Analyse Aktien Künstliche Intelligenz

KI: Der Megatrend beschleunigt sich

Ein Beitrag von Mr. Dow 5 30.03 - 15:29

Laut einer Erhebung der Unternehmensberatung PwC soll die globale Wertschöpfung der Künstlichen Intelligenz im Jahr 2030 auf 15,7 Billionen US-Dollar angewachsen sein. Die weltweite Produktivität dürfte durch diese Technologien bedeutend zunehmen, und massive Auswirkungen auf unser Arbeitsleben, aber auch gesellschaftliche Dynamiken bewirken. Wie könnten auch Anleger von diesem Megatrend profitieren?
 
Qualcomm Inc
 
 
Salesforce.com Inc
 
 
MongoDB Inc
 

Die Produktivitätszuwächse, welche durch die Technologie zu erwarten sind, könnten Unternehmen dazu zwingen, KI-Methoden zu adaptieren, um in ihren jeweiligen Branchen weiterhin im Wettbewerb bestehen zu können. Accenture schätzt die möglichen Produktivitätspotenziale für die Gesamtwirtschaft auf circa 40 Prozent, die Autoren der Studie vergleichen den Effekt der Künstlichen Intelligenz mit der weitreichenden Verbreitung der Computer im vergangenen Jahrhundert. Bereits heute verfügen, nach Daten der IDC (International Data Corporation), etwa 75 Prozent aller Unternehmenssoftwares über Funktionen, die auf Methoden der Künstlichen Intelligenz basieren. Dennoch scheinen wir uns gerade erst am Beginn der Entwicklung zu befinden. So kommt die Marktforschungsgesellschaft Gartner in einer Studie zu dem Ergebnis, dass erst 37 Prozent der befragten Unternehmen KI-Konzepte einsetzen. Zudem wächst die Datenbasis für die KI-Systeme weiter enorm schnell. Aktuell wird weltweit in einer Stunde ein Datenvolumen generiert, das dem Jahresvolumen des Jahres 2000 entspricht. Einige Unternehmen haben sich in Bezug auf die neuen Technologien in eine interessante Position gebracht. In diesen Fällen könnten auch die Anleger von der fortschreitenden Entwicklung profitieren.

MongoDB Inc (US60937P1066)

Das Wachstum von NoSQL-Datenbanken fürfte eng mit der Entwicklung des Themenfeldes Künstliche Intelligenz einhergehen. Gerade bei der Speicherung unstrukturierter Daten, beispielsweise in Text-, Bild- oder Audiodateien, besitzen diese Datenbanken große Vorteile gegenüber den konventionellen, tabellenbasierten Datenbanken. Unter dem Begriff NoSQL versteht man Datenbanken, welche nicht auf relationalen Datenbeziehungen setzen und daher keine festgelegten Datenschemata benötigen. Diese Art der Datenhaltung besitzt den Vorteil einer besseren Skalierbarkeit sowie einer bessern Analyse-Performance in großen Datenbeständen. Echtzeitapplikationen sind in NoSQL realisierbar, relationale Datenbanken besitzen diese Performanz ab einer bestimmten Größe nicht mehr. So überrascht es nicht, dass dem NoSQL-Markt in den kommenden 6 Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 31,4 Prozent prognostiziert wird. Im Jahr 2026 beläuft sich das Marktvolumen in diesem Szenario laut dem Marktforschungsinstitut DataIntelo auf 21 Milliarden US-Dollar. In diesem Markt hat sich MongoDB mittlerweile gut etabliert. Das System des Unternehmens wurde weltweit mittlerweile mehr als 110 Millionen Mal heruntergeladen. Auch im letzten Quartalsbericht konnte die gute Entwicklung bestätigt werden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte ein Umsatzplus von 38 Prozent auf 171 Millionen US-Dollar verzeichnet werden. Interessant könnte das Unternehmen zukünftig vor allem auch vor dem Hintergrund von Übernahmegerüchten. Technisch ist das System von MongoDB solide eingestuft, das Nutzerwachstum sehr dynamisch. Diese Umstände könnten das vergleichsweise noch kleine Unternehmen in den Fokus der größeren Unternehmen rücken, was den Aktienkurs in einem solchen Szenario zusätzlich antreiben könnte.

Salesforce.com Inc (US79466L3024)

Die gute Marktstellung der großen Technologie-Unternehmen (Google, Amazon, Apple, etc.) erlaubt diesen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil sowohl im B2B-Bereich als auch bei den Endverbrauchern. Nichtsdestotrotz besitzen Unternehmen mit domänenspezifischer Expertise und einem entsprechend etablierten Kundenstamm das Potenzial, ihren Sektor sowie ihr grundsätzliches Geschäftsmodell zu verteidigen. Hierfür werden jedoch ein aufmerksames Management und eine valide KI-Strategie erforderlich sein. Salesforce zeigt sich seit Jahren sehr engagiert im Zusammenhang mit Themen der Künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen hat mehrere KI-Unternehmen erworben und bündelt die Technologien in seinem Service „Salesforce Einstein“. Dieser Service soll die unternehmensinternen Abläufe bei Salesforce optimieren, wird jedoch auch den Kunden zur Verfügung gestellt. In Verbindung mit der guten Marktposition im Bereich der CRM-Systeme könnte sich Salesforce auch im Zeitalter der KI-System behaupten. Interessant wird für Anleger zu beobachten sein, ob Salesforce sich das Unternehmen Box Corporation sichert. Salesforce zählt zu den Favoriten zur Übernahme des Cloud Computing-Unternehmens. Die Akquise von Box könnte dazu beitragen die Cloud-Infrastruktur von Salesforce über alle Endgeräte zu optimieren, wodurch das Management auch hinsichtlich dieser zweiten stark disruptiven Technologie gut aufgestellt sein dürfte.

Qualcomm Inc (US7475251036)

Mit seinem Know-How und der technischen Expertise zählt Qualcomm im Bereich der Smartphones zu den Marktführern unter den Chip-Zulieferern. Auf die Implementierung von KI-Anwendungen bereitet sich das Unternehmen hierbei bereits seit längerem vor, insbesondere im Zusammenhang mit der Bild- und Audioverarbeitung besitzen die neuen Chips des Unternehmens gute Leistungsdaten. Die neue Generation des Herstellers soll im mittleren bis hohen Leistungsbereich bis zu 50 Tera Operationen pro Sekunde durchführen können und in der Spitze somit um den Faktor 10 leistungsfähiger sein als die Vorgängermodelle. Der Energieverbrauch der Chips soll hierbei jeweils niedriger liegen als bei den Äquivalenten aus dem Hause Nvidia, welche die Hauptkonkurrenz darstellen dürften. Qualcomm ist bei der Belieferung der Produzenten mobiler Endgeräte bestens vernetzt und integriert, etablierte Vertriebswege und -strukturen sollten einen schnellen Absatz der Produkte gewährleisten können. Künstliche Intelligenz wird zunehmend ausgereiftere Funktionalitäten ermöglichen, die im Alltag zum Komfort der Endnutzer beitragen werden. Entsprechend groß dürfte die Nachfrage nach mobilen Endgeräten ausfallen, welche diese Funktionen auch unterstützen können. In diesem Zusammenhang ist Qualcomm derzeit gut positioniert, um davon auch profitieren zu können.


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