Analyse Aktien Schonende Lebensmittel

Urbanisierung fördert den Haustiermarkt

Ein Beitrag von AndreaZZ 18 04.01.2014

Immer mehr Menschen halten sich Heimtiere, nicht nur in Deutschland sondern auch in China oder Südamerika. Und für das Haustier wird immer mehr Geld invesitert, sogar Bionahrung gibt es für Hund und Katze. Viele Aktien profitieren vom Heimtiermarkt.
 
Nestle SA
 
 
zooplus AG
 

Ob der Mensch wusste, was er tat, als er vor vielen tausenden Jahren Wölfe domestizierte, um Haus, Herde und Familie vor Feinden zu schützen? Wohl kaum. Mittlerweile ist der Heimtiermarkt nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt riesig und mit Futter, Tiermedizin und sonstigem Zubehör werden Milliarden eingenommen. Allein in Deutschland leben im Schnitt in jedem dritten Haushalt Tiere, insgesamt sind es rund 30 Mio. Katzen, Hunde, Vögel, Kleinsäugetiere und so weiter. Vielen Heimtierhaltern ist für ihre Zöglinge nichts zu teuer und sie investieren Unsummen in Futter, Halsbänder, Tierarztbesuche, Käfige und Körbe. Nicht nur für die Unternehmen, die Tierzubehör herstellen, sondern auch für Investoren hat sich das Geschäft mit der Tierliebe als äußerst lukrativ und auch in Krisenzeiten stabil erwiesen. Sogar in Zeiten der Weltwirtschaftskrise stiegen im Jahr 2008 die Umsatzzahlen mit Heimtierbedarf und Tierfutter noch um 4,4 Prozent an. Das Marktvolumen für Heimtiere wird weltweit auf rund 44 Milliarden Euro geschätzt.Nestle, Procter & Gamble, Colgate Palmolive und die Zooplus AG sind an der Börse notierte riesige Tierfutterhersteller. Die Aktien der Mars Inc. sind zwar nicht im Handel erhältlich, mehr als die Hälfte der geschätzten 28 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz des Unternehmens werden aber mit Produkten für Tiere und nicht für Menschen eingenommen. Diese Tatsache verdeutlicht die Bedeutung von Heimtieren für den Menschen und auch für die Wirtschaft.

Zooplus AG zooplus AG (DE0005111702)


Zwar musste die Aktie des größten Händlers für Hunde- und Katzenfutter in den letzten Wochen einige Verluste hinnehmen, notiert aber dennoch auf einem guten Niveau bei 54,24 Euro. Das Jahrestief der Aktie lag bei 31,51 Euro und das 52-Wochen-Hoch erreichte die Aktie Anfang November mit 64,49 Euro pro Wertpapier. Im Zuge des Kurssturzes hat die Deutsche Bank Zooplus von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt. Langsam aber sicher, arbeitet der Online-Futterhändler profitabel. 1,7 Millionen Euro hat das Unternehmen im dritten Quartal 2013 vor Abzug der Steuern erwirtschaftet. Ein Jahr zuvor stand dieses Ergebnis fast noch in gleicher Höhe als Verlust und den Büchern. Der Finanzchef von Zooplus führt diese Zahlen auf treue Stammkunden und niedrigere Kosten zurück. So wurde zum Beispiel bei den Marketingmaßnahmen gespart und ein neues Frachtzentrum in Polen gebaut, das Logistikkosten minimiert.

 Nestlé Nestle SA (CH0038863350)


