehen. Lithiumhydroxid wird vor allem für Batterien benötigt, die einen hohen Anteil an Nickel vorweisen. Diese Art der Batteriezelle, die auf mindestens 60 Prozent Nickel als Kathodenmaterial setzt, erreicht eine bedeutend höhere Energiedichte als die heutige Generation, die auf Lithiumkarbonat basiert. Problematisch ist aktuell noch die Stabilität der Kathoden, sofern die Entwicklung in diesem Bereich fortschreitet, könnte die Livent Aktie massiv profitieren! Tesla setzt die Technik bereits in Serie ein, bis zum Jahr 2025 könnten Lithiumhydroxid-basierte Batterien 55 Prozent Marktanteil erreichen. Im vergangenen Jahr lag diese Quote noch bei 20 Prozent.
  • In diesem Szenario bestünde ein massiver Nachfrageüberhang in den kommenden Jahren. Infolgedessen plant das Livent Management eine Erhöhung der Produktionskapazität in Argentinien von aktuell 25.000 Tonnen auf 60.000 Tonnen im Jahr 2025. In diesem Zusammenhang ist Livent kürzlich ein Coup gelungen. Das Unternehmen sicherte sich eine 25-prozentige Beteiligung am insolventen Unternehmen Nemaska Lithium. Über eine neue Gesellschaft ist man nun an der Whabouchi Mine beteiligt. Diese Mine liegt in Kanada und verfügt über die siebtgrößten Lithium-Reserven der derzeit bekannten Projekte. Jährlich könnten hier insgesamt 37.000 Tonnen Lithiumhydroxid produziert werden.
  • Livent dürfte zu den profitabelsten Produzenten von Lithiumhydroxid zählen. In der Whabouchi Mine kann der Grundstoff mittels Spodumen-Konzentraten gewonnen werden, der mit Abstand günstigsten Methode. Bisher musste Livent den Umweg über eine Salzlaugen-Gewinnung von Lithiumkarbonat gehen, welche in einem separaten Schritt zu Hydroxid umgewandelt werden muss – zu Mehrkosten von etwa 2.000$ pro Tonne. Künftig sollte Livent den profitablen Rohstoff im Durchschnitt wesentlich günstiger produzieren können.

Sollte Tesla skalieren, wie es anhand ihres Geschäftsplans anvisiert ist, so müssen sie sich frühzeitig möglichst viel Lithiumhydroxid sichern, auch um ihren technologischen Vorsprung zu sichern. Der starke Fokus auf diesen Rohstoff und der hohe Anteil Teslas am Output macht Livent jedoch auch anfällig für technologische Disruption. Sollten sich weitere, effizientere Konzeptionsweisen der Batterien etablieren, würde die aktuelle Strategie problematisch werden. Aktuell ist Livent Aktie jedoch eine Überlegung wert, die Nachfrageprognose steht sehr günstig und die Verhandlungsposition des Unternehmens ist derzeit ausgezeichnet.

    SQM ist seit Jahren eine der spannendsten Lithium-Aktien. Das Unternehmen ist aktuell der weltweit zweitgrößte Produzent für Lithium und Lithiumverbindungen. Die Sociedad Quimica y Minera de Chile, so der vollständige Name der Gesellschaft, ist eines der wichtigsten Unternehmen Chiles im internationalen Wettbewerb. Obwohl der Fokus nicht ausschließlich auf Lithium liegt, der Umsatzanteil lag im Geschäftsjahr 2020 bei 21 Prozent, könnte sich SQM dennoch als mittel- bis langfristig orientierte Lithium Aktie eignen. Hierfür gibt es einige Argumente:

