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Data Science: Sorgt Corona für einen Aufschwung?

Ein Beitrag von Mr. Dow 5 18.01 - 14:16

Corona zwingt weltweit nach wie vor Millionen von Unternehmen zu einem höheren Anteil an digitaler Arbeit. Dieser Umstand stellt auch die Datenströme und Datenverarbeitung innerhalb von Organisation vor Herausforderungen. Die Bedürfnisse und Probleme in der Pandemie könnten letztlich nachhaltig die Informationsinfrastrukturen verändern oder modernisieren, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Themenkomplex Data Science.
 
Elastic NV
 
 
Talend SA
 
 
Splunk Inc
 

Daten sind der Antrieb für das Wachstum der Data Science-Technologien, welche sich im Grunde mit der Beschaffung von Daten, der effizienten Filterung von Informationen sowie der Aufbereitung der Daten beschäftigt. Das globale Datenvolumen liegt heute bei etwa 44 Billionen Gigabyte, wovon rund 80 Prozent in unstrukturierter Form vorliegen. Die verfügbaren Datenströme sind hierbei vielfältig: Einzelhandelstransaktionen, E-Commerce, Aktienmarkttransaktionen oder auch das Internet der Dinge. Data Science Tools, die in der Lage sind, aus diesen Quellen Trends oder Kundenpräferenzen zu extrahieren, fördern nicht nur die Prognosefähigkeit, sondern auch die Flexibilität und Verkaufsstrategie von Unternehmen. Dass Prozesse der Data Science auch der Anwendung statistischer Lernmethoden, beispielsweise von Machine Learning-Konzepten, vorausgehen, steigert das künftige Marktpotenzial der Technologien zusätzlich. Das Feld der Data Science ist jedoch vielfältig, wodurch die wachsende Nachfrage nach Big Data-toleranten Systemen bedingt ist. Unternehmen haben sich jeweils auf einzelne Tätigkeitsfelder der Datenaufbereitung spezialisiert: Datenbankaufbau und Speicherung; Bereinigung und Visualisierung sowie Auswertung und Prognose.

Splunk Inc (US8486371045)

Splunk ist eine 2003 gegründete Data-to-Everything Plattform aus San Francisco. Hauptprodukte sind die Splunk Enterprise, die Splunk Cloud und der Splunk-Datenstromprozessor. Die Erfassung und Indizierung digitaler Informationen wird automatisiert. Dabei können Daten unabhängig von der Quelle und dem Format in Echtzeit-Sichtbarkeit bezogen werden. Mittels des Datenstromprozessors wird kontinuierlich Datenmaterial gesammelt und mit hoher Geschwindigkeit an mehrere Ziele verteilt. Vorteil ist, dass dabei sehr große Mengen - wie im Bereich Big Data nötig - verarbeitet werden können. Für das kommende Jahr hat Splunk eine Reihe neuer Produktinnovationen angekündigt. Neue cloudbasierte Updates für die Enterprise Security sowie die Splunk Mission Control und das angekündigte Mission Control Plug-In-Framework sollen den Umstieg auf Cloud-Computing sicherer gestalten. Unterstützt wird hierbei die Vereinheitlichung und Modernisierung von Sicherheitsprozessen. Dies soll insbesondere kleineren Unternehmen ein Plus an Sicherheit bei Datenimporten und Speichervorgängen bieten. Mit der Mission Control gibt es jetzt die Möglichkeit, Splunk-Produkte sowie weitere Sicherheitstechnologien zu verknüpfen, sodass Unternehmen die Kontrolle über ihre gesamte Sicherheitsinfrastruktur erhalten. Das Unternehmen zielt mit den aktuellen Updates auf eine Ausweitung der Kompatibilität seiner Produkte und dürfte hiermit sein Kundenpotenzial ausweiten und vergrößern. Splunk wächst derzeit dynamisch. Im vergangenen Jahr lag das Umsatzplus bei fast 31 Prozent, im Vergleich zum Jahr 2017 liegt der Umsatz um 147 Prozent höher. Hohe Investitionen in die eigene Infrastruktur und das Produktportfolio führten bisher zu Verlusten, auch im Jahr 2020 lag das Defizit letztendlich bei circa 336 Millionen US-Dollar. Anleger sollten allerdings auch im Blick haben, dass es im vergangenen Fiskaljahr einen Übergang vom Verkauf unbefristeter zu zeitlich gebundenen Lizenzen der Cloud Services gab. Auch vor diesem Hintergrund sollte im Jahr 2021 die Entwicklung der Profitabilität betrachtet werden.

