Analyse Aktien E-Bike

E-Bike: Der Markt wächst weiter!

Ein Beitrag von Mr. Dow 5 03.12.2020

Seit der Corona-Pandemie boomt der Markt für E-Bikes gewaltig. Bereits in den Jahren zuvor erfreute sich die Fahrradindustrie an den steigenden Umsätzen durch den Verkauf der elektronischen Modelle. Aktuell übersteigt die Nachfrage nach E-Bikes vielerorts sogar die Produktions- und Lieferkapazitäten. Können auch Anleger von diesem Boom profitieren?
 
KK Shimano
 
 
Fox Factory Holding Corp
 
 
Accell Group NV
 

E-Bikes sind in der Käufergunst weiterhin auf dem Vormarsch. Im Jahr 2020 erreichen sie einen globalen Umsatz von beinahe 30 Milliarden USD. Allein im ersten Halbjahr wurden über eine Million E-Bikes verkauft, jeder dritte Käufer entschied sich für ein solches Modell. Zum Vergleich: 2019 waren es im Gesamtjahr 1,3 Millionen Stück. Die Ausgangs- und Reisebeschränkungen im Frühjahr 2020 erwiesen sich als Herausforderung, das Fahrrad mutierte zum zentralen Erholungs- und Transportationsmittel und verbuchte somit einen schnellen Anstieg in der Nachfrage. Darüber hinaus machen die technischen Fortschritte die Batterien leichter und handlicher. Die Trittunterstützung erhöht den Fahrkomfort und die Beliebtheit gleichermaßen. Außerdem können Arbeitnehmer das E-Bike als Dienstfahrzeug anmelden und von der Steuer absetzen lassen. Das Elektromodell fungiert also längst nicht mehr nur als Freizeitgerät, sondern wird zunehmend zum wichtigen Verkehrsmittel. Gerade in Zeiten von Corona verringert die Fahrt mit dem E-Bike an der frischen Luft die Ansteckungsgefahr und fördert gleichzeitig die Bewegung. Auch der Klimawandel gehört zu den Antreibern des Marktes. Das Elektrorad steht voll im Trend eines stärkeren Umweltbewusstseins und fördert seinerseits den Ausbau von Radwegnetzen weltweit. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Stadt Stockholm in Schweden. Letzteres würde daher für die langanhaltende Dauer des Trends sprechen. Im Zusammenhang mit der hohen E-Bike-Nachfrage durch Corona berichten Hersteller weltweit von ausverkauften Lagern und Engpässen. Dies könnte in der nahen Zukunft die Preise der E-Bikes und somit auch die Margen der Hersteller erhöhen. 

Fox Factory Holding Corp (US35138V1026)

Die Fox Factory Holding Corporation produziert und vertreibt einzelne Produktelemente für Schneemobile, Fahrräder und E-Bikes: Federgabeln, Hinterraddämpfer und Sattelstützen. Kunden profitieren beim Produzenten vom vielfältigen Angebot und der jahrzehntelangen Expertise seit 1974. Besonders hohes Potential steckt in dem 2019 eingeführten LiveValve System der Firma. Das elektronisch-kontrollierte Federungssystem sorgt durch ultrasensible Sensoren und ultraschnelle Ventile für eine automatische Anpassung an den Untergrund. Die Integration dieses Systems sowie mehr finanzielle Investitionen kündigt das Unternehmen zukünftig für E-Bikes an. Das sollten Investoren im Auge behalten. Bis 2020 konnte das Unternehmen seine Gewinne seit 2016 mehr als verdoppeln und beendet das Fiskaljahr 2019 mit einer Summe von 146 Millionen USD im EBITDA. Die Expansion der bestehenden MTB (Mountainbike)-Produktlinie ermöglichte Fox Factory ein stetes Wachstum von bisher 15 % trotz der Corona-Pandemie zu erzielen. Damit ist es das verkaufsstärkste Segment des Herstellers. Dementsprechend nimmt sich Fox vor, weitere Produktionsanlagen in Taiwan auszubauen – dem zweitgrößten Abnehmer nach den USA.

Accell Group NV (NL0009767532)

Die Accell Group aus den Niederlanden bezeichnet sich selbst als europäischer Marktführer für die E-Bike Branche. Die Tätigkeit der holländischen Holding reicht von der Produktion von Accessoires, kleinen Bauelementen zum fertigen Fahrrad über verschiedene Marken und Tochterunternehmen. Zum Portfolio gehören unter anderem Haibbike, Winora und Ghost. Accell gibt an, der Green Deal der EU-Kommission habe das Interesse an E-Bikes gesteigert und dazu geführt, dass die Umsätze in der zweiten Hälfte dieses Jahres maßgeblich angestiegen sind. Von Juli bis Oktober wird ein Umsatzwachstum von 38 % im Vergleich zum Vorjahr angegeben. Es wird erwartet, dass das EBIT ebenfalls den Wert des vorausgehenden Jahres übersteigt. Dennoch übertrifft die Nachfrage die Kapazitäten des Unternehmens und es kommt vermehrt zu längeren Vorlaufzeiten bei den Zulieferern. Verschärfte Maßnahmen zur Sicherheitswahrung im Konzern hindern außerdem die Produktion. Nichtsdestotrotz könnte dies einen Aufschwung für die Holding bedeuten. Nach 2018 fielen die Gewinne radikal auf knappe drei Millionen, nachdem im Geschäftsjahr zuvor noch über 20 Millionen verdient wurden. Die Profitabilität sollte für interessierte Anleger daher in den kommenden Quartalen im Vordergrund stehen.

KK Shimano (JP3358000002)

Der in Japan ansässige Hersteller Shimano stellt Fahrradkomponenten wie Gangschaltungen und Bremssysteme her. Das 1921 gegründete Unternehmen bezeichnet sich selbst als Pionier der ersten reinen Mountainbike-Komponentengruppe. Mit dem Segment „SHIMANO STEPS“ nimmt man nun auch die elektronischen Fahrräder in den Fokus und hat sich damit dem globalen Trend angepasst. Zur Produktpalette gehören Komponenten für Mountainbikes, Trekking- und Cityräder unterschiedlicher Leistungsgrade, diese sind weltweit bei mehr als 70 Fahrradproduzenten verfügbar. Der Absatz in Europa, Nordamerika und China blieb bisher robust. Dennoch sank der Nettoumsatz des Segments für E-Bike-Komponenten im Fiskaljahr 2020 bisher um fast vier Prozent, da das Unternehmen mit der wachsenden Nachfrage nicht mithalten konnte, auch bedingt durch Corona und dessen Einfluss auf Produktions- und Lieferketten. Insgesamt konnte der Fahrradproduzent seine Einnahmen jedoch im Gegensatz zum vorherigen Geschäftsjahr durch andere Produktsegmente stabilisieren und verbuchte in den ersten neun Monaten des Jahres einen Rohertrag von 105 Millionen Yen. Im Komponentengeschäft hat sich Shimano eine solide Markt- und Technologieposition aufgebaut, in Bezug auf die Ausweitung seiner Aktivitäten auf das E-Bike-Geschäft sollten interessierte Anleger darauf achten, ob Shimano das neue Absatzfeld auch ausreichend bedienen und profitabel skalieren kann.


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