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Neuer Wirkstoff gegen MS gibt Hoffnung

Ein Beitrag von Squid 39 20.07.2014

In Kürze wird in der EU ein weiteres oral anwendbares Präparat zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zur Verfügung stehen: Die Firma Biogen Idec hat Anfang Februar die Zulassung für ihr Präparat zur Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose erhalten.
 
Novartis Inc
 
 
Biogen Idec Inc
 
 
Sanofi SA
 

Bei der Multiplen Sklerose (MS) handelt es sich um eine chronische Krankheit von Rückenmark und Gehirn (dem zentralen Nervensystem, ZNS), welche in den meisten Fällen bereits im frühen Erwachsenenalter beginnt. Weltweit leiden mehr als zwei Millionen Menschen an der Autoimmun-Erkrankung Multiple Sklerose (MS), allein in Europa und Nordamerika sind es eine halbe Million. Bei den Betroffenen greifen fehlgesteuerte Abwehrzellen die Myelin-Hülle der Nervenbahnen an und lösen Entzündungen und Schäden in Gehirn und Rückenmark aus. Als Folge werden Nervensignale nicht mehr effektiv übertragen und Muskelschwäche, Lähmungen und Empfindungsstörungen sind die Folge. Heilbar ist MS nicht. Bisherige Therapien, beispielsweise mit Interferon-Beta, konzentrieren sich meist darauf, den Immunangriff auf die Myelinscheiden zu unterdrücken. Sie sind aber nur bedingt wirksam und haben teilweise erhebliche Nebenwirkungen. Zudem können sie das Fortschreiten der Erkrankung nur verlangsamen, nicht aber stoppen oder umkehren.

In den vergangenen Jahren konnten enorme Fortschritte im Bereich der Multiple Sklerose Therapie gemacht werden. Schließlich gab es noch bis Mitte der 1990er Jahre keinerlei Basistherapie für die MS. Trotz der positiven Entwicklung ist allerdings keines der heutigen Basistherapeutika in der Lage, alle MS-Schübe zu verhindern. Das synthetische Peptidgemisch - das zum Spritzen nicht wenigen Patienten schwerfällt und als Belastung empfunden wird - wie auch die Betainterferone wirken lediglich bei 70% der Patienten. Dabei erleben etliche Patienten im Rahmen der Multiple Sklerose Therapie auch belastende Nebenwirkungen wie grippeähnliche Symptome.

Als Hoffnungsträger fungiert aktuell der Wirkstoff Dimethylfumarat (DMF), der zur Behandlung der MS erst vor wenigen Wochen in Europa zugelassen wurde. Studien konnten eine zumindest vergleichbare Wirksamkeit zu den etablierten Wirkstoffen nachweisen. Erfreulich ist, dass DMF vergleichsweise moderate Nebenwirkungen verursacht und die Einnahme bequem oral als Tablette erfolgen kann.

In den USA wurde das immunmodulierende Medikament bereits im März vergangenen Jahres zugelassen. Tecfidera ist neben Fingolimod (Gilenya®) von Novartis und Teriflunomid (Aubagio®) von Sanofi das dritte Präparat für diese Indikation.

 

Biogen Idec Inc. (ISIN Biogen Idec Inc (US09062X1037)) zählt zu den international führenden und ältesten Biotech-Unternehmen. Kerntätigkeit ist die Herstellung von gentechnisch produzierten Medikamenten, die in der Humanmedizin, speziell in den Bereichen Onkologie, Neurologie und in der Dermatologie zum Einsatz kommen. Vorrangig erforscht das Unternehmen biologische Systeme und Prozesse in den Bereichen Molekularbiologie, Zellbiologie, Immunologie und Protein-Biochemie. Basierend auf diesem Wissen können Krankheitsprozesse erklärt und somit neue Medikamente entwickelt werden. In klinischen Studien testet Biogen Idec Forschungsprodukte, die am wettbewerbsfähigsten erscheinen und Marktpotential haben.

Gestern gaben Biogen Idec und AbbVie (ISIN Abbvie Inc (US00287Y1091)) bekannt, das die Resultate aus der Phase 3 Studie mit dem Medikament DAC-HYP erfolgversprechend sind. Im Gegensatz zur bisherigen Medikation wird DAC-HYP, wenn es zugelassen wird, nur noch einmal im Monat verabreicht.

Der komplette Bericht kann hier nachgelesen werden: http://www.businesswire.com/news/home/20140616005655/en/Biogen-Idec-AbbVie-Announce-Positive-Top-Line-Results

 

Schwierigkeiten im Geschäft mit Impfstoffen und die zunehmende Konkurrenz bei Arzneimitteln für Tiere machen dem französischen Pharmakonzern Sanofi (ISIN Sanofi SA (FR0000120578)) zu schaffen. Das Unternehmen verdiente nach Angaben vom Dienstag im ersten Quartal unter dem Strich 1,5 Milliarden Euro, das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 2,7 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Damit blieb der Konzern hinter den Erwartungen zurück. Vor allem Lieferschwierigkeiten bei Impfstoffen für Kinder in Mexiko und China drückten auf das Geschäft. Deutlich zulegen konnte der Konzern dagegen bei Medikamenten gegen Diabetes und seltene Krankheiten. Sanofi-Chef Chris Viehbacher kündigte an, weiter nach Zukaufmöglichkeiten in Schwellenländern Ausschau zu halten. Auch das Geschäft mit Tiermedizin und nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten solle ausgebaut werden.

Die Sanofi-Aventis S.A ist ein in den Bereichen Onkologie, Herz-Kreislauf und Zentrales Nervensystem tätiges Pharmaunternehmen. Es entstand im Jahr 2004 aus dem Zusammenschluss von Sanofi-Synthelabo mit Aventis. Durch Tochtergesellschaften, Kooperationen oder Joint Ventures ist der Konzern in Europa, den USA und in Japan stark vertreten. In seiner Forschung konzentriert sich das Unternehmen vorrangig auf die Bereiche Diabetes/Stoffwechsel, Herz-Kreislauf, Thrombose, Zentrales Nervensystem, Innere Medizin, Onkologie und Prävention durch Impfstoffe.

 

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis (ISIN Novartis Inc (CH0012005267)) hat dank neuer Medikamente im zweiten Quartal 2014 mehr verdient. Der Reingewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 2,59 Milliarden Dollar, teilte der Arzneimittelhersteller am Donnerstag mit. Das Basler Unternehmen lag damit im Rahmen der Analystenprognosen, die im Schnitt 2,65 Milliarden Dollar Gewinn veranschlagt hatten. Der in einem radikalen Umbau steckende Konzern bekräftigte seine Jahresprognose. Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten soll der Umsatz um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen. Der bereinigte operative Gewinn soll stärker um einen mittleren bis hohen einstelligen Betrag zulegen. Im Zeitraum von April bis Juni betrug er 3,8 Milliarden Dollar – währungsbereinigt ein Plus von sechs Prozent. Ein Beteiligungsverkauf bringt Novartis zusätzlich Geld. Und der Konzern trennt sich von seiner 43-prozentigen Beteiligung am deutschen Medizinpflaster-Hersteller LTS Lohmann. Der Verkauf, der bis zum Jahresende abgeschlossen werden soll, wird Novartis voraussichtlich einen Gewinn von rund 400 Millionen Dollar bringen.

Über Beiträge und Kommentar zu diesem Thema würde ich mich freuen.

 


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