Elastic NV (NL0013056914)

Elastic wurde 2012 als verteiltes Suchunternehmen gegründet, mit Firmenniederlassungen in Israel, Deutschland und den Niederlanden. Der Fokus liegt bei der Datenanalyse und Visualisierung. Die Produktpalette ist dreiteilig gegliedert: „Enterprise Search“, „Observability“ und „Security“. Kernprodukte bilden die Produkte „Elasticsearch“ und „Kibana“. Elasticsearch zielt mittels horizontaler Skalierung dabei auf eine Hochgeschwindigkeitsverarbeitung der Datenanalyse. Kibana wiederum bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Darstellung: von Diagrammen über Heatmaps bis zu Zeitreihenanalysen. Bearbeitungsprogramme zur individuellen Gestaltung von Dashboards sowie Live-Präsentationen werden ebenfalls zur Verfügung gestellt. Zusätzliche Ergänzungen bilden Features für Machine Learning-Applikationen, Security und Reporting, um Anomalien auf ihre Eigenschaften hin zu analysieren. Da das Unternehmen seine Gewinne aus den Abonnements seiner Angebote - Enterprise Search, Observability und Security - bezieht, besteht ein wesentliches Interesse in der ständigen Expandierung von zusätzlichen Features. Das vergangene Quartal konnte im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatzplus von 43 Prozent abgeschlossen werden, im Software-as-a-Service-Segment stieg diese Summe sogar um 81 Prozent an. Mit einem Jahresumsatz von 427 Millionen US-Dollar ist Elastic im Softwaremarkt jedoch ein vergleichsweise kleines Unternehmen. Es bleibt abzuwarten, ob das Wachstum in diesem größtenteils noch nicht konsolidierten Marktumfeld ausreicht, um die Marktposition zu festigen und dem Konkurrenzdruck standzuhalten.

Talend SA (US8742242071)

Die Talend Data Fabric stammt aus Frankreich und kombiniert auf ihrer Plattform Lösungen zur Datenintegration und -integrität, vor allem in Verbindung mit Big Data. Ziel ist es, jeden Mitarbeiter informiert zu halten sowie benötigte Daten zugänglich zu machen. Integrierte Datenaufbereitungsfunktionen sollen sicherstellen, dass Daten für den Anwender umgehend nutzbar sind. Hierbei können 300 Gigabyte pro Tag durch die Data Fabric dokumentiert werden. Talend wirbt mit der sicheren Kommunikation von vertrauenswürdigen Daten in internen Abteilungen sowie externe Gruppen. In Frankfurt ist außerdem seit November 2020 ein neues Rechenzentrum ausschließlich für den Cloud-Service-Anbieter Stitch im Einsatz. Damit möchte Talend einen Beitrag zur Datensicherheit und Compliance bei Datenübertragungen leisten. Die Umsätze des Unternehmens sind bis 2020 kontinuierlich zwischen 30 und 40 % gestiegen. Grund hierfür ist unter anderem die hohe Profitabilität der Produkte. Bei den Abonnement-Services liegt die Bruttomarge der Produkte bei über 80 Prozent, im branchenweiten Vergleich ein hoher Wert. Diese Ausgangsbasis ermöglicht hohe Investitionen in das eigene Unternehmen, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Zwar verzeichnete auch Talend, als Folge der aggressiven Expansionspolitik, bisher noch keine Gewinne, schlug bei den Verlusten pro Aktie in den vergangenen Quartalen jedoch stets die Erwartungen der Analysten.


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