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Industrie 4.0: Produktionsprozesse werden digitaler!

Ein Beitrag von Mr. Dow 5 23.03 - 17:17

Das Buzzword Industrie 4.0 begleitet uns bereits seit mehreren Jahren. Die Digitalisierung und Vernetzung von Fertigungsprozessen verspricht weitere erhebliche Effizienz- und Qualitätsverbesserungen im Fertigungssektor. Wie sehen die Lösungen in diesem Bereich konkret aus, und wie könnten Anleger von dieser Revolution profitieren?
 
Panasonic KK
 
 
General Electric Co
 
 
Carl Zeiss Meditec AG
 

Der Begriff „Industrie 4.0“ steht seit Jahren im medialen Raum und verspricht enorme Qualitäts- und Effizienzsteigerungen bei Fertigungsprozessen. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff genau? Industrie 4.0 wird gemeinhin als Sammelbegriff für Digitalisierungsprozesse in der industriellen Fertigung verwendet. Insbesondere der Verwaltungs- und Steuerungsaufwand durch menschliche Akteure soll durch die Lösungen der Industrie 4.0 minimiert werden. Hiervon sollen sämtliche Fertigungsindustrien und verarbeitenden Branchen profitieren. Besonders interessant sind die Technologien jedoch für Unternehmen aus Marktsegmenten mit geringen Margen, beispielsweise den Zulieferern im Automotive-Markt. So überrascht es nicht, dass dem Themenbereich Industrie 4.0 ein starkes Marktwachstum für die kommenden Jahre prognostiziert wird. Die Marktforschungsgesellschaft „Markets&Markets“ veranschlagt in einer Studie für den Zeitraum von 2019 bis 2024 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 16,9 Prozent. Für Anleger gibt es in diesem Zusammenhang eine Reihe interessanter Aktien.

General Electric Co (US3696041033)

Das amerikanische Traditionsunternehmen General Electric generiert 50 Prozent seines Umsatzes aus den Bereichen Energie, Elektrotechnik und Gesundheit. Diese Hauptsegmente eignen sich gut zur Optimierung durch Technologien aus dem Umfeld des Themenbereichs Industrie 4.0. Als zentrales Bindeglied zwischen den einzelnen Komponenten und Technologien arbeitet General Electric an einem Konzept namens „Industrial Internet“. Die 110 Millionen US-Dollar schwere Akquisition des Unternehmens Pivotal, einem Anbieter moderner Datenverarbeitungsarchitekturen, soll die Entwicklung sogenannter „Data Lakes“ beschleunigen. Diese Data Lakes sollen zentrale, innerbetriebliche Datenzentren darstellen, die eine stärkere Datenintegration über die einzelnen Fertigungsprozesse erlauben. Die Daten stehen hierbei sowohl den Kunden selbst als auch GE zur Verfügung. Der Nutzen für GE besteht hierbei vor allem in der Generierung und Ableitung von Metadaten. Die gute Vernetzung innerhalb der amerikanischen Wirtschaft könnte es dem Unternehmen somit erlauben, branchenübergreifend wichtiges Know-How über Fertigungsprozesse zu sammeln und dieses als Dienstleistung durch Consulting Services wiederum zu vermarkten. Anders als viele Konkurrenten im Bereich der Industrie 4.0 handelt es sich bei General Electric darüber hinaus nicht nur um einen Software-Optimierer, sondern um einen integrierten Konzern, der auch viele der Maschinen für diverse Fertigungsprozesse produziert. In Bezug auf Industrie 4.0 macht dieser Umstand General Electric zu einem vollintegrierten Anbieter, welcher für seine Kunden den kompletten Wertschöpfungs- und Produktinsprozess abdecken kann.