Die Aktie des Schweizer Großkonzerns schwankt regelmäßig auf und ab und bewegt sich konstant um die 50 Euro Marke herum, da auch das Wachstum in der letzten Zeit etwas langsamer gestiegen ist. Kurz vor Weihnachten liegt der Kurs an der Börse bei 52,84 Euro, das 52-Wochen-Hoch lag bei 57,63 Euro, das Jahrestief bei 48,35 Euro. In erster Linie ist Nestlé für Lebensmittel für Menschen bekannt, jedoch ist der Konzern weltweit auch Marktführer im Bereich Tiernahrung für Hunde und Katzen. Im Jahr 2002 hat Nestlé den amerikanischen Tierfutterkonzern Ralston Purina übernommen und ihn in den Nestlé Konzern integriert. Diese Übernahme kostete das Unternehmen 10,3 Milliarden US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2012 konnte Nestlé seinen Umsatz mit den Marken Purina, Purina ONE, Proplan, Felix und Gourmet um zehn Prozent steigern. Insbesondere bei den Premiummarken ist Nestlé schwer gefragt. Besonders beim Katzenfutter konnte Nestlé von einem Marktanteil von 18 auf 20 Prozent zulegen. Am österreichischen Heimtiermarkt hält Nestlé einen Anteil von 15 Prozent, in Deutschland sind es sogar 20. Allerdings gibt es einen Konzern, der Nestlé noch übertrumpft und in Deutschland ganz vorne liegt, und zwar der Schokoriegelhersteller Mars. Die Aktie des Schokoherstellerriegels wird zwar nicht an der Börse gehandelt, die Zahlen, die der Konzern aber regelmäßig vorlegt, sind immens. Mars hat alleine in Deutschland einen Anteil am Tierfuttermarkt von 39 Prozent und hat somit vor allen anderen die Nase vorn. Mars unterhält die Marken Whiskas, Sheba, Pedigree und Kitekat und hat alleine 1,5 Milliarden US-Dollar investiert, um die Marke Royal Canin zu kaufen. Procter & Gamble US7427181091Auch der Aktienkurs von Procter & Gamble hat unter Hochs und Tiefs zu leiden, hat das vergangene Jahr aber ohne große Verluste überstanden. Das Jahrestief an der Börse lag im Dezember vor einem Jahr bei 51 Euro, das Hoch im Sommer bei 63,89 Euro. Die Tierfuttermarke von Procter & Gamble heißt Iams und stand lange in der Kritik von Tierschützern, Versuche an Tieren durchzuführen. Seit dem Jahr 1999 gehört die Marke zu Procter & Gamble und stellt überwiegend Katzenfutter für verschiedene Altersgruppen her.Colgate Palmolive US1941621039Colgate Palmolive unterhält die Produktfamilie Hill’s, die in den USA, Großbritannien und Südamerika Tiernahrung vertreiben. Eigentlich ist Colgate für Mund- und Körperpflegeartikel und Haushaltsreiniger bekannt, über das Tierfutter werden aber 13 Prozent des Umsatzes eingenommen. Die Aktie notiert aktuell ebenfalls sehr gut und liegt mit 47,15 Euro nur knappe zwei Euro unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Hill’s wirbt mit spezieller Tiernahrung für Tiere mit gesundheitlichen Problemen oder aus bestimmten Altersklassen. PetSmart US7167681060

Die PetSmart-Aktie notiert an der Börse aktuell bei rund 52,40 Euro, die Marktkapitalisierungdes Unternehmens liegt bei 5,49 Milliarden Euro. In den USA und Kanada ist PetSmart mit über 1200 Geschäften der Marktführer in Sachen Tierbedarf. Der Konzern verkauft aber nicht nur Tierfutter, sondern auch Zubehör. Authority heißt die Premium-Futtermarke von PetSmart für Hunde und Katzen, die günstigere Variante heißt Grreat Choice. Zusätzlich bietet PetSmart in vielen seiner Filialen einen Tierarztservice an und zusätzlich in vielen Städten auf dem nordamerikanischen Kontinent auch einen Hotelservice, falls Menschen ihr Haustier für eine gewisse Zeit in gute Hände geben wollen. Dieses Gesamtkonzept produziert gute Zahlen.Der Wettbewerb im Heimtier-Bereich wird sich in der Zukunft noch weiter verstärken, was für Anleger positiv sein kann, da die Konzerne noch mehr zum Werben und Handeln gezwungen werden. Die Anbieter wollen sich gegenseitig überbieten und noch höhere Gewinne einfahren und auch der Trend, Haustiere zu halten, scheint ungebrochen. Allein mit Futter und Zubehör setzt die Branche weltweit mehr als 50 Milliarden Euro jährlich um und die Tendenz ist nach wie vor steigend. Die Hersteller aus der Nahrungsmittelindustrie haben erkannt, dass auch Nahrung für Tiere ein sehr lukratives Geschäft sein kann und es werden sicher noch mehr Unternehmen auf den fahrenden Zug aufspringen. Gerade Katzen gelten als Trendtier mit Umsatzwachstum, mit denen eine Menge Geld gemacht werden kann. Für Anleger ist der Handel mit Aktien von Tierfutter-Herstellern ein gutes Geschäft. Allerdings müssen Aktionäre berücksichtigen, dass sich bei einigen der vorgestellten Aktien nicht nur der Handel mit Tierfutter im Kurs niederschlägt, sondern die meisten dieser Großkonzerne auch noch viele andere Marken und Standbeine haben. Bei einem verstärktenInteresse an Aktien aus dem Bereich Heimtiere, sei daher auf die Wertpapiere von Petsmart und Zooplus verwiesen, Colgate, Nestlé und Procter & Gamble sind auch in anderen – den Menschen betreffenden Bereichen – stark. Je nach Marktentwicklung ist es in diesen Fällen wichtig, alle Segmente zu beobachten, um die Entwicklung bei den Konzernen mit dem Aktienkurs in einen klaren Zusammenhang bringen zu können und keine Fehlentscheidung zu treffen.


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