    • SQM besitzt nach wie vor einen bedeutenden Standortvorteil. Chile ist das Land mit den weltweit größten Lithium-Vorkommen. Mit einem geschätzten Fördervolumen von knapp 8 Millionen Tonnen besitzt Chile global die mit Abstand größten Reserven, China folgt beispielsweise mit etwa 40 Prozent dieses Werts auf Platz 2. Die gute Vernetzung, die Erfahrung im chilenischen Bergbau sowie der enge Kontakt zu den einheimischen Behörden ist ein großer Vorteil für SQM!
    • Auch wenn Lithium, auch bedingt durch die zwischenzeitlichen Preisverfälle auf dem Weltmarkt, zuletzt nur ein Viertel beziehungsweise ein Fünftel des Gesamtumsatzes ausmachte, so sieht das SQM Management Lithium als wichtigsten Wachstumstreiber für die Gesellschaft. Bis zum Jahr 2025 möchte SQM die Lithium-Kapazität jährlich um 30 Prozent steigern. Gemessen am aktuellen Preisniveau würden sich die Umsätze mit Lithium in diesem Szenario um jährlich 48 Prozent steigern. Kein anderer Lithium-Produzent plant eine derart aggressive Expansion seiner Kapazitäten.
    • SQM fördert Lithium äußert profitabel. Die eingesetzten Technologien, in Verbindung mit den vorteilhaften Förderbedingungen in Chile, ermöglichten dem Unternehmen in den Jahren 2016 bis 2020 die Förderung einer Tonne Lithium zu 4.200$. Der Branchendurchschnitt lag in dieser Zeit bei 11.000$. Selbst während der zeitweiligen Preisverfälle sank die EBITDA-Marge nicht unter 35 Prozent.
    • Die hoch gesteckten Ausbauziele kann SQM aus einer komfortablen finanziellen Position heraus angehen. Zwischen 2021 und 2024 kalkuliert das Unternehmen mit einem Kapitalaufwand in Höhe von 2 Milliarden $, wovon 1,1 Milliarden in das Lithiumgeschäft fließen sollen. Diese Ausgaben könnten laut Finanzplan aus dem operativen Cash-Flow finanziert werden, diese sollen von 1,1 Milliarden $ im aktuellen Jahr auf 1,9 Milliarden $ in 2024 wachsen. Zudem nahm die Gesellschaft im April im Rahmen einer Kapitalerhöhung weitere 1,1 Milliarden ein. Die liquiden Mittel belaufen sich derweil auf 855 Millionen US-Dollar.
    • Auch wenn Lithium derzeit stark von SQM forciert wird, so besitzt das Unternehmen dennoch auch weitere Unternehmensbereiche, sodass Investoren eine Diversifizierung über verschiedene Branchen ermöglicht wird. Insbesondere die Düngemittelproduktion und -verkauf, aktuell etwa 40 Prozent Umsatzanteil, sichert der Gesellschaft beständige Erträge und macht sie somit ein Stück weit weniger anfällig für Schwankungen des Lithium-Preises.

    Neben diesen positiven Aspekten bestehen im Zusammenhang mit einem Investment in SQM auch zwei Punkte, die Anleger beachten sollten:

    • Derzeit besteht ein gemäßigtes politisches Risiko im Zusammenhangmit SQM. Im Mai 2021 wählten die Chilenen 155 Delegierte, um eine neue Verfassung zu formulieren, zudem stehen im November die Präsidentschaftswahlen an. Eine restriktivere Geld- und Fiskalpolitik oder strengere Umweltregularien könnten das Geschäftsumfeld der Gesellschaft in Zukunft massiv beeinflussen.
    • Im SQM-Kurs ist derzeit zudem die Profitabilität der starken Lithium-Erweiterung womöglich bereits eingepreist. Das macht das Bewertungsniveau der Aktie ein Stück weit abhängig von der Entwicklung des Lithiumpreises. Für erfahrene Rohstoffinvestoren sollte dies jedoch keine Neuigkeit sein. Einen weitreichenden Kursverfall bei Lithium Aktien konnte man bereits während des letzten Preissturzes in den vergangenen Jahren beobachten.

    Als Lithium Aktie könnte Orocobre ein gutes Pure Play sein. Während viele der anderen großen Lithium-Produzenten ein weites Portfolio an Rohstoffen vorweisen und Lithium somit nur einen begrenzten Teil des Gesamterfolgs ausmacht, könnte die Orocobre Aktie aus mehreren Gründen für Anleger interessant sein:

    • Mit dem Olaroz-Projekt verfügt Orocobre über eine sehr interessante Lithium Mine. Die Produktivität steigert sich hier stetig, die Qualität des gewonnenen Lithumcarbonats ist gut. Im letzten Quartal konnte Orocobre die Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 3.300 Tonnen Lithiumcarbonat steigern.
    • Die Qualität und das Preisniveau sind in der Olaroz-Mine ebenfalls hervorragend. Mittlerweile entsprechen 66 Prozent des gewonnenen Lithiumcarbonats den Qualitätsstandards für die Batteriezellenproduktion. In den vergangenen neun Monaten konnte zudem der Absatzpreis um 170 Prozent gesteigert werden – auf aktuell 8.476$ pro Tonne (FOB-Preis).
    • Die Laufzeit dieser ertragreichen Mine wird aktuell noch auf mehr als 40 Jahre geschätzt. Die hohen Investitionen dürften der Gesellschaft also auf absehbare Zeit auch Einkünfte garantieren, auch wenn man sich den Ertrag mit den beiden anderen Partnern, Toyota und einem lokalen Energieunternehmen, teilen muss.
    • Die Partnerschaft mit Toyota bietet Orocobre jedoch auch absatzpolitische sowie finanzielle Sicherheit. Mittlerweile ist Toyota zu 15 Prozent an Orocobre beteiligt, finanzielle Engpässe könnten im Ernstfall zumindest gelindert werden. Über ein Gemeinschaftsunternehmen mit Panasonic nimmt der japanische Konzern zudem jährlich bis zu 30.000 Tonnen Lithiumcarbonat ab.
    • Orocobre zählt zu den effizientesten Lithium Herstellern. Das Unternehmen hat für sich selbst das Ziel ausgegeben, die Förderkosten unterhalb die 3.000$-Grenze zu drücken. Mit rund 4.350$ pro Tonne zählt man bereits heute zu den günstigsten Lithium-Produzenten.