Panasonic KK (JP3866800000)

Panasonic ist, ähnlich wie General Electric, ein traditionsreicher Konzern mit Schwerpunkt auf Elektrotechnik. Bereits seit etwa anderthalb Jahrzehnten beschäftigt sich das Unternehmen mit der Transformation hin zu zukunftsträchtigen Industrien und Wachstumsfeldern. Neben der Produktion von Akkutechnologie und Batterien für Elektroautos steht hier auch der Themenkomplex Industrie 4.0 auf der Agenda. Auch Panasonic betont in diesem Zusammenhang den eigenen Dienstleistungsansatz. Insbesondere durch Prozesssimulationen und Planungsprozesse möchte der Konzern hier Mehrwert für seine Kunden schaffen. Die Datengrundlage hierfür versucht Panasonic durch M2M-Protokolle auch in Fällen zu generieren, in denen Maschinen von Drittanbietern in Produktionsprozessen eingesetzt werden. Darüber hinaus besitzt Panasonic jedoch auch ein breites Portfolio eigener Komponenten zum Aufbau kundenorientierter Produktionsstraßen. Hierzu zählen beispielsweise Sensoren, Antriebsmodule, Steuerungstechnik oder Bedienungseinheiten. Analog zu General Electric bietet der vollumfassende Service-Ansatz von Panasonic dem Unternehmen die Möglichkeit, die Kundenbindung zu stärken. Die komplette Vernetzung der einzelnen Prozesselemente und deren interne Abstimmung erschwert dem Kunden den Anbieterwechsel. War es früher noch möglich, einzelne Maschinen eines Produktionsprozesses auszutauschen, so sind die Wechselkosten, vor allem in Form des Integrationsaufwandes der neuen Komponente, nun bedeutend höher. Unternehmen, denen ein individueller Fertigungsprozess eingerichtet wurde, würden sich bei einem Anbieterwechsel hohen Investitionsbedarfen aussetzen. Die moderne Technologie Industrie 4.0 hat somit den Nebeneffekt, dass auch das traditionelle Geschäft aus dem Hause Panasonic, Elektrotechnik und Maschinenbau, langfristig gesichert werden könnte.

Carl Zeiss Meditec AG (DE0005313704)

Die Carl Zeiss Meditec AG ist einer der deutschen Wettbewerber im Zusammenhang mit der neuen industriellen Revolution. Zeiss ist vor allem auch im Augmented Reality Markt engagiert und zielt hiermit auf Effizienzsteigerungen ihrer Industrie 4.0-affinen Kunden. Die Bereiche Luftfahrt, Medizintechnik und Automotive implementieren Zeiss' 3D-ManuFACT Technologie zur Fertigungsprüfung von additiv gefertigten Bauteilen. Was zunächst revolutionär wirkt, ist in Wahrheit ein konsequenter Schritt in die Zukunft aus bereits gewonnen Erkenntnissen. So trug Zeiss aus Metallographie, dimensionaler Messtechnik sowie Pulver- und Materialanalysen generiertes Wissen für diese Technologie zusammen und baut auf Jahrzehnte soliden Wissens. Durch Kooperationen avisiert das Management nun eine schnellere Skalierung der Technologie und möchte hierdurch das Absatzpotenzial erhöhen. Beispielsweise plant Zeiss im Gesundheitsbereich die Standardisierung seiner Lösungen auf die Azure-Technik von Microsoft, um einerseits die Integration in bestehende Systemarchitekturen zu vereinfachen und andererseits die Dienstleistungen cloudbasiert anbieten zu können. Durch diese Kooperation kann Zeiss zudem von der Expertise seines Partners in den Bereichen der IT-Sicherheit, der Systemstabilität und der Datenverarbeitung profitieren, ohne an diesen Stellen zeitaufwändige und teure Eigenlösungen entwickeln zu müssen. Im Bereich der Messtechnik kann das Unternehmen eine seiner Kernkompetenzen ausspielen. Im Bereich automatisierter Fertigungsprozesse ist eine präzise und solide Messtechnik wichtiger denn je. Hier griff Zeiss im Jahr 2018 durch den Erwerb des Unternehmens „Guardus“ vor. Diese Ulmer Gesellschaft konzentriert sich auf Fertigungsmanagement-Systeme und erlaubt es Zeiss nun, die Daten sämtlicher Wertschöpfungsprozesse auf ein einziges System zu integrieren, sodass die Qualität der einzelnen Prozesse nun in ihrer Gesamtheit betrachtet werden kann. Auch hier geht Zeiss mit dem Trend der stetig steigenden Bedeutung von Qualitätsmanagement-Systemen in den fertigenden Industrien konform.


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