Analyse Aktien Wechselrichter

Wechselrichter: Der Marktausblick bleibt positiv!

Ein Beitrag von Mr. Dow 5 01.03 - 17:45

Nicht erst seit dem Zusammenbruch großer Teile des texanischen Stromnetzes ist die generelle Modernisierung der Versorgungsinfrastruktur in aller Munde. Der dezentrale Charakter von Wind-, Solar- und Wasserkraftwerken erfordert auch smarte und nachhaltige Arealnetze. Diese liegen beispielsweise im Fokus des Fraunhofer IEE und sollen künftig solche großflächigen Ausfälle vermeiden. Ob Strom im eigenen Haus, im Wohngebiet oder im Landkreis, die Energiewende kommt von unten. Und sie braucht Wechselrichter.
 
SMA Solar Technology AG
 
 
SolarEdge Tech
 
 
Enphase Energy Inc
 

Seit dem letzten Blick auf Enphase, SolarEdge und SMA ist ein halbes Jahr vergangen. Die Kurse von SMA und SolarEdge konnten durch Zuwächse von circa 50% glänzen, während Enphase seinen Aktienwert sogar verdreifachte. Zwar gibt es nun mit einigen neuen Forschungsansätzen von Fraunhofer IEE, Fraunhofer ISE und Fraunhofer IMWS die Bestrebungen, neue Technologien in der Mittelspannungs-Transformatortechnik anzustoßen, doch sind bei diesen Entwicklungen die ausführenden Partner meist kleine und mittelständische GmbHs und somit für den Anleger keine praktikablen Investitionskandidaten. Bis auf eine Kooperation zwischen Fraunhofer IMWS und SMA Solar Technology auf dem Feld intelligenter Anforderungsermittlung und verlässlicher Lebensdaueranalysen bei Wechselrichtern im gewerblichen Bereich, bleiben die Hauptkandidaten im Trend Wechselrichter die drei zu Beginn genannten Unternehmen. Nichtsdestotrotz sollte man wachen Auges auf die gewonnenen Erkenntnisse des Fraunhofer Instituts blicken, da einige Dimensionierungen und Bauteiloptimierungen interessante Implikationen für neue Wettbewerber darstellen könnten, beispielsweise auf dem Halbleitermarkt. Mit Blick auf „Lösungen aus einer Hand“ etablierte Tesla zwar passend zu seinem Portfolio einen Wechselrichter, der sich in bestehende Tesla-Infrastrukturen nahtlos eingliedern lässt, jedoch bleibt vor dem Hintergrund des sehr hohen Aktienkurses des Konzerns die Auswirkung dieses Produkts auf den Gesamtkurs fraglich und erscheint, zumindest gegenwärtig, vernachlässigbar.

Enphase Energy Inc (US29355A1079)

Positiv ist und bleibt die Stimmung bei Enphase. Nach einem schwachen zweiten Quartal 2020 erholte sich der Absatz rapide. Umsatzzuwächse von über 65% von Q3 zu Q4 sowie der Absatz des hauseigenen Encharge Systems zur Eingliederung in die Hausinfrastruktur rundeten ein erfolgreiches Jahr 2020 für Unternehmen und Anleger ab. Mit dem Kauf der Sofdesk Inc., einem Hersteller für Planungssoftware von PV-Anlagen sowie der Neuanstellung von 105 neuen Mitarbeitern in Q4 2020 bestärkte Enphase die Anleger, auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. Für 2021 erwartet Enphase Umsätze zwischen 280 und 300 Millionen US-Dollar. Um für den zunehmend intensiveren Wettbewerb auf dem Markt der privaten Solarinstallationen gewappnet zu sein, verschreibt sich das Unternehmen neuen Marktsegmenten. Insbesondere die Absätze an kleine Betriebe, im Segment für private Energiespeicher sowie für Off-Grid und Speichereinrichtungen sollen erhöht werden. Für das Jahr 2022 plant Enphase hierdurch, Marktsegmente mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 12,5 Milliarden US-Dollar ansprechen zu können. Im Jahr 2019 lag dieser Wert noch bei 3,3 Milliarden US-Dollar.

SolarEdge Tech (US83417M1045)

Mit dem Unternehmen SunRun findet SolarEdge Technologies im Jahr 2021 einen starken Partner und schloß sogleich einen Rahmenvertrag mit diesem ab. SolarRun, ein führender US-Anbieter für Eigenheim-Solartechnik, Batteriespeichern und Dienstleistungen im Energiesektor, beflügelte den Kurs der Aktie. Im starken Doppelpack gehen nun SolarEdge und SunRun die nahtlose Integration von Smart Services im Hausnetz an und möchten mit smarten Hub-Konvertern die Heimenergie besser skalier- und managebar machen. Für SolarEdge stellt die Kooperation eine sinnvolle Erweiterung des eigenen Wertschöpfungsangebotes dar. Die Abdeckung möglichst großer Teile der Systeminstallation stellt in Zeiten, in denen die Solartechnik für den Durchschnittskunden noch neuartig und kompliziert erscheinen mag, ein wertvolles Qualitätsmerkmal und mögliches Kaufargument dar. Der vergleichsweise hohe Kurs und eine im Vergleich zur Konkurrenz langwierige Konsolidierung / Volatilität seit Q4 2020 scheint vor dem Hintergrund einer SWOT Analyse jedoch eher konjunkturgeschuldet. Das Potential für 2021 bleibt hoch, der Ausblick durchaus positiv.

SMA Solar Technology AG (DE000A0DJ6J9)

Starke Projektgeschäfte in den USA sowie ununterbrochene Nachfrage in Europa bescherten SMA ein gutes Jahr 2020. Selbiges gilt für den weiteren Ausblick in 2021. Anlagen mit einer Peak-Leistung von insgesamt 4,9 Gigawatt wurden im vergangenen Jahr allein in Deutschland verbaut. Vom Vorhaben der EU, bis 2050 nur noch erneuerbaren Energien Gebrauch zu machen, profitiert der umtriebige Konzern enorm. Jedoch sind es weniger ideelle Ziele als vielmehr die Praktikabilität der Produktpalette sowie steigende Abgaben auf Strom in viele Industriestaaten, welche Verbraucher auf SMA setzen lässt. Die leichte Konsolidierung zu Jahresbeginn dürfte ob der Tatsache, dass SMA seinen Projekten in USA und Chile angemessenen Profit in Aussicht stellt, nun beendet sein. Im Laufe des Jahres plant das Unternehmen, das eigene Produktportfolio zu verschlanken und hierdurch seine Margen zu steigern. Margenstarke Produkte sollen im Fokus stehen, bei der Produktion setzt man auf die Maximierung von Skaleneffekten. In Verbindung mit dem guten Marktausblick auf dem europäischen und nordamerikanischen Markt könnte die Steigerung der Profitabilität in den kommenden Quartalen weiteres Kurspotenzial freisetzen.


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