    Das Bild zeigt Aufnahmen des Olaroz-Projektes in Nordargentinien.

    Neben diesen positiven Aspekten gibt es jedoch auch einige Risiken oder Gefahrenpotenziale im Zusammenhang mit der Orocobre Aktie:

    • Mit der Olaroz-Mine verfügt Orocobre über eine State-of-the-Art-Anlage mit hoher Produktivität. Jedoch besteht für die Minengesellschaft auch eine Abhängigkeit von diesem Projekt. Zwar verfügt Orocobre noch über Lithium-Vorkommen im zweiten Projekt Borax sowie in den Projekten der kürzlich erworbenen Gesellschaft Advantage Lithium, produziert wird Lithium aktuell jedoch nur im Projekt Olaroz. Die Abhängigkeit von nur einer Produktionsstätte birgt operationelle sowie politische Gefahren, wie zuletzt durch eine 8-prozentige Exportsteuer der argentinischen Regierung gesehen.
    • Die oben erwähnte Übernahme von Advantage Lithium sollten Anleger zumindest mit einer gewissen Skepsis sehen. Das Unternehmen steht in Verbindung mit dem Pennystock-Promoter David Sidoo. Daher könnten die angegebenen 5 Millionen nachgewiesenen und 1,5 Millionen vermuteten Lithium-Reserven mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sein.
    • Mittel- bis langfristig stellt sich zudem die Frage, wie schnell Orocobre die eigenen Kapazitäten zu ähnlichen oder vergleichbaren Größen- und Produktivitätsstandards ausweiten könnte. Die Erschließung neuer Vorkommen ist ein, größere Umbaumaßnahmen oder Verfahrensänderungen im Olaroz-Projekt dürften direkt mit Umsatzeinbußen verbunden sein.

    Der Lithium Preis steigt aktuell wieder dynamisch an. Während der Kurs des Rohstoffs im Laufe der vergangenen 12 Monate auf bis zu 40.000 Yuan pro Tonne gefallen war (für chinesisches Lithiumcarbonat), stieg der Preis für Lithium zuletzt wieder auf ein 3-Jahreshoch und liegt aktuell bei circa 90.000 Yuan pro Tonne.

    Damit liegt der Rohstoff-Kurs zwar noch weit entfernt von den Preisen der Jahre 2016 und 2018, als sich der Preis für Lithiumcarbonat zeitweise auf 150.000 Yuan belief, stabilisiert sich jedoch wieder auf einem soliden Level. Der Grund für den Preisverfall bei Lithium war hauptsächlich in einem temporären Überangebot verortet. Der starke Verfall des Rohstoffkurses führte jedoch auch zu starken Kurseinbrüchen bei vielen Lithium-Aktien. Die kostendeckende Produktion oder die Erschließung neuer Vorkommen war zu den gegebenen Preisen nicht mehr möglich. Mit der zunehmenden Ausbreitung von Elektrofahrzeugen und -LKWs ist es für die Automobilproduzenten jedoch zunehmend wichtiger, sich Lithiumcarbonat zu sichern. Somit hat sich auch die Verhandlungsposition der Lithium-Produzenten mittlerweile wieder positiv entwickelt.

    1  Kommentar

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      3 Monate
    Ich bin langfristig Long bei Lithium-Aktien. Mein Favorit ist die SQM-Aktie! Zusätzlich würde ich Nickel-Aktien empfehlen, wie die Norilsk Nickel Aktie.

    Besprochene Aktien

    Auch in diesen Argumenten enthalten

    Livent

    Livent, eine Tochter der FMC Corp fördert Lithium in verschiedenen Formen zum Einsatz bspw. in Hochleistungsbatterien oder zur Leichtbauweise für den Luft- und Raumfahrtbereich.

    Orocobre

    Argentinischer Industriechemie und Bergbau-Unternehmen. Orocobre baut ein großes Lithium-Abbau Projekt in der Salar de Olaroz zur Produktion von 17.500 Tonnen für in Batterien verwendbares Lithium-Carbonat.